Dötlingen-Stiftung präsentiert Vorentwurf öffentlich

Kulturpavillon erntet viel Lob, aber auch Kritik

Stellten das Modell der geplanten „Begegnungsstätte für Jung und Alt“ vor: Bürgermeister Ralf Spille (von links) sowie Walter Ulrich, Manfred Tabken, Gerti Essing, Eckehard Hautau, Thea Freiberg und Harald Meyer von der Dötlingen-Stiftung. - Foto: Nosthoff
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Stellten das Modell der geplanten „Begegnungsstätte für Jung und Alt“ vor: Bürgermeister Ralf Spille (von links) sowie Walter Ulrich, Manfred Tabken, Gerti Essing, Eckehard Hautau, Thea Freiberg und Harald Meyer von der Dötlingen-Stiftung. 

Dötlingen - Rund 70 Interessierte folgten am Mittwochabend der Einladung der Dötlingen-Stiftung in den Dötlinger Hof, um sich über den Vorentwurf für die von der Stiftung angeregte „Begegnungsstätte für Jung und Alt“ – den Kulturpavillon – zu informieren. Das Gebäude soll durch die 1,5-Millionen-Euro-Spende von Detlef Knechtel realisiert werden.

Die Meinungen der Bürger gingen nach der Präsentation auseinander. Viele erklärten, dem Projekt positiv gegenüber zu stehen. Doch es gab auch Kritik: Einerseits monierte man, dass die Stiftung die Öffentlichkeit erst so spät mit einbezogen habe, andererseits, dass es auf einige Detailfragen keine Antworten gab. Verschiedene Bürger gaben noch weitere Kritikpunkte an: Ob ein Neubau gerechtfertigt sei, wo es doch so viele „tote Räume“ gebe – unter anderem leer stehende Bauernhöfe und das ehemalige Polizeisportheim. Weiterhin wurde gefragt, warum die Stiftung für Veranstaltungen nicht mit den vorhandenen Sälen der örtlichen Gastronomie zusammenarbeite. Einigen gefallen zudem die möglichen Standorte wegen der Nähe zum Friedhof nicht.

Harald Meyer, Vorsitzender des Beirats der Stiftung, hatte das als „Multifunktionsgebäude“ geplante Bauprojekt vorgestellt. Fünf rechteckige „Kabinette“ sollen durch Glaswände miteinander verbunden werden. Im Innern soll der Pavillon rund 100 Sitzplätze plus weitere mögliche Stehplätze bieten. Auch eine Hebebühne ist geplant, die im Boden versenkt werden kann. Die Kabinette könnten vielfältigen Nutzungen zugeführt werden. Eines ist unter anderem für Fahrstuhl und Behinderten-WC verplant, denn die Begegnungsstätte soll voll unterkellert werden, um Platz für ein brandgeschütztes und einbruchsicheres Archiv sowie für ein Lager zu bieten.

„Denkbar wäre, dass der Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest ein Büro in einem der Kabinette aufmacht“, stellte Meyer eine weitere Idee vor. Die drei übrigen Kabinette könnten für Dauer- oder wechselnde Ausstellungen genutzt werden. „Dann könnte die Dötlingen-Stiftung endlich ihre Bilder und Kunstobjekte zeigen. Vor allem die Landschaftsmalerei aus der Zeit der Jahrhundertwende, durch die Dötlingen berühmt geworden ist, die aber bisher nirgendwo gezeigt wird“, freute sich Künstlerin Anne Hollmann.

„Digitale Technik wollen wir dabei auf jeden Fall einbringen – denn wir wollen verstärkt auch die Jugend ansprechen“, ergänzte Meyer. Der Durchmesser des Gebäudes würde etwa 20 Meter betragen. Die Form sei bei der Planung durch das Architektenbüro einem Dorfplatz mit umliegenden Häusern nachempfunden worden.

Touristisches Alleinstellungsmerkmal

„Mit einem Saal dieser Größenordnung könnten wir Künstler aus verschiedensten kulturellen Bereichen nach Dötlingen holen, die ein viel breiteres Publikum ansprechen als unsere Kultur-Pur-Veranstaltungen, die auf ein Publikum von 50 Gästen beschränkt sind“, betonte Meyer. Er erklärte, jegliche Kosten übernehme die Stiftung als Bauherr und Eigentümer. „Nach einem Jahr trägt sich das Konzept von alleine“, sagte er.

Viele lobten die Pläne als lokal, aber auch touristisch wirksames Alleinstellungsmerkmal mit Potenzial für ein „Dorf der Zukunft“. So sieht die Nutzung vor allem auch Kunst- und Kulturveranstaltungen für Schüler, Mal- und Lesewettbewerbe, Kinder- und Jugendtheater sowie eine Kooperation mit der „sehr interessierten Kreisjugendmusikschule“ vor. Auch weitere Nutzungen durch Vereine, für Workshops, Trauungen und sogar ein Touristenbüro oder Infopoint seien möglich, führte Meyer weiter aus.

Der Gemeinderat hatte nach intensiven Beratungen die mögliche Bereitstellung eines Grundstückes durch die Kommune in Aussicht gestellt. Die noch nicht geklärte Standortfrage habe jedoch zu „hitzigen Diskussionen“ im Rat geführt, berichtete Bürgermeister Ralf Spille. Der Landkreis Oldenburg hat lediglich zwei Möglichkeiten ausgewiesen: eine Fläche auf dem Ausweichparkplatz, wodurch 20 bis 30 der insgesamt 150 – lediglich während der Gartenkultour genutzten – Stellplätze verloren gehen würden, und ein Areal auf der Dorfwiese. Die örtliche Nabu-Gruppe mahnte an, die Standortfrage transparent zu behandeln und nicht an die als Ausgleichsflächen angelegten Bereiche Dorfgarten und Obstwiese zu gehen. 

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