Klimaschutz-Aktionstag: Alle Kindergärten in der Gemeinde sinddabei/Vom Obst-Transport bis hin zum eigenen Memory

„Es ist nicht egal, was wir essen“

+
Die „Dötlinger Strolche“ bauten die Kinderpyramide der Ernährung, die wacklig, aber informativ war.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. In Brettorf säte der Nachwuchs Gurken- und Bohnensamen. In Neerstedt kauften die Kinder im Supermarkt Lebensmittel aus der Region ein und verarbeiteten sie zu einem gesunden Frühstück. In Aschenstedt kochten die Mädchen und Jungen Milchreis (fast) ohne Strom, und in Dötlingen gab es neben dem Obst-Transport auch die Kinderpyramide der Ernährung. Mit kreativen Ideen haben sich heute alle vier Kindergärten in der Gemeinde am Klimaschutz-Aktionstag beteiligt. Im Mittelpunkt stand die Frage „Was hat mein Essen mit dem Klima zu tun?“.

Da der Begriff „Klima“ für den Nachwuchs nur schwer greifbar ist, wurde über die Ernährung eine Brücke zum Thema geschlagen. „Wir haben uns gemeinsam mit den Kindern überlegt, welches Essen nicht nur gut für uns, sondern auch für die Natur ist“, erläuterte Dagmar Spille von den „Dötlinger Strolchen“. So erfuhren die Mädchen und Jungen beim „Obst-Transport“, welche Sorten in der Region wachsen, somit kurze Wege haben, und welche mit dem Schiff oder Flugzeug nach Deutschland kommen. Bereits im Vorfeld hatten die Dötlinger Gurken, Tomaten und Kresse gepflanzt. „Das ernten ist bei den Kindern der Hit“, wusste Spille. „Und vielleicht steigert es ja auch die Wertschätzung für die Lebensmittel.“ Als weitere Aktionen gab es unter anderem die Ernährungpyramide, das Mahlen von Mehl und das Spiel „Mein Kühlschrank – Alles am richtigen Platz“.

Gemeinsam bereiteten Erzieherinnen und Kinder zudem ein klimafreundliches Frühstück zu, von dem auch Bürgermeister Ralf Spille, Klimaschutzmanager Lars Gremlowski und Marina Becker-Kückens, Geschäftsführerin des Regional Umweltbildungszentrums (RUZ) Hollen, naschten. Gremlowski, der ebenfalls für die Gemeinde Ganderkesee zuständig ist, hatte mit dem RUZ als Partner für die pädagogische Umweltbildung den Aktionstag konzipiert. Während eines Vorbereitungstreffens Ende März konnten die Erzieherinnen Anregungen für die Gestaltung des Tages sammeln. Mit dabei waren die Mitarbeiterinnen der Ganderkeseer Kindertagesstätten, die sich ebenfalls am Aktionstag beteiligten.

„Ziel ist es, jedem bewusst zu machen, dass es nicht egal ist, was wir essen“, sagte der Bürgermeister. Die Ernährungsweise habe direkte Auswirkungen auf den Klimawandel. Wie Gremlowski mitteilte, belaufe sich der Anteil der Ernährung am CO2-Ausstoß pro Kopf auf 15 Prozent. Dieser Wert lasse sich laut Becker-Kückens durch eine fleischarme Ernährung um 30 Prozent reduzieren. Aber auch wer zu saisonalem Obst und Gemüse greift und auf Importe verzichtet, leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. „Und oft sind es die Kinder, die zu Hause Themen ansprechen und beispielsweise fragen, woher die Erdbeeren kommen“, hofft Becker-Kückens auf einen Synergieeffekt.

Die Frage nach der Herkunft des Essen stand auch im Neerstedter Kindergarten „Unterm Regenbogen“ im Mittelpunkt. „Wir haben im Supermarkt Produkte aus der Region einkauft“, informiert Leiterin Sandra Burmeister. Während die Kiga-Kinder anschließend ein gesundes Frühstück zauberten, halfen die Krippen-Kinder am Mittag bei der Zubereitung von Kartoffel-Möhren-Stampf mit.

In der Brettorfer Einrichtung „Filibuster“ beschäftigen sich die Mädchen und Jungen noch bis zum Sommer mit gesunder Ernährung. Für den Aktionstag wurde das Thema „Klimaschutz“ integriert. Während die einen Bohnen und Gurken pflanzten, schnippelten die anderen Kartoffeln, Rote Beete und Schnittlauch für die „Prinzessin-Lillifee-Suppe“. Die künftigen Schulkinder erstellten ein Memory der besonderen Art – mit zum Teil selbst gemachten Fotos. Dabei ging es nicht darum, zwei gleiche Motive aufzudecken, sondern Pärchen zu finden, die zusammengehören, zum Beispiel die Kuh und die Milchtüte oder Kartoffeln und ein Acker.

Ein abenteuerliches Kocherlebnis gab es in der Einrichtung der Eltern- und Kinderinitiative Aschenstedt. Nach dem Erwärmen von Milch bereiteten die Kinder ganz ohne Strom Milchreis zu. Dafür wurde der Topf mit Wärmflaschen, Kuscheltieren und Decken umhüllt. Dann hieß es warten. In der Zwischenzeit konnte der Nachwuchs ein Fühl-, Brot- und Duftstationen erkunden. Bei Letzterer fanden sich Kräuter wie Minze und Bärlauch in blickdichten Dosen und mussten durchs Riechen erraten werden.

Gremlowski hofft auf eine regelmäßige Auflage des Klimaschutz-Aktionstages. Als künftige Themen kämen Energie, Mobilität oder Konsum infrage.

Mehr zum Thema:

Frau stirbt bei schwerem Unfall in Bassen 

Frau stirbt bei schwerem Unfall in Bassen 

Pflanzung neuer Bäume im St.-Jakobiwald Wittlohe

Pflanzung neuer Bäume im St.-Jakobiwald Wittlohe

Frühjahrskonzert in Diepholz

Frühjahrskonzert in Diepholz

Das sind die „Allradautos des Jahres 2017“

Das sind die „Allradautos des Jahres 2017“

Meistgelesene Artikel

Feuer in Lagerhalle in Ganderkesee

Feuer in Lagerhalle in Ganderkesee

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Aldi rechnet mit Neubau an der Harpstedter Straße in 2018

Aldi rechnet mit Neubau an der Harpstedter Straße in 2018

Kommentare