Umwelt- und Energieausschuss lehnt Antrag der SPD ab

Laubentsorgung bleibt ein Streitthema

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Im Herbst müssen die Einwohner das Laub an den Straßen nicht nur zusammenharken, sondern auch entsorgen.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Das Laub im Herbst sorgt nicht nur für eine schöne Farbenpracht, sondern auch für Unmut. Schließlich muss es irgendwann zusammengefegt und entsorgt werden. Letzteres ist in der Gemeinde schon lange ein Streitpunkt.

Denn während es in Dötlingen für das Laub von öffentlichen Flächen „Stationen“ gibt, die der Bauhof einmal im Jahr anfährt, müssen die Bürger aus den anderen Ortschaften die Entsorgung selbst in die Hand nehmen. „Eine unfaire Sache“, findet die SPD-Fraktion, die deshalb einen Antrag auf Einrichtung weiterer „Laubpunkte“ gestellt hatte. Der Umwelt- und Energieausschuss lehnte diesen während seiner Sitzung am Donnerstagabend ab.

„Ich kann den Gedanken der Gleichbehandlung nachvollziehen, aber es ist vom Bauhof einfach nicht leistbar“, begründete Dirk Orth (Bündnis 90/Die Grünen) sein Votum. „Zumal ich auch die Handhabung in Dötlingen skeptisch sehe.“ Nicht zu unrecht, wie sich im Verlauf der Sitzung herausstellte.

Landkreisweite Lösung denkbar?

In Dötlingen gibt es bereits seit Jahren etliche „Laubstationen“ – in Form von Haufen, die die Einwohner bilden. Sie werden stets eine Woche vor Heiligabend vom Bauhof angefahren und entsorgt. Dieses Prozedere hatte sich eingebürgert beziehungsweise war von der Verwaltung akzeptiert worden, da in Dötlingen im Vergleich zu anderen Ortschaften sowohl der Tourismus als auch der Laubbaumbestand wesentlich höher sind. Allerdings nutzen einige Bürger das Angebot mittlerweile schamlos aus. Und so finden sich neben dem Laub von öffentlichen Flächen zusehends auch solches von privaten Grundstücken sowie Grünabfall an den „Stationen“. Zudem gibt es laut Bauamtsleiter Uwe Kläner inzwischen eine Art „Laubtourismus“. „Einwohner anderer Dörfer bringen ihr Laub einfach nach Dötlingen“, berichtete er. Aus den anfänglich zehn Haufen seien mit der Zeit rund 25 geworden. „Und dann kommen noch Klagen, dass sie nur einmal im Jahr abtransportiert werden.“ Solle mehr geleistet werden, müsste die Verwaltung eine Fremdfirma engagieren. „Und das geht dann ins Geld“, so der Bauamtsleiter.

Statt über Stationen in anderen Ortschaften nachzudenken, kamen deshalb eher Überlegungen auf, das Angebot in Dötlingen zurückzufahren. Nur wie? „Wir stellen ja keine Boxen oder ähnliches auf. Die Haufen bilden sich einfach“, so Kläner. Der Vorschlag von Orth, „auf anderer Ebene Anreize zu schaffen“, war da willkommen. Der Ratsherr berichtete, dass beispielsweise in Oldenburg die Anlieferung von Laub im Herbst kostenlos sei. „Vielleicht ist etwas Ähnliches landkreisweit denkbar“, meinte Orth.

Einwohner tragen Kosten für die Entsorgung - „ungerecht“

Das bestehende Angebot scheint jedenfalls nicht allen Bürger auszureichen. Bekanntlich hält die Gemeinde zusammen mit der Firma Heinemann und Bohmann „Berechtigungsscheine“ für die Einwohner vor. Mit diesen kann Strauch- und Grünschnitt vergünstig bei der Umschlagstation in Neerstedt angeliefert werden. Insa Huck (SPD) bemerkte in diesem Zusammenhang, dass „auch nicht jeder Bürger einen Anhänger hat, mit dem er das Laub nach Neerstedt bringen kann“. 

Einige hätten nicht einmal privates Laub und müssten sich nur für die Entsorgung des öffentlichen Bewuchses einen leihen. Ihr Parteikollege Thore Güldner hatte es im Antrag als ungerecht und nicht zumutbar bezeichnet, dass Einwohner die Kosten für die Entsorgung tragen. Schließlich hätten sie schon durch die Laubbeseitigung an Straßen und Wegen eine Arbeitsbelastung.

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