Aufruf zur Kandidatur

Dötlinger Ratsfrauen suchen Mitstreiterinnen

Eine Frau hält ein Schild hoch, auf dem steht: „Danke für euren Einsatz!“
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Ist stolz auf den höchsten Frauenanteil in einem Gemeinderat im Landkreis Oldenburg: Dötlingens Gleichstellungsbeauftragte Ute Vogt.

Neerstedt – Noch sechs Monate sind es bis zur Kommunalwahl am 12. September. Und noch gut viereinhalb Monate Zeit haben alle, die sich um ein Mandat im Dötlinger Gemeinderat bewerben wollen.

Die sieben derzeit aktiven Ratsfrauen und die Gleichstellungsbeauftragte der Kommune, Ute Vogt, rufen vor allem Frauen dazu auf, aktiv zu werden. Die Parteien seien derzeit dabei, ihre Listen aufzustellen. Aber auch Einzelbewerberinnen hätten noch bis zum 26. Juli Zeit, sich um ein Mandat zu bewerben.

Mit dem Slogan „Trau dich, aktiv in der Kommunalpolitik in Dötlingen mitzuwirken!“ wollen die Kommunalpolitikerinnen laut Mitteilung mit einer parteiübergreifenden Initiative darauf aufmerksam machen, dass es häufig schwierig ist, Frauen für die Politik zu gewinnen.

Die Aktion ist Teil einer Initiative für mehr weibliche Delegierte in den Gremien, die die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Oldenburg im September vorgestellt hatten. Frauen sollten sich zutrauen, ihr Recht zu wählen und gewählt zu werden, in Anspruch zu nehmen, findet Gleichstellungsbeauftragte Vogt.

Mit drei Mandaten mehr könnten 50 Prozent erreicht sein

„Frauen machen die Hälfte unserer Bevölkerung aus, entsprechend sollten sie auch repräsentiert sein“, erläutert sie. Zwar habe der Dötlinger Gemeinderat mit zwölf Männern und sieben Frauen bereits den höchsten Frauenanteil (36,8 Prozent) unter den Räten im Landkreis. Darauf könne die Kommune stolz sein.

Dennoch sei noch Luft nach oben, sagt Vogt. „Mit nur drei weiteren Mandaten würde sogar schon mehr als der Ausgleich und somit über 50 Prozent erreicht werden können.“ Seit 1981 seien kontinuierlich weibliche Mitglieder im Dötlinger Rat vertreten.

Rufen zu politischem Engagement auf: die Dötlinger Ratsfrauen Anne-Marie Glowienka, Ditte Höfel, Insa Huck, Gabriele Roggenthien, Anke Spille, Beate Wilke und Ute Ziemann (von oben links nach unten rechts). Gleichstellungsbeauftragte Ute Vogt (unten rechts) hofft, dass die Aktion Frauen Mut zur Kandidatur macht.

Die Mitwirkung von Frauen an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens sei auch aus der Gleichstellungsperspektive wichtig. „Gleichberechtigung und Demokratie gehören zusammen“, betont Vogt. Die weibliche Sichtweise solle bei wichtigen Entscheidungen nicht fehlen.

Viele Frauen hätten zwar ehrenamtliche Funktionen, seien in Schulen, Sport-, Landfrauen- und Sozialverbänden sowie Kirchengemeinden aktiv, sie würden aber auch in der Politik gebraucht. Durch die Mitarbeit in den Ortsvereinen der Parteien könnten Interessierte ein gutes Fundament für ihre politische Arbeit legen. „Jedes Argument, jede Bewegung und Mitgestaltung in der ersten Reihe bei der direkten politischen Beteiligung ist wichtig“, sagt Vogt.

„Direkte politische Beteiligung ist wichtig“

Die Ratsfrauen bieten Interessierten an, sich mit ihnen über ihre Erfahrungen mit der Tätigkeit in der Kommunalpolitik auszutauschen, aufzuklären und offene Fragen zu beantworten, zum Beispiel: „Was kann ich als Ratsmitglied bewegen und wie kann ich mich in die örtliche Politik einbringen?“.

Wer einen Kontakt wünscht, kann sich an Gleichstellungsbeauftragte Vogt wenden. Sie ist erreichbar unter Telefon 04432/950120 oder per E-Mail an ute.vogt@doetlingen.de.

Dass bereits seit 2011 sieben Frauen im Dötlinger Gemeinderat vertreten sind, zeige, „dass Familie, Job und politisches Engagement auch bei Frauen funktionieren kann“, sagt Vogt. Sie bedankt sich bei den aktiven Politikerinnen für ihre Arbeit und wolle anderen Mut machen, politische Verantwortung zu übernehmen. „Wenn Frauen die Wahl haben, sollten sie die Gelegenheit nutzen und nicht zu kritisch mit sich selbst sein.“

Bereits im Dezember hatten die Ratsfrauen ihre gemeinsame Aktion starten und mit weißen Blusen auf den Frauenmangel in der Politik aufmerksam machen wollen. Dann war jedoch die Ratssitzung aufgrund der steigenden Infektionszahlen abgesagt worden.

Dötlinger Ratsfrauen: Aktiv seit 1981

Seit 30 Jahren sitzt Ute Ziemann (SPD) im Rat der Gemeinde Dötlingen. Seit 2014 übt sie das Amt der zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin aus. Anke Spille (CDU) hat vor 25 Jahren ihre Tätigkeit als Ratsmitglied aufgenommen und ist seit 20 Jahren als erste stellvertretende Bürgermeisterin im Einsatz.

Ratsvorsitzende Beate Wilke (CDU), Gabriele Roggen-thien (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Anne-Marie Glowienka (CDU) sind vor zehn Jahren erstmals gewählt worden. Letztere ist nicht nur auf der kommunalen Ebene aktiv, sondern seit 2016 auch Mitglied im Kreistag.

Ditte Höfel (CDU) und Insa Huck (SPD) haben ihr Ratsmandat seit knapp fünf Jahren inne.

Erfahrungen aus dem Landkreis Oldenburg

In der Serie „Kinder, Karriere, Kommunalpolitik“ erzählen fünf Politikerinnen aus dem Landkreis von ihrem politischen Engagement, Erfolgen und Hindernissen. Die Texte sind hier nachzulesen.

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