Ein Krimi-Spaziergang

Wer klärt den Mord an Dötlinger Gräfin auf?

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Welchen Tatverdächtigen können die Detektive am Püttenhus ausschließen? 

Dötlingen - Von Lara Terrasi. Es ist eine spannende Geschichte: Seit 227 Jahren treibt der Geist der Gräfin Tabea zu Thaler sein Unwesen in Dötlingen. Als sie im Jahre 1791 den Jahrmarkt der Gemeinde besuchte, verschwand sie plötzlich spurlos. Auch nach langem Suchen fand keiner der Dorfbewohner einen Hinweis. Es ging das Gerücht herum, jemand hätte sie ermordet. Neun Bewohner gerieten in den Kreis der Tatverdächtigen, doch konnte man ihnen bis heute nichts nachweisen. Der Fall geriet immer mehr in Vergessenheit, doch die Dötlinger ließen nicht locker: Wurde zu Thaler vielleicht doch Opfer eines Verbrechens? War es nicht vielleicht doch Kuno Kundig, Ferdinand der Schöne oder das Edelfräulein Edeltraud? Die einzige Möglichkeit, das Verbrechen aufzudecken, ist Dötlingen während eines Rundgangs genauer unter die Lupe zu nehmen. Und dann heißt es für die Detektive: Augen auf.

Die 52-jährige Christiane Knepel aus Dötlingen hat zusammen mit ihrem guten Freund Raymund Koch innerhalb von vier Monaten den Krimi-Spaziergang „Tabea Thaler – Der Geist von Dötlingen“ geschrieben. Die Teilnehmer besuchen dafür acht sehenswerte Orte der Gemeinde. „Die Idee dazu hatte ich eigentlich schon vor fünf Jahren, als ich nach Dötlingen gezogen bin“, erzählt Knepel, die beruflich im Außendienst arbeitet. Sie hatte die Idee zu der Geschichte. „Christiane hat das Talent, Rätselgeschichten zu entwickeln“, lobt der 52-jährige Koch die Zusammenarbeit. Er arbeitet als Grafikdesigner und hat das Heft farblich gestaltet, Grafiken erstellt, Fotos gemacht und sich die kreativen und amüsanten Namen der Personen in der Geschichte überlegt. Knepel betont, dass Koch zudem auf die logischen Zusammenhänge achtete.

Augen auf: Auch an der St.-Firminus-Kirche ist ein Hinweis versteckt. 

An jeder Station lösen die Detektive eine Aufgabe. Schaffen sie es, scheidet einer der Tatverdächtigen aus. Die letzte Person, die am Ende noch auf der Liste steht, ist der Mörder von Tabea zu Thaler. Das Besondere am Krimi-Spaziergang ist, dass jeder den Rundgang zu jeder Zeit alleine oder auch in einer Gruppe laufen kann. Während des etwa zweistündigen Spaziergangs kommen die Teilnehmer unter anderem an der alten Dorfeiche, der St.-Firminus-Kirche oder dem Püttenhus vorbei. Die Kirche müssen die Detektive unter die Lupe nehmen. Entdecken sie dort das Handwerk eines Künstlers, eines Baumeisters oder eines Schmiedes? Wichtig ist, genau hinzusehen. Auf den ersten Blick kommen zwei der Arbeiten infrage, aber mit einem scharfen Blick, ist die Aufgabe recht schnell gelöst. Das Schöne ist, dass die Teilnehmer auf Dinge achten, die ihnen sonst nicht aufgefallen wären. Daher ist der Krimi-Spaziergang sowohl für Dötlinger als auch Touristen interessant. Bei der Aufgabe am Püttenhus haben Koch und Knepel ihre Kreativität in eine tolle Aufgabe verpackt. Wer schafft es dort, die Geheimschrift zu entziffern und somit einen weiteren Tatverdächtigen auszuschließen?

Knepel wollte über etwas Spannendes schreiben. Daher sei sie auf das Genre Krimi gekommen. Den 52-jährigen Koch lernte sie beim Reiten kennen. „Ich habe ihm meine Idee, eine Rallye durch Dötlingen zu machen, während eines Spieleabends vorgeschlagen. Und er war begeistert“, sagt die sympathische 52-Jährige. „Wir haben uns dann immer neue Ideen wie bei einem Ping-Pong-Spiel zugeworfen“, ergänzt Koch lachend.

Ein gutes Team: Raymund Koch und Christiane Knepel am Steingrab in Dötlingen. 

Am 2. März dieses Jahres besichtigten sie zusammen die Sehenswürdigkeiten in Dötlingen, machten Fotos sowie Notizen und sammelten Ideen, erinnert sich Knepel. Auf den Inhalt sei sie mithilfe ihrer „blühenden Fantasie“ gekommen. „Ich wollte eine Vorgeschichte schreiben, die zu Dötlingen passt. Deswegen kam mir das Thema Erntefest in den Sinn, das hier ja groß gefeiert wird. Meine wilden Ideen hatte ich dann aufgeschrieben und Raymund vorgestellt.“

Mitte Mai folgte ein Probelauf. Dafür hatte Knepel Freunde und Nachbarn „zusammengetrommelt“. Auch zwei Kinder im Alter von zwölf Jahren sind mitgelaufen. Knepel wollte wissen, ob der Krimi-Spaziergang für jedermann zu schaffen ist und die angegebenen zwei Stunden Zeit ausreichend sind. „Es waren ehrliche Leute, die mir gesagt hätten, wenn es ihnen nicht gefällt. Aber sie sind alle begeistert zurückgekommen.“ Und falls jemand nicht auf die Lösung kommt, sind auf jeder Seite QR-Codes aufgedruckt, die die Detektive wieder auf die richtige Spur bringen. Der Krimi-Spaziergang „Tabea Thaler – Der Geist von Dötlingen“ ist für zwölf Euro im Dötlinger Hof erhältlich. Fragen nehmen Koch und Knepel per E-Mail an hallo@stadt-land-spiel.de entgegen.

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