SERIE „GALERIE.4“

Künstlerin Kerstin Kramer: „Mehr Ideen als Zeit“

Eine Frau steht vor einem Haus und hält ein Bild in der Hand
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„Still und starr ruht der See“ heißt Kerstin Kramers Gemälde, das sie unter anderem in der „Galerie.4“ im Dötlinger Heuerhaus ausstellt.

Dötlingen – „Schon als Kind waren es immer lieber Stifte als Puppen“, erzählt Kerstin Kramer. Sie ist eine von zehn Kunstschaffenden, die ihre Werke in der „Galerie.4“ im Heuerhaus in Dötlingen ausstellen.

„Das ist das erste Mal, dass ich mich an einer Produzentengalerie beteilige“, so die 54-Jährige, die in Friesoythe lebt. Kramer ist Malerin, Bildhauerin und Collagistin. „Anne Hollmann kenne ich seit drei oder vier Jahren. Sie, Gertje Kollmann und ich haben schon öfter Projekte zusammen gemacht“, erzählt sie. Einen kleinen Teil ihrer neuen Galerie-Mitstreiter kennt sie also bereits.

Sie berichtet, dass sie schon immer künstlerisch gearbeitet habe. „Die Formate wurden größer und Platz musste her“, sagt Kramer und lacht. So kam es, dass sie 2004 ein Atelier in Oldenburg bezogen hat. „Wir sind zu viert im Haus der Photodose.“ Das gemeinsame Atelier heißt „Die Kunstdose“.

Ihr größtes Werk ist 1,10 mal zwei Meter groß. „Das ist bis jetzt das Maximum, aber jetzt wird’s größer. Das ist zumindest der Plan.“ Kramer berichtet, dass sie erzählerisch arbeite. „Ich erzähle Geschichten, die ich im Alltag erlebe. Mit großen Augen und Ohren laufe ich durch die Welt“, so die Künstlerin.

Kramer hat schon mal in Dötlingen ausgestellt

Im Herbst 2020 erhielt sie den Anruf von Anne Hollmann. „Sie fragte mich: Hast du nicht Lust, bei der Produzentengalerie mitzumachen?“, erinnert sich Kramer. Sie musste erst überlegen. „Es wären dann drei verschiedene Standorte: Friesoythe, Oldenburg und Dötlingen.“ Letztendlich hat sie aber zugesagt.

„Es ist total interessant, weil es viele verschiedene Stilrichtungen wie florale Dinge, informelle Dinge und Fotografien sind. Das ergänzt sich ganz gut“, findet sie. „Wir sind ein neu zusammengewürfelter Haufen, was auch spannend ist“, sagt Kramer.

Das Golddorf ist ihr nicht ganz fremd. „Ich habe hier vor vielen Jahren mal ausgestellt“ – 2013 im Heuerhaus und 2018 in der Müller-vom-Siel-Kate. „Ich kenne Dötlingen also ein bisschen.“ Sie ergänzt: „Es ist eine tolle Atmosphäre. Leider haben wir noch nicht viele Besucher gehabt, aber sie sind sehr interessiert. Sie sind Kunst ja auch seit vielen Jahren gewohnt.“

Elf Werke von Kerstin Kramer hängen im „Lila Salon“.

Kramers elf Werke sind bereits im „Lila Salon“, wie sie den Raum des reetgedeckten Gebäudes nennt, zu sehen. Ein Objekt, das sie aus Stahldraht und Bindfaden gefertigt hat, hängt von der Decke. Wenn die Galerie wieder regulär öffnen darf, möchte sie weitere Arbeiten aus Kalk- und Sandsteinen präsentieren.

Die Wände seien schon vorher Lila gewesen. Das passe aus ihrer Sicht auch ganz gut. „Das ist eine Farbe, die ich häufig in Bildern verwende.“ Eines ihrer Gemälde, das besonders ins Auge sticht, trägt den Titel „Still und starr ruht der See“. Ein pinkfarbener See nimmt den Großteil des Werkes ein. Er ist von einer Wiese und Bäumen umgeben. Im Hintergrund sind mehrere Spaziergänger zu sehen.

Die Kunst im Haus soll rotieren. Heißt: Die Objekte werden nach einer gewissen Zeit in einem anderen Raum platziert. „Es ist super spannend, die Werke auf den anderen Wandfarben zu sehen“, findet Kramer. Das Zimmer, das Gertje und Arno Kollmann für ihre Fotografien und Bilder nutzen, ist beispielsweise in Rot gestrichen.

„Ich habe jetzt mehr Zeit für die Kunst“

Hauptberuflich arbeitet Kramer als Architektin. „Von der Kunst kann ich leider nicht leben.“ Ursprünglich wollte sie Kunst studieren, entschied sich dann aber doch für Architektur. „Corona ist mir entgegengekommen. Ich hab jetzt mehr Zeit für die Kunst.“

Für ihre Werke nimmt sie Acrylfarben. „Ich male relativ schnell und impulsiv.“ Für Ölfarben sei sie zu ungeduldig, verrät sie. „Da muss man immer so lange warten.“ Die gebürtige Friesoytherin erzählt, dass sie an mehreren Werken gleichzeitig arbeite. „Ich nehme mir auch Urlaub dafür. Ich fahre dann ins Atelier und male. Da habe ich meinen Freiraum, da entsteht auch die Kreativität.“ Ideen gingen ihr nie aus. „Ich habe mehr Ideen als Zeit“, so die 54-Jährige.

Sie male überwiegend figürlich und abstrahierte Personen, „nicht fotorealistisch. Die Personen sind in bestimmten Situationen, sie machen gerade irgendwas.“ In ihren Gemälden finden sich fast immer Figuren. „Ich brauche immer Menschen“, sagt sie. „Wenn ich ein Zelt male, dann bin ich mir sicher, da sind Menschen drin“, erzählt Kramer und lacht.

Serie „Galerie.4“

Zehn Kunstschaffende haben sich zusammengetan, um die „Galerie.4“ im Dötlinger Heuerhaus zu betreiben. Sie wollen dort ihre Arbeiten ausstellen und verkaufen. Alle acht Wochen soll es einen Wechsel der gezeigten Werke geben. In einer Serie stellt die Wildeshauser Zeitung die beteiligten Künstler vor. 

Teil 1: Niederländisches Künstlerpaar macht bei Dötlinger Galerie mit

Teil 2: Ebke Bühring präsentiert Schmuck zwischen Kunst und Handwerk

Teil 3: Gertje und Arno Kollmann präsentieren Fotografien 

Teil 4: Margret und Wolf Ewert zeigen Kunsthandwerk aus Ton

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