Kreisverein möchte mit neuen Projekten für den Wert der Biene werben

Imker schwärmen aus

+
In der Gemeinde Dötlingen lockten die Blühflächen in diesem Jahr zahlreiche Tiere an. Archivfoto: Schneider

Klattenhof/Landkreis - Von Tanja Schneider. Mit der Intensivierung ihrer Aktivitäten sowie neuen Projekten möchten die Mitglieder des Kreisimkervereins Oldenburg nun verstärkt auf den Wert der Biene, die Gefährdung dieses drittwichtigsten Nutztieres sowie die Bedeutung der Imkerei aufmerksam machen.

Während eines Treffens in Klattenhof stellten der Vorsitzende Peter Franz, seine Stellvertreterin Britt Franz, der Klattenhofer Götz Neuber, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Imkerverein Hatten und Umgebung, sowie der Weher Heino Hollmann vom Imkerverein Wildeshausen die Pläne und Ziele vor.

„Der Wert und die Gefährdung der Biene sind in den vergangenen Jahren zunehmend ins Gespräch gekommen. Allerdings ist der Rückhalt in der Gesellschaft noch nicht ausreichend, um dem Bienensterben zu begegnen“, erläuterte Neuber. Die Imker wollen deshalb vermehrt auf Aufklärung setzen und in diesem Zuge nicht nur ihre Vortragsarbeit intensivieren, sondern auch die Ausbildung der eigenen Mitglieder. „Denn Imker sollten sich im Kampf gegen das Bienensterben nicht ausschließlich auf die Ursachenforschung verlassen“, so Neuber. Es gelte, auch selbst Maßnahmen zu entwickeln. Ein wesentlicher Punkt sei die Öffentlichkeitsarbeit. Denn nur wer informiert ist, könne auch handeln.

Aktionen wie beispielsweise die Beteiligung an der Dötlinger Gartenkultour in den Jahren 2012 und 2013 hätten gezeigt, wie wichtig die Darstellung der Imker ist. „Damals sind alle Dämme gebrochen. Wir konnten plötzlich eine vierstellige Personenzahl erreichen“, erinnerte Neuber. Ebenfalls auf gute Resonanz seien die Blühstreifen und -flächen in der Gemeinde Dötlingen gestoßen. Auf gut 7,5 Hektar waren in diesem Jahr unterschiedliche Saatmischungen eingebracht worden. „Das sorgte nicht nur optisch für Vielfalt, sondern hatte auch einen ökologischen Nutzen. Ich gehe davon aus, dass dieses Projekt fortgeführt wird“, so Neuber, der dem Arbeitskreis „Blühflächen“ angehört.

Dieser könnte demnächst auch über eine weitere Idee des Kreisimkervereins beraten. Denn dieser möchte den Gemeinden unter dem Motto „Unser Landkreis soll erblühen“ Bienenweidegehölze als nachhaltige Trachtfließbänder schmackhaft machen. Als Ergänzung zu den Blühflächen, die stets wieder nach- oder neu angesät werden müssen, könnten Wallhecken oder andere Gehölze angepflanzt werden. Wo bereits welche vorhanden sind, soll auf einen kleinteiligen, über mehrere Jahre gestaffelten Schnitt hingearbeitet werden. „Man könnte zum Beispiel 50 Meter Hecke auf Stock setzen, die folgenden 50 Meter stehen lassen und so kontinuierlich im Wechsel weiterarbeiten“, erläuterten die Imker. Sobald die geschnittenen Teilstrecken ausreichend Blüten gebildet haben, könnten sie bislang verschonten Abschnitte bearbeitet werden. Damit erreiche man flächendeckend einen zeitlich ununterbrochenen Erhalt von Bienenweiden sowie Nahrungs- und Nistbiotope. In der Gemeinde Dötlingen wird dies laut Neuber zum Teil schon gemacht.

Ein wesentlicher Bestandteil des Projektes sei es, bestehende Gehölze so zu ergänzen, dass sie Früh-, Mittel- und Spätblüher enthalten. „Die Mischung der Arten muss dabei so strukturiert sein, dass beim gestaffelten Schnitt die Eigenschaft als Trachtfließband nicht gestört wird“, informierten die Imker. Zur Umsetzung des Projektes, für das auch Leader-Mittel beantragt werden könnten, sollten nach Möglichkeit auch Vertreter aus der Landwirtschaft, der Jägerschaft, dem Naturschutz, der Forstverwaltung sowie der landschaftsgärtnerischen Branche mit ins Boot geholt werden. Wie der Kreisimkerverein mitteilte, habe er die Informationen zu dem Projekt bereits Kommunen zukommen lassen. „Dötlingen und Hatten sind zumindest interessiert“, sagte Neuber. „Wir hoffen, dass viele Gemeinden dem Vorschlag folgen.“

Beteiligen möchte sich der Kreisimkerverein auch an der vom Kreislandvolk geplanten Fahrradroute durch den Landkreis. Der Rundweg, der ebenfalls ein „Leader“-Projekt werden könnte, soll zu landwirtschaftlichen Betrieben führen, aber auch Gärten, Felder und Obstwiesen als Haltepunkte beinhalten. „Und wir haben großes Interesse daran, dass auch Imkereien integriert werden“, sagte Neuber.

Insgesamt setzen die Imker bei ihren Aktivitäten auf Kooperationen – sei es mit den Rotariern im Wildeshauser Arboretum oder mit den Jägern beim Anlegen von Blühflächen. Auch die Zusammenarbeit der Imkergruppen funktioniere – und das nicht nur innerhalb des Kreisvereines, dem die Imker aus Hatten und Umgebung, Wildeshausen und Oldenburg mit insgesamt rund 300 Mitgliedern angehören. „Die Tendenz ist übrigens steigend – ebenso wie die Frauenquote“, freute sich Britt Franz.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Israel nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest

Israel nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest

Württemberg-Cup in Ristedt

Württemberg-Cup in Ristedt

Jahrestag des Münchner Amoklaufs: "Ins Mark getroffen"

Jahrestag des Münchner Amoklaufs: "Ins Mark getroffen"

Bilder: Deutsche Frauen holen Sieg gegen Italien

Bilder: Deutsche Frauen holen Sieg gegen Italien

Meistgelesene Artikel

Motorradfahrer verliert bei riskantem Überholmanöver auf der A1 Kontrolle 

Motorradfahrer verliert bei riskantem Überholmanöver auf der A1 Kontrolle 

18-Jähriger im Alfsee bei Bramsche ertrunken

18-Jähriger im Alfsee bei Bramsche ertrunken

Ein Kneipenviertel am Stellmacherplatz?

Ein Kneipenviertel am Stellmacherplatz?

Urteil gegen Disco-Türsteher rechtskräftig

Urteil gegen Disco-Türsteher rechtskräftig

Kommentare