Kirchengemeinde segnet 2021 zwei Jahrgänge ein / Viele Gruppen ruhen weiter

Konfirmationen aufs Frühjahr verschoben

Ob Taufe, Konfirmation oder Hochzeit: Feiern sind in der St.-Firminus-Kirche nach wie vor nur unter Auflagen möglich. 
Foto: Kirche Dötlingen
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Ob Taufe, Konfirmation oder Hochzeit: Feiern sind in der St.-Firminus-Kirche nach wie vor nur unter Auflagen möglich. Foto: Kirche Dötlingen

Dötlingen – Zwar haben die Lockerungen der Coronaregeln in den vergangenen Wochen für ein wenig Entspannung gesorgt. Von einem Normalbetrieb kann aber in vielen Bereichen noch lange keine Rede sein. Das gilt auch für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Dötlingen. Die vielen Gruppen müssen weiter auf Abstand bleiben, Gottesdienste sind nur eingeschränkt möglich, und das Ja-Wort wollte sich seit Mitte März kein Paar mehr in der St.-Firminus-Kirche geben. Nun ist zumindest für die im April und Mai ausgefallenen Konfirmationen eine Lösung gefunden – keine optimale, aber eine, die Planungssicherheit bietet.

„Wir haben die Konfirmationen auf das kommende Frühjahr verlegt“, teilt Pastorin Susanne Schymanitz auf Nachfrage mit. Die Kirchengemeinde wird somit 2021 zwei Jahrgänge einsegnen. „Wir sehen derzeit einfach nicht die Chance, fehlende Stunden nachzuholen“, begründet Schymanitz. Da das Gemeindezentrum bekanntlich gerade zum Haus der Generationen umgebaut wird, gebe es keinen ausreichend großen Raum, um sich mit allen Jugendlichen zu versammeln. „Im Gemeinderaum könnten wir höchstens mit fünf von ihnen zusammenkommen“, informiert die Pastorin. Sie hofft, dass das Haus der Generationen nach den Herbstferien zur Verfügung steht und sich der aktuelle Jahrgang dann wieder treffen kann.

Da auch die neuen Konfirmanden erst im November starten, ist deren Einsegnung nun für Juni 2021 vorgesehen. Die ursprünglich geplanten Frühjahrstermine gehen somit an den derzeitigen Jahrgang, „der dann hoffentlich ein schönes, feierliches Fest mit der ganzen Familie erleben kann“, meint Schymanitz. Denn das wäre momentan ausgeschlossen. Die Kirchengemeinde könnte derzeit maximal zwei Jugendliche gleichzeitig in einem Mini-Gottesdienst mit 25 Besuchern konfirmieren. „Um alle einzusegnen, müssten wir 15 Konfirmationen feiern“, erläutert die Pastorin die Dimensionen. Erst habe es Überlegungen gegeben, bei weiteren Lockerungen eventuell umzuorganisieren. „Doch wir wollten keine Experimente“, sagt sie – auch mit Blick auf die Gefahr, dass bei einem eventuellen Anstieg der Neuinfektionen wieder strengere Vorgaben herrschen könnten. Die jetzige Lösung biete Planungssicherheit und sei deshalb auf viel Verständnis gestoßen. „Auch wenn einige Konfirmanden natürlich traurig waren und sich gewünscht hätten, dass es doch klappt“, weiß Schymanitz.

Neben den Konfirmanden ist auch eine Vielzahl an Gruppen der Kirchengemeinde von der Pandemie betroffen. Die Kinderkirche sowie der Senioren-Arbeitskreis ruhen, das „Chörchen“ darf nicht singen, und die Frauen des Kreativkreises werkeln derzeit jede für sich statt zusammen. „Ich weiß aber, dass sie sich absprechen und sehr fleißig sind“, berichtet die Pastorin. Es entstehen unter anderem Mund-Nase-Masken, die wie weitere Artikel im Turm der Kirche erhältlich sind. Die Mitglieder des Besuchsdienstkreises kommen bei Geburtstagen und Ehejubiläen derzeit auch nicht persönlich zum Gratulieren vorbei. „Doch sie rufen an und stellen die Präsente vor die Tür“, erzählt die Dötlingerin.

Da trotz Corona Entscheidungen getroffen und der Betrieb weiter gehen muss, tagt der Gemeindekirchenrat via Telefonkonferenz. „Einmal im Monat. Das funktioniert sehr gut“, so Schymanitz. Besprochen werden dann Themen wie beispielsweise vor ein paar Wochen die Wiederaufnahme der Gottesdienste. Diese finden nach wie vor unter strikten Abstands- und Hygieneregeln statt. Mit dem Verlauf ist die Pastorin zufrieden. „Zumal wir bei größeren Festen wie Himmelfahrt ja die Gelegenheit zum Open-Air-Gottesdienst hatten.“ Für die Andachten in St. Firminus sind die Anmeldezahlen entscheidend. Bislang hätten immer alle Interessierten im 10-Uhr-Gottesdienst untergebracht werden können. Bei Bedarf bestehe aber auch die Möglichkeit, zu einer zweiten Runde ab 11 Uhr. „Letzten Sonntag haben wir dies genutzt, um zwei Taufen zu feiern“, sagt Schymanitz.

In der Coronazeit ferngeblieben sind übrigens die Hochzeitspaare. Aufgrund der Einschränkungen wollte bislang niemand in St. Firminus „Ja“ sagen. Das gilt offensichtlich selbst für die Turmfalken, die ansonsten jährlich im Kasten im Kirchturm brüten und ihre Jungen aufziehen. „In diesem Jahr habe ich nur einen Turmfalken gesehen, der um die Kirche flog. Doch seine Rufe wurden nicht erhört. Ein Partner hat sich nicht blicken lassen“, bedauert Schymanitz.

Von Tanja Schneider

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