Umweltausschuss hofft auf Lösungsansatz

Landkreis findet Buchenreihe in Hockensberg erhaltenswert

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Eva-Maria Langfermann, Leiterin des Amtes für Naturschutz sowie Landschaftspflege (l.) , informierte im Rahmen eines Ortstermins, der eine Stunde vor der Sitzung des Fachausschusses des Landkreises über die Bühne ging, über die Problematik in Hockensberg.

Hockensberg - Von Lea Oetjen. Die erhoffte Entscheidung über die Zukunft der Buchenreihe an der Iserloyer Straße in Hockensberg ist in der Sitzung des Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschusses des Landkreises Oldenburg am Dienstagabend ausgeblieben.

Schon beim Ortstermin am Nachmittag hatte sich abgezeichnet, dass die Politik dem Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht folgen wird. Letztlich entschied sich das Gremium zwar dafür, Abstand von der Ausweisung der Buchenreihe als Naturdenkmal zu nehmen. Jedoch schätzte es die Allee als unbedingt erhaltenswert ein.

Die Fraktionen beauftragen damit den Landkreis, Gespräche mit der Gemeinde Dötlingen aufzunehmen, um Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten, damit die langfristige Erhaltung gewährleistet ist. Des Weiteren forderten die Kreistagsabgeordneten, dass die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit in einer der nächsten Fachausschusssitzungen vorgestellt werden sollen.

Dem Beschlussvorschlag vorangegangen waren hitzige Diskussionen, die auf „sachliche und emotionale Gründe“ zurückzuführen sind, wie Michael Feiner (FDP) erörterte. Insbesondere die Fraktionen der SPD und von Bündnis90/Die Grünen setzten sich für den Erhalt der Buchenreihe ein. „Es ist egal, ob dies als Naturdenkmal geschieht oder nicht“, betonte Reinhold Schütte (Grünen). Heike Burghardt (SPD) forderte, dass der Fachausschuss mehr als nur die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten sollte.

Patrick Scheelje (AfD) war der Meinung, dass der Kreis zu sehr in das Recht der Gemeinde Dötlingen eingreife. Er schlug vor, die Problematik an die Kommune zurückzugeben. Für diese Aussage erntete er seitens seiner Kreistagskollegen nur hämisches Lachen. Andrea Oefler (SPD) appellierte, dieses schwierige Thema nicht weiter von sich zu schieben. Die Sozialdemokratin erarbeitete daraufhin mit Eva-Maria Langfermann, Leiterin des Amtes für Naturschutz sowie Landschaftspflege, und Carola Becker, die als beratendes Mitglied agiert, den Beschlussvorschlag, der bei allen Fraktionen auf große Zustimmung traf.

Eindruck vor Ort verschafft

Vor der Ausschusssitzung machten sich die Kreistagsabgeordneten ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten. Auch Marcus Martens, Vorsitzender des Heimatvereins Hockensberg, nutzte den Termin, um von dem Gutachten zu berichten, das er am Ende der Sitzung im Oktober angekündigt hatte (wir berichteten). Dieses kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die Bäume in einem allgemein sehr guten Zustand und erhaltenswert sind.

Auch die Verkehrssicherheit ist kein Problem, so Martens. „Eine unnötige Beschädigung und Verletzung stellt lediglich das maschinelle Ausschaben des Grabens dar“, heißt es in dem Gutachten vom Gehölzsachverständigenbüro Helmut Titscha, das unserer Zeitung vorliegt. Trotz aller Auffälligkeiten mache die Buchenreihe einen stand- und bruchsicheren Eindruck. „Es ist zu wünschen, dass zukünftig pfleglicher mit den Bäumen umgegangen wird, wenn wieder einmal der Graben gelotet oder das Gras gemäht werden muss – und das gilt natürlich für alle Bäume an diesem Straßenabschnitt“, schließt das Gutachten.

Bereits während des Termins in Hockensberg entflammten immer wieder Diskussionen – zum Beispiel über Alternativen. Der Ausschussvorsitzende Günter Westermann hatte immer wieder viel Mühe damit, die verschiedenen Fraktionen, Vertreter des Naturschutzbundes, Anwohner und sonstige Interessierte ruhig zu stellen.

Am Montag, 10. Dezember, berät der Kreisausschuss über die Thematik. Der Kreistag beschäftigt sich am Dienstag, 18. Dezember, damit.

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