Leise Hoffnung für das Schullandheim

Kein Betrieb: Noch ist das Schullandheim in Dötlingen geschlossen.
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Kein Betrieb: Noch ist das Schullandheim in Dötlingen geschlossen.
  • Katia Backhaus
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Die Situation des Bremer Schullandheims in Dötlingen hat sich etwas entspannt. Zwar ist das Haus derzeit noch geschlossen, doch ein finanzielles Polster sei noch da, berichtet Birte Huckfeldt vom Trägerverein. Doch es könnte noch dauern, bis wieder Schulklassen kommen.

Dötlingen – Rein theoretisch dürfen seit Anfang dieser Woche wieder Gruppen mit bis zu 50 Minderjährigen das Schullandheim in Dötlingen besuchen. So sieht es zumindest die aktualisierte Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen vor. Liegt ein Hygienekonzept vor und werden die Kontaktdaten der Gäste erfasst, können diese sogar darauf verzichten, einen Abstand von anderthalb Metern zueinander einzuhalten, bestätigt das Landesgesundheitsministerium auf Nachfrage.

Soweit die Theorie. In der Praxis sehe das für das Dötlinger Haus allerdings anders aus, berichtet Birte Huckfeldt. Sie ist die Vorsitzende des gemeinnützigen Trägervereins, der das Bremer Schullandheim im Golddorf betreibt. Denn die Senatorin für Kinder und Bildung der Hansestadt habe in dieser Woche verkündet, es dürften maximal zwei Kinder gemeinsam in einem Zimmer schlafen. Zudem müsse das Abstandsgebot eingehalten werden. Klassenreisen seien grundsätzlich jedoch nicht verboten, gibt Huckfeldt die vorsichtige Formulierung der Behörde wieder.

Wie die Einhaltung dieser Vorgaben funktionieren soll, sei offen, sagt Huckfeldt. Das Haus in Dötlingen sei weiterhin geschlossen. Eine Anregung der Behörde sei gewesen, über Tagesaufenthalte nachzudenken, bei denen die Kinder morgens mit dem Bus hin- und abends wieder zurückgebracht werden. „Das hat unser Heim für Herbst abgelehnt, weil das nicht wirtschaftlich wäre“, berichtet die Vorsitzende. Außerdem habe ein solcher Aufenthalt einen ganz anderen Charakter als normale Schulfahrten: Das abendliche Beisammensein, Pyjamapartys und der gemeinsame Tagesabschluss fehlten. Die Folge: „Die Bremer Klassen bleiben weg.“

Gespräche mit der Bremer Bildungsbehörde

Immerhin ist das keine so große Katastrophe, wie es noch vor zwei Monaten zu vermuten war. „Finanziell haben wir immer noch unser Polster“, berichtet die Vorsitzende. Zum einen habe das Schullandheim die monatlichen Kosten durch die weiterlaufende, hundertprozentige Kurzarbeit der Mitarbeitenden, deutlich gesenkte Energiekosten sowie eine zeitweise Kreditstundung reduzieren können. Zum anderen habe der Trägerverein Liquiditätshilfen sowie Stornokosten erhalten und kümmere sich derzeit um weitere Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten.

Positiv sei auch, dass es Gespräche mit der Bremer Bildungssenatorin gebe, findet Huckfeldt: „Die Behörde hat signalisiert, dass sie daran interessiert ist, die Schullandheime zu erhalten.“ Konkret hat die Senatorin in einem Anfang der Woche vorgelegten „Rahmenkonzept Schuljahr 2020/21“ zunächst zugesagt, die Stornierungskosten für bereits gebuchte Klassenfahrten bis Ende Dezember zu übernehmen. Wer allerdings für 2021 bucht und dann absagen muss, werde auf den Kosten sitzenbleiben. Wann also wieder Schulkinder nach Dötlingen kommen werden, ist noch offen – vielleicht im zweiten Halbjahr, hofft Huckfeldt. Nach den Sommerferien soll es weitere Gespräche geben.

In dieser Situation ist es ein kleiner Lichtblick für den Trägerverein, dass für den kommenden Monat seit Kurzem zwei Buchungsanfragen von Gruppen vorliegen. Ein Bremer Handballverein, der jedes Jahr zu Gast sei, habe sich mit 40 Teilnehmenden angekündigt. Ob das realisierbar ist, soll nun die Heimleitung entscheiden. Das Ehepaar Brüggemann kenne die Gegebenheiten vor Ort, die auch in ein Hygienekonzept einfließen müssten, schließlich am besten.

Das sind die Regeln für Niedersachsen

„In Jugendherbergen ... und vergleichbaren verbandseigenen Einrichtungen sind Gruppenveranstaltungen und -angebote für Minderjährige und die Aufnahme von Gruppen Minderjähriger nur bis zu einer Gruppengröße von 50 Personen zulässig“, heißt es in der aktuellen Niedersächsischen Corona-Verordnung. Die Einhaltung des Abstandsgebots für diese Gruppen sei nicht vorgeschrieben, wenn die Kontaktdaten erhoben und dokumentiert werden. Erst, wenn es sich „nicht um eine konkrete Gruppe handelt, sondern eher um einen zufällig generierten Mix aus diversen Haushalten ohne Bezug zueinander“ sei „anzustreben, die Abstands- und Hygieneregelungen einzuhalten“, schreibt das Landesgesundheitsministerium.

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