Lachse sollen wieder heimisch werden

Der Fischereiverein Wildeshausen setzt sich für Wiederansiedlung von Wandersalmoniden ein

6 000 kleine Lachse wurden in den Mühlbach entlassen.
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6 000 kleine Lachse wurden in den Mühlbach entlassen.

Um den atlantischen Lachs wieder heimisch zu machen, hat der Fischereiverein Wildeshausen in Kooperation mit der Hunte-Wasseracht und dem Landkreis Oldenburg 6 000 Lachse in den Oberlauf des Mühlbachs zugeführt.

Hockensberg – Für die Wandersalmoniden sei der Oberlauf besonders gut geeignet, erzählt Ralf Siemer vom Fischereiverein Wildeshausen. Der Bach sei durch seine Strömung sauerstoffreich und der Boden von Kies geprägt. Zudem gebe es auf beiden Seiten Bäume, die Schatten auf das Gewässer werfen. Dies sei besonders wichtig, damit der Bachlauf im Sommer nicht zu warm werde. „Das Tierwohl ist am wichtigsten“, so Siemer. Deshalb werden die Fische von großen grünen Plastikeimern aus ausgesetzt in die nach und nach Bachwasser gefüllt wird, um die Fische auf den neuen Lebensraum einzustellen. 12 000 weitere Lachse wurden so schon im Rahmen der Aktion in die Aue entlassen. Die insgesamt 18 000 Jungtiere kamen im Februar als Fischlaich im sogenannten „Augenpunktstadium“ aus Dänemark, erklärt Siemer.

Fische reisen bis in den Nordatlantik

In diesem sind die Fischaugen durch die Außenhaut der Eischale zwar erkennbar, die Eier sind jedoch an diesem Zeitpunkt am beständigsten. Die Kosten von 2 000 Euro wurden dabei aus dem Sponsoring-Programm „Wandersalmoniden“ des Vereins übernommen. In der eigenen Brutanlage wurden sie dann zu Jungtieren gebrütet. Die neuen Lachse im Mühlbach bleiben zunächst zwei Jahre im Bachlauf, erklärt Siemer. „In dieser Zeit färben sie sich silbern und anschließend wandern mit einer Größe von 15 bis 20 Zentimetern über die Hunte, die Weser und die Nordsee in den Nordatlantik.“ Dort bleiben sie weitere zwei Jahre und kehren dann zum Laichen in ihren Heimatbach zurück.

Entlassen die Fische in ihre neue Heimat: Ralf Siemer vom Fischereiverein Wildeshausen (v. l.), Ira Zylka Gewässerkoordinatorin der Hunte-Wasseracht, Marco Kuhn, Gewässerwart des Fischereivereins Wildeshausen und Gerrit Finke vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises.

Von den neu eingesetzen Lachsen schaffen es jedoch nur etwa ein bis drei Prozent, dieses Stadium zu erreichen. Das liege vor allem an den vielen Fressfeinden und an äußeren, menschgemachten Faktoren. „Der atlantische Lachs ist eigentlich eine heimische Tierart“, so Siemer. Durch die menschlichen Einflüsse auf die Natur sei er nur mit der Zeit ausgestorben.

„Ein fortwährender Fischbestand ist auf drei Säulen gebaut: Wasserqualität, viele passende Strukturen im Gewässer und die ökologische Durchlässigkeit des Bachs“, so Siemer. An dem letzten Punkt wurde in den vergangenen Jahren intensiv gearbeitet, um den Fischen einen Weg zurück in das Heimatgewässer zu ermöglichen. Der letzte große Knackpunkt der ökologischen Durchlässigkeit des Mühlbachs ist das Stauwerk an der Mühle auf Gut Altona.

Plan für Fischquerung

Eine Lösung für ein lange bekanntes Problem scheint in Sicht: Nach Angaben des Amts für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises Oldenburg soll nahe dem Hotel Gut Altona eine große Fischquerung entstehen. Ähnlich einer Fischtreppe sollen abgestufte, aneinandergereihte Becken angelegt werden, mithilfe derer die Fische den dortigen Höhenunterschied von vier Metern überwinden können. Dafür müsste die Wildeshauser Straße neu gekreuzt werden. Noch sei aber nicht klar, wer für Bau und Finanzierung zuständig sei, hieß es vonseiten des Landkreises. Seit Jahren war nach einer finanziell und ökologisch sinnvollen Lösung gesucht worden.

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