Kunsthaus zeigt „Zwischenbericht“

Galerie und Atelier in einem: Gut vier Monate lang war der großzügige Ausstellungsraum geschlossen.
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Galerie und Atelier in einem: Gut vier Monate lang war der großzügige Ausstellungsraum geschlossen.
  • Katia Backhaus
    vonKatia Backhaus
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Die zeitweise Schließung ihres Kunsthauses in Dötlingen hat Julia Neulinger-Kahl auch kreativ in eine Zwangspause versetzt. Wochenlang sei sie nicht in der Lage gewesen, etwas zu malen, erzählt sie. Nun sind Galerie und Atelier wieder geöffnet – zu sehen ist die Ausstellung „Zwischenbericht“.

Dötlingen – Einen hellen und fröhlichen Eindruck macht das Dötlinger Kunsthaus, das seit einer Woche wieder geöffnet ist. Vor vier Monaten, als Julia Neulinger-Kahl den Raum, der ihr als Atelier und Galerie zugleich dient, coronabedingt schließen musste, war ihre Stimmung eine ganz andere. „In der Anfangszeit konnte ich gar nichts machen“, erinnert sich die 46-Jährige an den Beginn der Pandemie. „Ich habe bestimmt acht Wochen lang nur aufgeräumt.“ Auch die Wände seien leer gewesen, weil sie eine Ausstellung in Hameln im Weserbergland gehabt habe. „Meditatives Kramen und Räumen“, so beschreibt die Dötlingerin diese Wochen im Rückblick.

Inzwischen, das fällt sofort auf, hat sich nicht nur im Kunsthaus etwas verändert. „Es sind unglaublich viele Radfahrer unterwegs“, beobachtet Neulinger-Kahl. Und seitdem sie wieder geöffnet habe, kämen viele Menschen vorbei, die häufig auch das Gespräch suchten. „Die Leute haben gute Laune. Ich glaube, ein Tapetenwechsel ist ganz wichtig im Moment.“ Mit der langsam allgemein wieder einkehrenden Normalität kehre auch ihre Lust zu malen zurück. „Ich habe jetzt wieder eine abstrakte Phase“, erklärt die Dötlingerin. „Man hat viel Dampf im Moment, es ist viel, was ich rauslasse.“ Dafür sei viel Farbe nötig – auch in grellen Tönen. „Es muss wieder etwas Lebendiges zu sehen sein“, findet Neulinger-Kahl.

An den Wänden des Kunsthauses sind allerdings nicht nur aktuelle Werke, sondern auch ältere Stücke zu sehen. Doch nicht alles, was unbekannt ist, ist neu: Manche Bilder sind der 46-Jährigen zufolge auch noch gar nicht gezeigt worden. Die Ausstellung trägt den Titel „Zwischenbericht“ und soll eine Art Rückschau auf die fünf Jahre sein, in denen die Galerie besteht. Dabei soll durchaus auch die Weiterentwicklung ihrer Arbeit zu sehen sein. „Ich finde es nicht schlimm, das zu zeigen“, sagt die 46-Jährige.

Auch wenn das Kunsthaus inzwischen wieder regelmäßig geöffnet hat, ist noch nicht alles so, wie es vor der Coronakrise war. Neulinger-Kahl hat zuvor Malkurse, unter anderem für Kinder, angeboten. Diese seien weiterhin pausiert, erklärt sie. Denn sie könne sich nicht vorstellen, mit Abstand und Maske mit den Mädchen und Jungen im Atelier zu sitzen. Zunächst sei das Angebot bis zum Ende der Ferien ausgesetzt.

Öffnungszeiten & Infos

Das Dötlinger Kunsthaus am Dorfring 12 hat montags bis mittwochs von 10 bis 15.30 Uhr, donnerstags von 15 bis 19 Uhr, freitags von 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Weitere Infos unter www.kunsthaus-doetlingen.de oder unter Telefon 04433/9699622.

Von Katia Backhaus

Viel Farbe ist im Moment genau das Richtige, findet Julia Neulinger-Kahl.

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