Zwei bekannte gastronomische Betriebe in der Gemeinde Dötlingen hören auf

Kläner-Hof und Gartencafé in Iserloy schließen

Schließen gemeinsam die Tür ab: Arnd Kläner (hinten links) mit seiner Frau Sonja Scheele (hinten rechts) und seinen Eltern Hildburg sowie Kurt Kläner.
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Schließen gemeinsam die Tür ab: Arnd Kläner (hinten links) mit seiner Frau Sonja Scheele (hinten rechts) und seinen Eltern Hildburg sowie Kurt Kläner.

Dötlingen/Iserloy – Ein großer Verlust für die Gemeinde Dötlingen und ihre Bewohner: Sowohl der Kläner-Hof als auch das Golf- und Gartencafé Iserloy haben ihren Betrieb geschlossen. Der Kläner-Hof am Rittrumer Kirchweg in Dötlingen hat am dritten Adventssonntag seine Türen nach mehr als 34 Jahren zum letzten Mal geöffnet und seine Kunden noch einmal mit Kaffee, Cappuccino und selbst gebackenen Kuchen und Torten beglückt.

In dieser langen Zeit ist er längst zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Nun ist der Kläner-Hof, der 1877 erbaut wurde, mit Café und Hofladen Geschichte.

Eröffnet wurde das Café im April 1988. Damals hatten sich Arnd Kläner und seine Eltern Hildburg sowie Kurt dazu entschlossen, ihren landwirtschaftlichen Betrieb aufzugeben und in dem alten Bauernhaus ein Café zu eröffnen. 1987, also ein Jahr vorher, hatten Kläners bereits einen kleinen Selbstvermarktungsladen gestartet.

Vor 22 Jahren übernahmen Arnd Kläner und Sonja Scheele den Betrieb

Seit Sonntag geschlossen: der Kläner-Hof mit Café und Hofladen in Dötlingen.

„Es waren knapp 35 perfekte Jahre“, sagt Arnd Kläner im Gespräch mit unserer Zeitung und betont, dass die Schließung nichts mit der Corona-Krise zu tun habe. Im Sommer hatte er als Beweggrund einen schweren Bandscheibenvorfall vor zweieinhalb Jahren genannt. „Wir hatten eh das Ziel, mit 60 Jahren aufzuhören. Wir ziehen es jetzt um fünf Jahre vor“, sagte Kläner damals, der den Betrieb zusammen mit Scheele Ende 1999 – also vor genau 22 Jahren – von seinen Eltern übernommen hatte.

Über das soziale Netzwerk Facebook kündigten sie in der Vergangenheit an, welche Kuchensorten am Wochenende auf der Karte stehen. Vorbestellungen für beispielsweise Apfel-Streusel, Schmand-Aprikose, Himbeer- und Stachelbeer-Baiser, Cappuccino-Kirsch, Zwiebelkuchen, Gemüse-Quiche und Quarkstuten nahmen sie telefonisch entgegen.

Golf- und Gartencafé in Iserloy geschlossen

Bedanken sich bei Facebook bei ihren Mitarbeitern und Gästen: Gisela und Herwig Garms. 2005 eröffneten sie ihr Golf- und Gartencafé Iserloy.

Im Laufe der Zeit modernisierten und expandierten Kläners und Scheele. So wurde unter anderem das Kaminzimmer hergerichtet. Zudem eröffneten in den vergangenen Jahren mehrere Läden in den ehemaligen Scheunen, darunter die Galerie „Tusculanum“. Hinzu kamen Veranstaltungen wie die „KunstWerkTage“, die dort ausgerichtet wurden.

Im Frühjahr dieses Jahres kam dann die überraschende Nachricht, dass der Kläner-Hof schließen wird. Auf den 10 000 Quadratmetern soll ein Wohnquartier entstehen. Wie berichtet, sind dort sieben Gebäude mit bis zu 25 Wohneinheiten geplant. Die Eheleute, die genau neben dem Kläner-Hof wohnen, haben konkrete Vorstellungen bezüglich der Nutzung und Gestaltung der Fläche, daher wurde die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes gewählt.

Zum Abschluss betont Arnd Kläner: „Wir hatten das geilste Team dieser Welt und auch die beste Kundschaft.“ Am Sonntag schloss er gemeinsam mit seinen Eltern sowie seiner Frau die Tür des alten Gebäudes ab.

Auch Gisela und Herwig Garms haben am Sonntag die Türen ihres Cafés in Iserloy endgültig geschlossen. Auf der Facebook-Seite bedankt sich das Betreiberehepaar nach vielen tollen Café-Jahren bei „unseren Mitarbeitenden und Gästen für die schöne Zeit“. Der Betrieb auf dem Swingolf-Platz gehe im nächsten Jahr aber weiter. 2004 eröffneten Garms das Melkhus, im Mai 2005 folgte die Eröffnung des Golf- und Gartencafés, erzählt Herwig Garms. Der Grund für die Schließung? „Wir sind jetzt im Rentenalter“, so der 66-Jährige. Mit dem Maislabyrinth und der Miniaturwelt Sikuhausen wolle die Familie aber weitermachen. Die vergangenen Jahre behalte er in guter Erinnerung, sagt er. „Es war eine schöne Zeit. Wir haben viel positive Resonanz bekommen.“ Am dritten Adventssonntag hätten sich einige Stammkunden bei der Familie verabschiedet. Ein letztes Mal konnten sie es sich somit bei Ostfriesentorte, Frankfurter Kranz, Buchweizen-Heidelbeer- oder Birnen-Preiselbeer-Torte gut gehen lassen. „Im Grunde waren es schöne Jahre mit tollen Mitarbeitern. Wir haben auch einige junge Leute kennengelernt. Es hat viel Spaß gemacht“, betont der 66-Jährige.    lat

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