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„Hoffen, dass die Möwen wieder kommen“

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Von: Lara Terrasi

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Alles für die Lachmöwen: Vier Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Brettorfer Vereine ruderten mit einem Boot auf die Mittelinsel. Mehrere Motorsägen hatten sie dabei.
Alles für die Lachmöwen: Vier Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Brettorfer Vereine ruderten mit einem Boot auf die Mittelinsel. © AG Brettorfer Vereine

Brettorf – Es gilt als Wahrzeichen der Ortschaft Brettorf: das Lachmöwenschlatt. Ursprünglich war es ein offenes Gewässer mit einer Mittelinsel, auf der die Lachmöwen brüteten. Wie berichtet, ist es dort in den vergangenen Jahren vermehrt zum Aufwuchs von Gehölzen gekommen.

Aus diesem Grund war vor etwa zwei Wochen die Firma Haschke vor Ort, um unter anderem Weiden und Birken im südlichen Bereich zu entfernen. Die Maßnahme sollte ebenso dem Moorfrosch und Kammmolch zugutekommen. Die Arbeiten wurden von Mitarbeitern des Landkreises zum Schutz der Amphibien begleitet.

Vier Mitglieder mit Boot und Motorsägen vor Ort

Bianca Borchers von der Arbeitsgemeinschaft Brettorfer Vereine wohnt seit 2002 gegenüber dem Lachmöwenschlatt am Stedinger Weg und weiß daher, wie es sich in den vergangenen Jahren verändert hat: „Um die 150 Vögel konnte man anfangs noch beobachten.“ Mehr Gehölz und weniger Wasser führten dazu, dass die Lachmöwe dort immer seltener zu beobachten war. „Als in den vergangenen Jahren diese Dürre herrschte, war auch kein Wasser um die Insel. Das war richtig ausgedürrt und dann blieben natürlich auch die Möwen weg.“

Damit sich in Zukunft die Vögel wieder am Schlatt niederlassen, war Borchers zusammen mit drei weiteren AG-Mitgliedern kürzlich dort, um Pflegearbeiten auf der Mittelinsel vorzunehmen. Auch hier haben sich laut Kreisverwaltung Gehölze ausgebreitet. Vermutlich aus diesem Grund hatten sich in den vergangenen Jahren keine Lachmöwen mehr zum Brüten angesiedelt.

Mit im Gepäck hatten die Mitglieder mehrere Motorsägen und ein Boot: „Das liegt bei uns in der Scheune. Es wurde der AG damals zur Verfügung gestellt und damit konnten wir zur Mittelinsel fahren“, sagt Borchers, die seit etwa drei oder vier Jahren bei der Arbeitsgemeinschaft ist. Ein Mitglied habe die Sägen mitgebracht.

Auf der etwa 28 Quadratmeter großen Insel hat die Gruppe unter anderem Büsche abgesägt und sie von Gestrüpp befreit. Das Gehölz brachten sie mit dem Boot zurück zum Ufer. „Wir sind dreimal hin- und hergefahren“, so die Brettorferin. „Um 14 Uhr haben wir uns getroffen und gegen 18 Uhr waren wir mit allem fertig.“

Insel ist etwa 28 Quadratmeter groß

Von Leuten, die dort früher mal wohnten, weiß sie, wie das Lachmöwenschlatt einst ausgesehen hat. „Bis zu 350 Vogelpaare sollen hier gewesen sein.“ Weiter sagt sie: „Damals war umzu kein Baum, das war alles kahl und die Kühe liefen hier. Das ist aber Jahrzehnte her.“ Zudem sei die Insel größer gewesen. „Sie wurde immer kleiner und zugewachsener.“

Seit einigen Jahren habe sie dort weniger Vögel gesehen. Sonst konnte sie Anfang März immer ein paar Möwen beim Gewässer beobachten. Nach und nach seien mehr dazu gekommen. „Das war um den 4. März herum. Man konnte echt die Uhr danach stellen“, berichtet sie. Das Kreischen der Tiere habe sie dann hören können. „Dann sind sie nicht mehr geblieben und haben nicht mehr gebrütet.“

Auch der Wasserstand ist niedriger geworden. „Um die Insel umzu ist er um die 40 Zentimeter hoch und in der Fahrrinne etwa 70.“ Mit einem Stab hätten sie es nachgemessen. „Wir hoffen durch die Aktion, dass die Lachmöwen wieder kommen“, sagt Borchers.

Wie berichtet, gehört das Schlatt, das sich nördlich von Brettorf befindet, seit 1978 dem Landkreis Oldenburg. Der hatte die 3,6 Hektar große Fläche (einschließlich des Grünlands) für 59 592,40 Mark gekauft. Damals war es ein Naturschutzgebiet, das im Jahr 2002 schließlich zum Naturdenkmal umgewandelt wurde.  

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