Jagdgenossenschaft stößt Aktion an

Klattenhofer richten Entenschlatt wieder her

In seinen ursprünglichen Zustand will die Jagdgenossenschaft Klattenhof das Entenschlatt versetzen – dafür braucht es einen Bagger und viele Freiwillige.
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In seinen ursprünglichen Zustand will die Jagdgenossenschaft Klattenhof das Entenschlatt versetzen – dafür braucht es einen Bagger und viele Freiwillige.

Klattenhof – Die Jagdgenossenschaft Klattenhof hat sich daran gemacht, das Entenschlatt wieder herzurichten. „Das wollten wir eigentlich schon lange tun“, erklärt Gerold Schnier, Initiator der Aktion. Es handele sich um ein Schlatt, das bereits vor mehreren Jahrzehnten einmal ausgebaggert und freigelegt worden war, sagt der Klattenhofer Mitpächter. Im Herbst 2019 hätten die Arbeiten begonnen. Nun hofft er, die Maßnahme bis Februar abschließen zu können.

Das Entenschlatt, das im Gebiet des ehemaligen Entenmoors in Klattenhof liegt, sei mit der Zeit zugewachsen. Laub, das auf die Wasserfläche gefallen sei, sei verrottet und habe das Schlatt zusätzlich verdeckt. „Wir haben kaum offene Wasserflächen in Brettorf und Klattenhof“, erklärt Schnier. Nachdem eine Anfrage beim Landkreis Oldenburg ergeben habe, dass dieser kein Geld dafür übrig habe, sei die Jagdgenossenschaft aktiv geworden und habe zusammengelegt. Allerdings übersteigen die Maßnahmen laut Schnier den jährlichen Etat der Jagdgenossenschaft und konnten nur umgesetzt werden, weil die Jägerschaft Klattenhof in Eigenleistung beim Holzrückschnitt geholfen habe.

Baggerarbeiten starteten im Herbst 2019

Vor allem durch die Baggerarbeiten, die im Herbst 2019 als erstes anstanden, seien Kosten entstanden. Unter anderem sei an einer Stelle eine etwa fünf mal fünf Meter große und 80 Zentimeter tiefe Grube ausgehoben worden. „Dort sollen sich dann Frösche und Amphibien im Winter im Schlamm unter Wasser verkriechen können“, erläutert Schnier den Hintergrund.

Zur selben Zeit habe der Holzrückschnitt rund um das Schlatt begonnen. Anfang 2020 sei es mit der Entnahme von Biomasse aus der Wasserkuhle weitergegangen, zusätzlich seien die Ufer weiter freigeschnitten worden. Aufgrund der Brut- und Setzzeit, die alljährlich im März beginnt, hätten die Arbeiten dann erst einmal ruhen müssen, erklärt der Klattenhofer. Die Jagdgenossenschaft wolle zudem einen zu massiven Eingriff vermeiden und es deshalb langsam angehen lassen: „Das kann ruhig zwei, drei Jahre dauern.“ Auch die Holzabfuhr sei für die Zufahrten und umliegende Ackerflächen hinsichtlich der Bodenverdichtung grenzwertig: „Mehr geht einfach nicht, wenn man hohe Folgekosten vermeiden muss.“

Bei den Holzfällarbeiten hat die Jägerschaft Klattenhof die Jagdgenossenschaft unterstützt.

Ziel sei es, rund um das Entenschlatt eine sogenannte Benjeshecke anzulegen. Dafür werde das abgeschnittene Astwerk auf die verbliebenen Wurzelstümpfe von hauptsächlich Weiden und Birken gelegt, die dann mit den aus sprießenden jungen Trieben einen dichten Wall bilden. Damit soll verhindert werden, dass das Schlatt bald wieder zuwächst. Außerdem bieten diese Anlagen verschiedenen Vogelarten, kleinen Säugetieren wie Igeln, Reptilien wie der Zauneidechse, Kröten oder auch Insekten Schutz- und Nistmöglichkeiten.

Nun will die Jagdgenossenschaft erneut aktiv werden. Aufgrund der Corona-Schutzregeln seien jedoch größere, gemeinsame Arbeitseinsätze momentan nicht möglich, bedauert Schnier. Allerdings sei nur noch kleineres Gehölz übrig, das auch gut allein zu bewältigen sei. Zusätzlich soll auch entlang eines Waldwegs am Schlatt, den die Niedersächsischen Landesforsten freigeschnitten hätten, eine Benjeshecke entstehen.

In Zukunft sollen am Schlatt außerdem wieder Nisthilfen für die Tiere entstehen, die diesem seinen Namen geben. Denn: „Mit den Enten, das war schon mal mehr“, bilanziert Schnier. Im vergangenen Winter sei der Wasserstand im Schlatt immerhin etwa einen halben Meter hoch gewesen. Im Sommer sei er jedoch wieder gefallen. Die Enten sollten dauerhaft einen Brutplatz bekommen. Früher habe es selbstgebaute Nisthilfen aus Eimern gegeben, die auf Pfähle montiert gewesen seien, zum Schutz vor Füchsen, Mardern und Dachsen. Sobald das Schlatt soweit freigeschnitten sei, dass kein Baum oder Ast mehr auf die Kästen fallen und diese zerstören könne, könnten solche auch wieder aufgestellt werden, sagt Schnier.

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