„Er liebte die Natur, die Ruhe und den Frieden“

Eröffnung der Ausstellung  rund um den Maler Franz Kortejohann

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Gerti Essing von der Dötlingen Stiftung, Heiner Kortejohann, Jasmin Groß und Sabine Tönnies (v.l.) informierten über den Maler Franz Kortejohann. Rafael Jung (r.) sorgte für Musik.

Dötlingen - Wer war Franz Kortejohann? Mit dieser Frage hat sich Jasmin Groß beschäftigt, die über mehrere Ecken mit dem 1936 verstorbenen Maler verwandt ist. Ihr Ergebnis präsentierte die Schülerin am Sonntagvormittag den Gästen während der Eröffnung der Ausstellung „Bilder der Landschaft“, die bis zum 4. Februar Gemälde des im Landkreis Osnabrück geborenen Künstlers in der Dötlinger Müller-vom-Siel-Kate zeigt. Aufgrund des großen Interesses ging die Vernissage im Heuerhaus-Café über die Bühne – und auch dieses platzte aus den sprichwörtlichen Nähten.

Heiner Kortejohann, Großneffe des Malers, hatte die Schau in Abstimmung mit der Dötlingen Stiftung organisiert. Er führte in die Thematik ein und vermittelte einen Überblick über die Biografie sowie das Gesamtwerk. Zusammen mit seiner Frau Maria-Isabel ist er bemüht, den Nachlass von Franz Kortejohann, der nach seinem Studium zunächst als Lehrer tätig war, für die Nachwelt zu erhalten. Viele der Arbeiten befinden sich im Familienbesitz, weitere gelte es, ausfindig zu machen.

Im eigenen Atelier in Osnabrück entstand ab 1899 eine Vielzahl an Gemälden. In Dötlingen kann aus Platzgründen nur ein Bruchteil gezeigt werden. Während Heiner Kortejohann über das Spiel mit Licht und Farbe sprach, das prägend für die Bilder sei, ging Groß eher auf die Motive ein. „Landschaften hatten es ihm angetan. Anhand seiner Arbeiten kann man sehen, wo er zu Malkasten und Pinsel griff“, erzählte die Schülerin. Gerne sei er an die Ostsee, in schweizerische Dörfer und besonders nach Italien gereist. So entstanden Ansichten von Capri und Rapallo. 

Tiere, Porträts, Wälder und Bauernhäuser

Daneben malte er Tiere, Porträts, Wälder und Bauernhäuser. Letztere zeugten von seiner Kindheit. „Denn er ist auf einem landwirtschaftlichen Hof aufgewachsen“, so Groß. „Seine Bilder zeigen, wer er war. Wenn ich sie betrachte, dann weiß ich, dass Franz Kortejohann ein Mensch war, der die Natur, die Ruhe und den Frieden geliebt hat“, sagte sie und verriet, dass ein Werk einen Platz in ihrem Zimmer finden soll.

Ein Kortejohann hängt auch bei Sabine Tönnies, die den Vernissagebesuchern berichtete, wie sie an das Gemälde gekommen ist. „Ich habe es in Hannover bei einem Flohmarkt entdeckt und war sofort schockverliebt.“ Gekauft hatte Tönnies das Werk, das die Stadt Dissen am Teutoburger Wald zeigt, aber nicht direkt. Spontan 280 Euro auf einem Flohmarkt auszugeben, war ihr nicht geheuer. Deshalb recherchierte sie zu Hause im Internet über den Künstler Kortejohann. „Schließlich kaufte ich das Bild für 240 Euro“, sagte sie. 

Geschichten hinter den Bildern

Tönnies investierte auch in eine Rahmung sowie in eine Reinigung des Werkes und nahm schließlich Kontakt zu Heiner Kortejohann auf. „Ich finde die Geschichten, die hinter den Bildern stecken, spannend. Es ist interessant, wer alles einen Kortejohann hat“, sagte dieser mit Blick darauf, dass zwei Werke sogar bei einem Schrotthändler aufgetaucht seien.

Zwischen den Wortbeiträgen spielte Rafael Jung beschwingte Musik am Klavier. Es gab Schnittchen, interessante Gespräche und schließlich einen kleinen Spaziergang entlang des Rittrumer Kirchweges zur Müller-vom-Siel-Kate. Dort ist die Ausstellung bis zum 4. Februar sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. - ts

www.doetlingen-stiftung.de

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