„Wi helpt di“ sucht Ehrenamtliche 

Mit kleinen Hilfen das Leben erleichtern

Alma Gerbers (Zweite v.l.) ist als Helferin beim Verein „Wi helpt di“ aktiv und unterstützt unter anderem Inge (Mitte) und Heinz Brandt. Ina Schäfer (l.) von der Gemeindeverwaltung koordiniert die Nachbarschaftshilfe des Vereines, der weitere Unterstützer sucht. Mit auf dem Bild ist die stellvertretende Vorsitzende Wiltrud Buchholz. - Foto: Schneider

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Dass zwischen Inge Brandt (88) und Alma Gerbers (63) die Chemie stimmt, merkt man sofort. „Und das ist auch wichtig“, sagt Ina Schäfer, die bei der Gemeindeverwaltung für das Projekt „Wi helpt di“ zuständig ist. Sie hat die beiden Frauen zusammengebracht. Brandt suchte Unterstützung, Gerbers wollte helfen.

Die 63-Jährige gehört zu den insgesamt 18 Ehrenamtlichen, die über den Verein „Wi helpt di“ Nachbarschaftshilfe leisten. Brandt wiederum zählt zu den 16 Einwohnern in der Gemeinde, die diese in Anspruch nehmen. „Derzeit suchen wir weitere Helfer“, erzählt Schäfer.

Gerbers besucht die 88-Jährige seit dem vergangenen Herbst. Gemeinsam „muddeln“ sie im Garten – jäten Unkraut, bepflanzen Blumenkübel oder schneiden den Buchsbaum. Brandt, die am Rollator geht, hilft, so weit es ihr möglich ist. Ihr Mann Heinz sorgt zwischendurch für einen Cappuccino. „Ohne Alma möchte ich nicht mehr sein“, übertreibt die Neerstedterin ein wenig. Bei Gerbers geht das Kompliment „runter wie Öl“. „Man erfährt viel Dankbarkeit“, weiß die Dötlingerin.

Dies kann Wiltrud Buchholz, stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Wi helpt di“, nur bestätigen. Wer Unterstützung anbieten oder in Anspruch nehmen möchte, muss Mitglied im Verein sein. Auf 36 Euro für Einzelpersonen sowie 50 Euro für Paare oder Firmen beläuft sich der Jahresbeitrag. „Schließlich lautet unser Motto: Mitglieder für Mitglieder“, sagt Buchholz. Menschen, die nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, können einen Antrag auf Beitragsbefreiung stellen. Bei Schäfer laufen die Fäden zusammen. Die Verwaltungsangestellte weiß, wer welche Hilfe benötigt und wer entsprechende Unterstützung anbietet. Sie vermittelt die Parteien.

Von den 18 Ehrenamtlichen (13 Frauen und fünf Männer) sind derzeit zehn im Dauereinsatz, und auch von den 16 Senioren brauchen nicht alle regelmäßig Hilfe. „Manchmal geht es nur um einmalige Einsätze, zum Beispiel bei Computer-Fragen“, berichtet Schäfer. Während die einen jemanden suchen, der ihnen Gesellschaft leistet, mit ihnen spielt oder Spaziergänge unternimmt, benötigen andere Unterstützung im Garten oder Haushalt. „Allerdings grenzen wir uns hier von gewerblichen Anbietern ab“, betont Buchholz. Die Helfer seien weder Reinigungskräfte noch Gärtner oder Taxifahrer. „Wir bieten Hilfe bei der Bewältigung des Alltags.“ Die Aufgaben würden stets gemeinsam gemeistert. Dafür wird ein Entgelt in Höhe von zehn Euro pro Stunde erhoben. Bei Besuchsdiensten sind es fünf Euro. 20 Prozent des Betrages gehen an den Verein, der für die Abrechnung verantwortlich zeichnet.

Gerbers hat 2014 einen Seniorenbegleiter-Kursus besucht. Dieser ist aber keine Voraussetzung, um aktiv zu werden. Die Helfer sind derzeit im Alter von Mitte 40 bis Anfang 80. „Einige Senioren sind einfach noch so fit, dass sie ihren Beitrag leisten wollen“, freut sich Schäfer. So geht beispielsweise eine über 80-Jährige regelmäßig mit einer 94-Jährigen spazieren. Den Umfang ihrer Unterstützung können die Ehrenamtlichen selbst bestimmen. Einige stehen nur ganz sporadisch zur Verfügung, andere wie Gerbers sind regelmäßig im Einsatz und übernehmen unterschiedliche Aufgaben. „Bis vor kurzem habe ich beispielsweise jeden Freitag mit einer Neerstedterin Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt“, erzählt die Dötlingerin. Letztens sprang sie als „Urlaubsvertretung“ ein und schaute täglich bei einer Seniorin nach dem Rechten, deren Sohn verreist war. Mit Inge Brandt spricht sie sich ab. „Wenn sie Hilfe benötigt, ruft sie an, und wir schauen, wann es passt.“ Das laufe sehr unkompliziert. „Und Alma macht das mit viel Liebe“, ergänzt Brandt.

Wer sich nun ebenfalls vorstellen kann, als Helfer tätig zu werden, kann sich im Rathaus bei Ina Schäfer melden, Telefon 04432/950141, E-Mail: info@wi-helpt-di.de.

www.wi-helpt-di.de

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