Umwelt- und Energieausschuss empfiehlt, künftig Kriterien zu berücksichtigen

Klimaschutz soll bei Bauleitplanung mitmischen

Um die Nutzung der Sonnenenergie und damit auch den Klimaschutz zu fördern, könnte im Rahmen von Bauleitplanverfahren künftig die Dachneigung und Firstrichtung von Neubauten festgelegt werden. - Foto: dpa

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Auf ein positives Echo ist eine Idee des Hauptarbeitskreises „Energieeffizientes Dötlingen“ (EED) im Umwelt- und Energieausschuss gestoßen. Dessen Mitglieder empfahlen während ihrer Sitzung am Dienstagabend im Rathaus einstimmig, dass bei künftigen Bauleitplanverfahren Kriterien für mehr Klimaschutz Berücksichtigung finden sollen.

Dies bedeutet aber nicht, dass nun für jedes neue Gebiet zwangsweise Auflagen gelten. Vielmehr soll der Rat bei der Aufstellung von Bebauungsplänen jeweils entscheiden, ob gewisse Punkte zum Tragen kommen oder nicht – so wie es bereits bei der Gründächer-Frage gehandhabt wird. Dabei geht es beispielsweise um die Festlegung der Dachneigung und Firstrichtung für eine bessere Nutzung der Sonnenenergie. Daneben zählen Auflagen zum Anteil der versiegelten Fläche, zu Anpflanzungen oder auch zur Verlegung von Anschlüssen für Nah- und Fernwärme zu den Möglichkeiten. „Gerade Letzteres ist durchaus sinnvoll. Denn die Kosten für die Verlegung entsprechender Leitungen sind beim Neubau vergleichsweise gering“, erläuterte Dötlingens Klimaschutzmanager Lars Gremlowski. Nachrüsten könnte hingegen teuer werden und ein energetisches Vorhaben dann unwirtschaftlich machen.

Laut Gremlowski sollte auch der Mobilitäts-Aspekt nicht vernachlässigt werden. Momentan spiele dieser Punkt in der Gemeinde noch keine größere Rolle und sei überschaubar. Langfristig könnten „intelligente Verbindungen“ zwischen den Baugebieten, beispielsweise Radwege, aber wichtiger werden.

Beate Wilke (CDU) begrüßte den Ansatz des EED und besonders die „Fall-zu-Fall“-Entscheidungen. „Grundsätzlich vorzugeben, in welche Richtung ein Haus zu stehen hat, macht für mich wenig Sinn“, sagte sie. Gleichzeitig stellte sich ihr die Frage, ob ein Bauherr tatsächlich Anschlüsse für Nah- und Fernwärme legen muss, wenn der Rat dieses Kriterium im B-Plan berücksichtigt. Laut Bauamtsleiter Uwe Kläner könnte dieser Fall auch über den Kaufvertrag geregelt werden.

Dirk Orth betonte, dass Bündnis90/Die Grünen die Klimaschutz-Kriterien sehr begrüßt. „Schön, dass hier eine Tür geöffnet wird. Das ist wegweisend für die Ansprüche in Sachen Nachhaltigkeit“, meinte er und schlug den Bogen zum geplanten Gewerbegebiet. Auch für dieses sollte über entsprechende Auflagen nachgedacht werden. Gleichzeitig regte er an, künftig Planungsbüro zu beauftragen, „die in diesem Bereich fit sind“.

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