Künstlerin Ute Bescht stellt noch bis Ende Mai in der Müller-vom Siel-Kate aus

Die Liebe als gemalte Architektur

Künstlerin Ute Bescht mit ihrem Bild „Portrait of my love“, in dem sie die Liebe als gemalte Architektur darstellt. - Foto: Nosthoff

Dötlingen - Ein lichtdurchflutetes, großzügiges Säulenhaus wächst mitten aus der Wüste. Es wirkt einladend, stabil und verlässlich, und doch ist es gebaut auf dünnen, fragilen Säulen. „Portrait of my love“ nennt Künstlerin Ute Bescht, die noch bis zum 29. Mai in der Müller-vom-Siel-Kate ausstellt, ihr Werk – eines von denen, die ihr am meisten am Herzen liegen. „Ich habe mir überlegt, was für mich eigentlich Liebe symbolisiert und welche Eigenschaften die Liebe für mich hat“, beschreibt sie die Inspiration, die sie veranlasste, den abstrakten Begriff als gemalte Architektur umzusetzen.

Den surrealen, symbolischen Werken hat sich Bescht verschrieben. Mithilfe des fantastischen Realismus drückt sie ihre Gedanken zum Tagesgeschehen, zu Erlebtem, Geträumtem oder zu den Dingen aus, die sie auf irgendeine Art berührt haben.

Ihre Ausstellung eröffnete sie bereits am 7. Mai, doch am Pfingstsonnabend lud sie zu einem besonderen Aktionstag in die Kate ein. Da der 14. Mai gleichzeitig auch ihr Geburtstag war, hielt sie nicht nur kleine Köstlichkeiten zum Naschen bereit, sondern bot eine Auswahl ihrer Bilder sogar einmalig zu günstigeren Preisen an, die alle etwas mit ihrem Geburtsdatum zu tun hatten.

Die Gäste ließen sich von den oft großformatigen Werken, die meist in Acryl und teilweise auch in Öl erstellt sind, verzaubern. Ob Bescht nun bekannte Jazzmusiker porträtiert oder ein Bild den bulgarischen Kanalkindern widmet, nachdem sie einen entsprechenden Report gesehen hatte – die Arbeiten verraten stets den persönlichen Bezug und berühren den Betrachter gerade dadurch. Der einzigartige Mix aus Authentizität, Klarheit und Abstraktheit nimmt den staunenden Blick auf eine ganz eigene Art gefangen und lädt während des Schauens zu einer Achterbahn der Gefühle und Gedanken ein. „Mein Anliegen ist es, mit allem, was ich tue, ein Leuchten und Strahlen in die Augen der Menschen zu bringen“, erklärte Bescht während ihrer ganz persönlichen Vorstellung.

Dabei berichtete die Hockensbergerin nicht etwa von einer akademischen Künstlerlaufbahn, sondern vielmehr von ihrem ganz persönlichen Lebensweg, der mit einer Kindheit voll Rebellion gegen Kindergärtnerinnen und Lehrer begann.

Ihr tiefer Dank galt indes den Menschen, die sie auf verschiedenen Lebensabschnitten begleiteten, unter anderem ihren Pflegeeltern und ihrem Lebensgefährten Matthias Henke. Die Eltern, bei denen sie aufwuchs, hätten sie verständnisvoll begleitet, „auch, wenn ich eine Herausforderung war“, betonte Bescht.

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