Kostenlose Bildhauer-Kurse in Dötlingen

Alles eine Frage der Technik

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Hossein Razagi zeigt Berit Behrens, wie sie am besten mit Papiermaché ein Gesicht gestaltet.

Dötlingen - „Nein, so schwer ist das nicht“, meint Hossein Razagi, zerknüllt einen Streifen Backpapier, greift in die graue, matschige Masse, die auf dem Tisch steht, und schmiert sie um seinen Papierklumpen. Ein paar geschickte Handgriffe mit dem Modellierspachtel, und schon ist ein Gesicht zu erkennen. Gerade einmal eine Minute hat der Neerstedter Künstler, der in der Müller-vom-Siel-Kate in Dötlingen immer dienstags kostenlose Bildhauerkurse veranstaltet, für sein Werk benötigt. „Wer eine Kugel und einen Würfel formen kann, kann auch Bildhauer werden“, sagt Razagi. Und meint dies tatsächlich ernst. „Das ist eine Frage der Technik, die kann man lernen.“

Sein Wissen möchte der gebürtige Iraner gerne weitergeben, weshalb er die Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene jeden Alters anbietet. Vier Treffen gab es bereits. Neben vier Teilnehmern, die regelmäßig dabei waren, kamen auch immer mal wieder Interessierte, die schnuppern wollten. „Manchmal reicht ein Tag, um zu sehen, ob die Bildhauerei etwas für einen ist oder eben nicht“, sagt Razagi. Berit Behrens hat offensichtlich Gefallen daran gefunden. Sie kommt aus Lingen und verbindet die Besuche bei ihrer Mutter in Dötlingen mit dem Kursus. „Ich habe bei der Gartenkultour davon erfahren und wollte es einmal ausprobieren“, berichtet sie.

Auch Behrens arbeitet gerade an einem Kopf, wie die meisten der Teilnehmer. „Um ein realistisches Gesicht zu gestalten, muss man wissen, wie es aufgeteilt ist“, erklärt Razagi. „Viele Menschen glauben ja, dass der Abstand zwischen Kinn und Augen wesentlich größer ist als zwischen Augen und Stirn. Dabei befinden sich die Augen genau in der Mitte“. In seine Kugel ritzt er deshalb zunächst ein Kreuz, ehe er mit seinen Finger auf der Querachse Augen eindrückt. Mit zusätzlichem Papiermaché formt er Mund und Nase. Ein bisschen Druck von den Seiten und schon wird das Gesicht schmaler. „Ich kann es nach Belieben verwandeln und abstrahieren, einen Mann, eine Frau oder ein Kind gestalten, das Gesicht lustig oder traurig wirken lassen“, sagt Razagi, der den Teilnehmer vor allem zeigen möchte, wie sie schnell zum Erfolg kommen. „Denn dann macht es auch Spaß.“ Wer möchte, kann seine Kreation hinterher noch bemalen.

Papiermaché mit Holzleim härtet übrigens gut aus. „Da kann so ein Gesicht auch ruhig mal runterfallen. Da passiert nichts“, meint Razagi und lässt einen der Köpfe auf den Boden der Kate plumpsen. „Seht ihr, ist sehr stabil.“

Wer herausfinden möchte, ob die Bildhauerei etwas für ihn ist, kann einfach dienstags von 16 bis 18 Uhr in der Kate am Rittrumer Kirchweg vorbeischauen. Weitere Informationen gibt es bei Hossein Razagi unter Telefon 0172/4159762.

ts

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