Workshop vermittelt Brandschützern die Vorteile des dünnsten Feuerwehrschlauches

Es kommt nicht nur auf den Durchmesser an

Um die Löschwirkung der D-Schläuche zu testen und sie mit der der C-Schläuche zu vergleichen, entzündeten die Einsatzkräfte Holzstapel. Foto: Wilgen

Dötlingen – Die dünnsten Schläuche bei den deutschen Feuerwehren, die D-Modelle, spielen im täglichen Einsatzgeschehen meist nur eine untergeordnete Rolle. „Zu Unrecht“, finden Jörg Nöchel, Ortsbrandmeister in Hooksiel (Kreis Friesland), und Holger de Vries, Wehrführer in Hamburg-Stellingen. Beide waren nun als Dozenten im Dötlinger Feuerwehrhaus zu Gast, wo 25 Mitglieder der Ortswehren Brettorf, Dötlingen, Neerstedt und Wildeshausen an einem Workshop zum Thema D-Schläuche teilnahmen.

Mit einem Innendurchmesser von 25 Millimetern sind sie die dünnsten bei den deutschen Feuerwehren genormten Schläuche. Bei der Brandbekämpfung werden üblicherweise C- (42 oder 52 Millimeter) und B-Schläuche (75 Millimeter) genutzt, berichtet Jannis Wilgen, Pressewart der Feuerwehren aus der Gemeinde Dötlingen. Nöchel und de Vries veranschaulichten jedoch eindrucksvoll, dass auch D-Schläuche ihre Vorteile haben. Der größte liege in der Gewichtsreduzierung und der geringeren körperlichen Belastung für die Einsatzkräfte sowie einer damit einhergehenden besseren Beweglichkeit. Daraus resultiere insbesondere bei der Rettung von Personen aus brennenden Gebäuden ein nicht zu vernachlässigender Zeitvorteil. Im Bereich der Vegetationsbrandbekämpfung, bei der der sparsame Umgang mit mitgeführtem Löschwasser entscheidend sein kann, würde zudem weitaus weniger Wasser zum Füllen der Schläuche verbraucht.

Im Praxisteil des Workshops ging es um die tatsächlichen Durchflussmengen, den zeitlichen Vorteil sowie das Equipment. Die Teilnehmer begutachteten Schlauch-Fabrikate verschiedenster Hersteller, diverse Strahlrohrtypen sowie Tragevorrichtungen für das Schlauchmaterial und machten sich anschließend an Versuche. Um zu verdeutlichen, dass bei der Löschwirkung keine Nachteile zu befürchten seien, wurden zwei identische Holzstapel entzündet und im Anschluss jeweils mit einem C- beziehungsweise D-Schlauch gelöscht. „Das sichtbare Ergebnis bestätigte die Ausführungen der beiden Referenten“, so Wilgen.

Die Feuerwehr Hooksiel hat bereits vor mehreren Jahren konsequent auf D-Schläuche als Mittel der Wahl umgestellt. Ortsbrandmeister Nöchel berichtete den Einsatzkräften aus dem Landkreis Oldenburg von den gemachten Erfahrungen und erläuterte Vor- sowie Nachteile der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände, die für eine Umstellung nötig seien.

Brandschutzexperte de Vries informierte im Theorieteil über seine wissenschaftlichen Versuche an der Universität Wuppertal, in denen er die Wirksamkeit der D-Schläuche kritisch überprüft hatte. Dabei ging er insbesondere auf die Durchflussmengen und Druckverluste der verschiedenen Schlauch-Nenngrößen ein. Die Leistungsfähigkeit der D-Modelle werde in Deutschland vielerorts unterschätzt, sie sei entgegen der weitverbreiteten Meinung mit bis zu 150 Litern Durchflussmenge pro Minute für den überwiegenden Teil der Brandeinsätze völlig ausreichend. Zum Vergleich zog er auch die Erfahrungen und Techniken von Feuerwehren anderer Staaten heran, in denen kleinere Nenngrößen für Schläuche deutlich häufiger eingesetzt würden.

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