Ausschuss bringt neues Prämienmodell für das Energiesparprojekt auf den Weg 

Künftig wird vor allem Aktivität belohnt

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Neben einem Basisbetrag gibt es für die beteiligten Schulen und Kitas künftig bis zu zwei Zusatzprämien im Jahr für Aktivitäten, zum Beispiel für die Teilnahme am Klimaschutzaktionstag, wie hier im Kindergarten „Dötlinger Strolche“.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Seit gut sechs Jahren besteht zwischen der Gemeinde Dötlingen und dem Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen ein Vertrag zur Umsetzung des Energiesparprojektes an den Grundschulen und Kindergärten. 420 Tonnen CO2 und 34 .782 Euro wurden seitdem eingespart. Dafür wurden die fünf Einrichtungen belohnt. Sie erhielten eine Prämie. Diese soll sich künftig nicht mehr nach der reinen Beteiligung, sondern auch nach den realisierten Aktionen richten. Dafür sprach sich der Umwelt- und Energieausschuss während seiner Sitzung vor allem aus Gründen der Gerechtigkeit einstimmig aus.

Das neue Modell sieht eine Basisprämie von 300 Euro pro Einrichtung vor, sofern die Kindern wie bisher vom RUZ geschult werden. Durch Aktivitäten wie der Teilnahme am Klimaschutz-Aktionstag oder der Organisation eines nachhaltigen Frühstücks können sich die Schulen und Kitas zudem bis zu zwei Zusatzprämien in Höhe von jeweils 150 Euro sichern, sodass jede Einrichtung bis zu 600 Euro erhalten kann. Bei zwei Schulen und drei beteiligten Kitas entspricht dies einer Summe von jährlich 3 .000 Euro. Dieser Betrag ähnelt dem der Vorjahre, ist aber fairer verteilt. Denn Einrichtungen in moderneren Gebäuden waren bislang benachteiligt, da sie – egal wie engagiert – einfach weniger Energie einsparen können als diejenigen in älteren Liegenschaften. Nun soll die pädagogische Tätigkeit belohnt werden.

Angemessenere Honorierung

Mit dem neuen Prämiensystem werde zudem die Arbeit des RUZ angemessener honoriert, hieß es. Bislang erhielt die Bildungseinrichtung in Trägerschaft des Landkreises Oldenburg sowie der Stadt Delmenhorst 30 Prozent der finanziellen Energieeinsparungen, was jährlich rund 2. 130 Euro entspricht. Wie Bürgermeister Ralf Spille bestätigte, sei der Verwaltung schon länger bekannt, dass dieses Honorar bei Weitem nicht ausreichend ist und andere Kommune, die ebenfalls an dem Energiesparprogramm beteiligt sind, mehr zahlen. Dötlingen möchte nun nachziehen. Stimmt auch der Rat zu, erhält das RUZ künftig jährlich 6. 000 Euro nach folgender Staffelung: 2 500 Euro für die Schulung der Einrichtungen, 500 Euro für die Begleitung von mindestens einem Aktionstag sowie 3. 000 Euro für das Energiecontrolling.

Letzteres ist übrigens Auslöser für die Überarbeitung und Anpassung. Um die Einsparungen in den jeweiligen Einrichtungen zu ermitteln, erfassen die Hausmeister monatlich die Energieverbräuche. Diese Daten (Wärme, Strom und Wasser) werden vom RUZ analysiert und mit dem festgelegten Referenzwert verglichen. „Ausreißer“ sowie deren Ursache, beispielsweise ein Leck in der Wasserleitung oder laufende PCs während der Sommerferien, können so schnell entdeckt und behoben werden. Das Problem: Die Referenzwerte stammen aus den Jahren 2007 bis 2009 und sind dementsprechend veraltet. Denn zwischenzeitlich gab es nicht nur eine Reihe an verhaltensorientierten pädagogischen Schulungen, sondern auch viele energetische Sanierungsmaßnahmen an den einzelnen Gebäuden.

Die Referenzzeiträume sollen nun angepasst werden, künftig zählt der Vorjahreswert. Zwangsläufig reduziert sich dadurch die Energieeinsparung und damit auch die Prämie nach dem alten System. Das neue Modell, das unabhängig vom Controlling ist, soll verhindern, dass das Engagement in den Einrichtungen nachlässt. „Abgesehen davon, war das bisherige Abrechnungssystem auch äußerst aufwendig“, ergänzte Klimaschutzmanager Lars Gremlowski.

Bei 6. 000 Euro für das RUZ und 3. 000 Euro für die Schulen und Kitas, die die Gemeinde an Haushaltsmitteln jährlich bereitstellen muss, kam allerdings die Frage auf, ob die Ausgaben nicht irgendwann die eingesparten Energiekosten übersteigen. Da der Vertrag mit dem RUZ aber nicht unkündbar ist, sprach sich der Umwelt- und Energieausschuss dafür aus, das Projekt im Auge zu behalten – zumal die energetische Schulung des Nachwuchses durchaus sinnvoll sei.

Bürgermeister Spille regte zudem an, die Sporthallen in der Gemeinde komplett ins Controlling aufzunehmen und deren Nutzer für das Thema zu sensibilisieren. Denn dort gebe es in Sachen Energieeinsparung noch Luft nach oben.

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