Kreative Ideen für weniger Plastikmüll

Im Kühlschrank der Dötlinger Sarah und Dirk Orth (hier mit Lucia) findet sich viel Glas und wenig Plastik. Die Familie will auf solche Verpackungen verzichten. Foto: Schneider

Bei der „Gelben-Sack-Challenge“ des Landkreises Oldenburg geht es noch bis zum 30. November um die Reduzierung von Plastikmüll. Die Teilnehmer dokumentieren ihre Ideen zur Abfallvermeidung und können am Ende einen Preis gewinnen. Mit dabei ist auch die Familie Orth aus Dötlingen.

VON TANJA SCHNEIDER

Dötlingen – Der Blick in den Kühlschrank der Familie Orth offenbart: Auf Plastikverpackungen wird hier möglichst verzichtet. Säfte, Ketchup, Joghurt – alles befindet sich in Gläsern. „Und trotzdem haben wir am Samstag zwei gelbe Säcke zur Abholung an die Straße gestellt“, erzählt Sarah Orth. Gemeinsam mit Mann Dirk, den Töchtern Carlotta (fünf Jahre) und Lucia (acht Monate) sowie Hund Carlos lebt sie in Dötlingen und beteiligt sich an der „Gelben-Sack-Challenge“ des Landkreises Oldenburg, die am 30. Oktober gestartet ist und noch bis zum 30. November läuft. Warum? „Weil es genau mein Ding ist“, sagt Orth. Schon als Grundschülerin habe sie ein Referat über Müllvermeidung gehalten. Fünf Jahre lang saß sie für die Grünen im Gemeinderat, wo nun ihr Mann Dirk die Partei vertritt. „Und grüner geht es ja fast gar nicht“, meint die Dötlingerin angesichts des Wettbewerbsthemas.

Etwa alle zwei Wochen werden in der Kommune die gelben Säcke abgeholt. „Wir haben immer zwischen einem und zwei“, berichtet Orth. Künftig möchte es die Familie bei einem gelben Sack belassen – gar nicht so einfach mit zwei kleinen Kindern und einem Hund. „Carlos bekommt so gut wie kein Nassfutter, aber auch das Trockenfutter ist in beschichteten Säcken“, erzählt sie. Während hier kaum Einsparmöglichkeiten bestehen, sieht es in anderen Bereichen schon besser aus. „Wir können natürlich noch konsequenter Milch, Joghurt, Sahne und andere Lebensmittel in Gläsern kaufen“, sagt Orth. „Ärgerlich ist natürlich, dass diese teurer sind.“ Plastiktüten sind bei Orth ohnehin längst passé, zur Fleischtheke nimmt sie ihre eigene Box mit und für Brötchen ein Körbchen oder ähnliches. „Denn viele Papiertüten haben leider ein Sichtfenster aus Plastik“, erklärt sie.

Ihre Challenge-Teilnahme dokumentieren Orths in Form von Tipps. „Wie bei einem Adventskalender gibt es täglich einen neuen“, so die Dötlingerin. Zum einen veröffentlicht sie sie in ihrem WhatsApp-Status. „Dadurch erreiche ich um die 60 bis 70 Bekannte“, sagt sie. Zum anderen erscheinen sie auch auf der Facebook-Seite ihres Mannes, der sein Profil zu diesem Zweck nun von privat auf öffentlich gestellt hat. In der ersten Woche ging es hauptsächlich um Lebensmittelverpackungen. 

„Es folgen die Themen Körperpflege, Haushalt/Reinigung und vielleicht noch Hinweise rund um die Kleidung“, verrät Sarah Orth. Sie selbst verzichtet schon lange auf Flüssigseife, hat nun Haarseife als Shampooersatz getestet. Wer richtig motiviert ist, kann sogar seine Zahnpasta selbst machen. „Es gibt viele Möglichkeiten“, meint Orth, die andere mit ihren Tipps animieren möchte, ebenfalls Abfall und insbesondere Plastik zu vermeiden. Es scheint zu funktionieren: „Die Resonanz ist gut. Ich erhalte ständig Rückmeldungen auf die Tipps“, berichtet die Dötlingerin.

Um das Ziel, nur ein Sack pro Abholung, zu erreichen, wird sie auf eines allerdings nicht verzichten: das Aufsammeln von Plastikmüll am Wegesrand während gemeinsamer Spaziergänge mit den Kindern. Das sorge natürlich wieder für einen volleren Sack, aber auch für eine saubere Umwelt.

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