Landesprogramm: Keine positive Bewertung für Dötlingen

Bahnhofs-Reaktivierung bleibt ein Wunsch

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In Aschenstedt halten auch künftig nur die Autofahrer. Dass die Bahn wenige Meter weiter einen Stopp einlegt, bleibt weiterhin nur ein Wunsch. Der Haltepunkt ist nach der ersten Überprüfungs-Runde zur Reaktivierung ausgeschieden.

Aschenstedt - Von Tanja Schneider. Die Reaktivierung des Bahnhofes in Aschenstedt wird wohl weiterhin nur ein Wunsch bleiben: Denn der Haltepunkt steht nicht auf der Liste der für eine Wiedereröffnung infrage kommenden Stationen, die das niedersächsische Verkehrsministerium am Montag veröffentlicht hat. Demnach könnten von den 38 gemeldeten und nun überprüften Standorten bis zu 19 reaktiviert werden. 21 wurden gar positiv bewertet – der Haltepunkt in der Gemeinde Dötlingen ist nicht dabei. „Das kommt aber nicht überraschend“, nahm Bauamtsleiter Uwe Kläner die Nachricht aus Hannover gestern gelassen auf.

Mit Blick auf den Reaktivierungswunsch sind die Gemeinde Dötlingen und deren Einwohner mittlerweile Enttäuschungen gewohnt. Schließlich kämpfen sie schon seit gut zehn Jahren für die Wiedereröffnung des Haltepunktes. Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen hatte dieses Ansinnen allerdings stets abgelehnt. Zum einen, weil das Fahrgastpotenzial nicht gegeben sei – was 2005 durch ein Gutachten des Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen widerlegt wurde.

Zum anderen, weil aus technischen Gründen der dreiminütige Halt nicht möglich sei, hieß es. Dabei hatte die Gemeinde zwischenzeitlich sogar Bahnübergänge sanieren lassen, um den Zeitverlust auffangen zu können. Auch eine Sammlung mit 1573 Unterschriften, unter anderem von Bremens Altbürgermeister Henning Scherf, dem damaligen Landrat, mehreren Landtagsabgeordneten und natürlich den Einwohnern, hatte nicht geholfen.

Das jetzige Programm, für das im August 2013 der Startschuss gefallen war, ließ hingegen ein Fünkchen Hoffnung aufkeimen. Die Gemeinde Dötlingen hatte direkt Bedarf angemeldet und die bereits vorhandenen Unterlagen für das Vorhaben zur Verfügung gestellt. Diese reichten offenbar für die laut Ministerium „detaillierte, fachliche Prüfung“ – durch die LNVG – und eine nicht positive Einstufung aus. Rücksprachen mit der Kommune hat es nach Auskunft von Kläner nicht gegeben.

Für die Bewertung wurden Kriterien wie die fahrplantechnische Machbarkeit, keine Gefährdung der Anschlüsse in den Knotenbahnhöfen und die Entfernung zum nächsten Haltepunkt von mehr als drei Kilometern zugrunde gelegt. Zudem sollte der Hauptort direkt an der Strecke liegen, und das Einwohnerpotenzial im 1,5-Kilometer-Radius bei über 2000 Bürgern liegen. Diese beiden Punkte ließen die Chancen schwinden.

Aufgeben möchte die Gemeinde Dötlingen trotz der erneuten Ablehnung aber nicht: „Wir werden am Thema dranbleiben und nach wie vor bohren – auch wenn es ein dickes Brett ist“, meinte Kläner. Überrascht zeigte er sich von der Vielzahl an positiv bewerteten Stationen. Neben den zwölf für eine kurzfristige Umsetzung empfohlenen Haltepunkten, von denen aufgrund ihrer Nähe aber wohl nur maximal zehn realisiert werden sollen, wurden weitere neun Stationen ebenfalls als positiv bewertet. Sie könnten aber im heutigen Fahrplan noch nicht problemlos integriert oder aufgrund nötiger Infrastrukturmaßnahmen nur mittel- bis langfristig realisiert werden, hieß es in einer Pressemitteilung. „Vielleicht kommt Dötlingen ja noch einmal ins Gespräch, wenn sich ein Punkt doch nicht umsetzen oder finanzieren lässt“, sagte der Bauamtsleiter. „Wir könnten sofort aktiv werden.“ Immerhin hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr schon Grunderwerb am Bahnhof getätigt, um im Fall der Fälle für die nötige Infrastruktur wie Parkplätze sorgen zu können.

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