Verwaltung schlägt fünfgruppige Kita vor / Ausschuss bei konkreter Standortfrage nicht einig

Kita-Neubau in Neerstedt geplant

Laut einer Wirtschaftlichkeitsanalyse der beste Standort: die Fläche zwischen der Kita „Unterm Regenbogen“ und der Tennisanlage in Neerstedt.
+
Laut einer Wirtschaftlichkeitsanalyse der beste Standort: die Fläche zwischen der Kita „Unterm Regenbogen“ und der Tennisanlage in Neerstedt.

Neerstedt/Dötlingen – Um mehr Platz für die Kinder zu schaffen, plant die Gemeinde den Neubau einer Kindertagesstätte. Das war unter anderem Thema während der Sitzung des Ausschusses für Bildung und Erziehung am Donnerstagabend im Neerstedter Rathaus. Und um eines vorwegzunehmen: Die Ausschussmitglieder konnten sich in Bezug auf die konkrete Standortfrage noch nicht einigen – zudem soll das Ganze mehr Geld kosten, als bisher geplant war.

Zum Hintergrund: Bereits seit mehreren Jahren ist die Platzsituation laut Sitzungsvorlage in den Kindertagesstätten der Kommune angespannt. Aufgrund dessen wurde der „Arbeitskreis Kindertagesstätten“ im Frühjahr 2019 gebildet, um Maßnahmen zur Schaffung ausreichender Platzangebote zu erarbeiten. Zu Beginn des Kindergartenjahres 2020/2021 wurden nach Empfehlung dieses Arbeitskreises mehrere Kindergartengruppen geschaffen sowie eine Großtagespflegestelle für Mädchen und Jungen unter drei Jahren eingerichtet.

Da sich die Situation zum Kindergartenjahr 2021/2022 „nochmals deutlich verschärft hatte“, wurde die Kita „Schatzkiste“ in Neerstedt in Modulbauweise errichtet. Im Kindergarten- sowie Krippenbereich ist die Situation für das Kindergartenjahr 2022/2023 etwas entspannter (Ein ausführlicher Bericht folgt). Aber aufgrund der Entwicklung der Gemeinde und den Kinderzahlen sei davon auszugehen, dass der Bedarf an Plätzen zur Betreuung auch in den folgenden Jahren weiter gegeben ist, heißt es weiter. Zunächst war von einer mindestens zweigruppigen Kita mit Kosten in Höhe von 1,21 Millionen Euro geplant worden. Aufgrund der aktuellen Platzzahlen und der Prognose für die weiteren Kindergartenjahre werde deutlich, dass im Bereich Krippe und Hort reagiert werden müsse. Daher schlägt die Verwaltung einen Neubau einer mindestens fünfgruppigen Kindertagesstätte vor. Daher müsse der Ansatz auf 3,63 Millionen Euro erhöht werden.

Als Übergangslösung errichtet worden: Der Kindergarten „Schatzkiste“ in Modulbauweise, der sich neben der Kita „Unterm Regenbogen“ in Neerstedt befindet.

Laut einer von der Verwaltung erstellten Wirtschaftlichkeitsanalyse hat sich als bester Standort die Fläche zwischen der Kita „Unterm Regenbogen“ in Neerstedt und den Tennisplätzen herausgestellt. Der Arbeitskreis „Kindertagesstätten“ hatte die Frage nach dem Standort zuvor erörtert und sechs Plätze herausgearbeitet. Mit dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Standort gibt es aus den Reihen des Arbeitskreises jedoch Kritik in Bezug auf die angespannte Verkehrssituation und die damit einhergehende Sicherheitsproblematik für die Kinder. Es wurde daher vereinbart, diese Thematik weiterhin im Arbeitskreis „Wegesicherheit“ zu behandeln.

Summe von 3,63 Millionen Euro wird mit Sperrvermerk versehen

Ferner sei in den Beratungen des Arbeitskreises „Kindertagesstätten“ deutlich geworden, dass die bislang angestrebte Größe einer zwei- gruppigen Einrichtung nicht ausreichend sei, heißt es. Die beiden Kitas in Brettorf und Neerstedt in Modulbauweise – „Kleeblatt“ und „Schatzkiste“ – sollen in den Neubau umsiedeln. Aus Platzgründen solle die Kleingruppe in der Kita „Unterm Regenbogen“ ebenfalls in das neue Gebäude einziehen.

Insa Huck (SPD) sagte: „Im Arbeitskreis war schon deutlich zu merken, dass die Brettorfer mit dieser Containerlösung zufriedener sind, als wenn sie in Neerstedt untergebracht werden sollen.“ Angesichts der Haushaltssituation mit einem Defizit von rund 3,2 Millionen Euro „und dem riesigen Betrag von 3,6 Millionen Euro haben wir uns die Frage gestellt, ob der Bau durch einen Investor möglich ist. Also, dass ein Investor das Gebäude errichtet und die Gemeinde es dann anmietet und betreibt oder es durch einen Träger betreiben lässt. Das würde den Haushalt jetzt ganz aktuell entlasten“, so Huck. Sie bat die Verwaltung, dies zu prüfen schlug vor, die Summe mit einem Sperrvermerk zu versehen.

Markus Knoop (CDU) äußerte hinsichtlich der angespannten Haushaltslage ebenfalls seine Bedenken. Zwar sehe seine Fraktion die Notwendigkeit eines neuen Kindergartens, „weil es ja auch langfristig eine Nachfolge für die Containerlösung geben soll“, aber er tue sich schwer damit, die Summe jetzt schon im Haushalt vorzusehen. „Es kann ja auch sein, dass ab Mitte des Jahres ganz andere Herausforderungen auf uns zukommen werden und wir die Gelder an einer ganz anderen Stelle brauchen.“

Claudia Harkai-Neu schlägt Containerlösung vor

Claudia Harkai-Neu (Grüne) schlug eine Containerlösung vor. „Es gibt eine Firma, die ganz tolle für Kitas baut und man sieht nicht, dass es Container sind.“

Von der Verwaltungsseite aus werde eine gewisse Dringlichkeit gesehen, entgegnete Bürgermeisterin Antje Oltmanns. „Wir haben das Problem, dass auch für Container Baugenehmigungen erforderlich sind und wir sind da im Zugzwang, eine endgültige Lösung zu finden.“

Da nicht alle Ausschussmitglieder mit dem von der Verwaltung ermittelten Standort zufrieden waren, sprachen sie sich lediglich für einen Standort in Neerstedt aus. Zudem stimmten alle dafür, die 3,63 Millionen Euro mit einem Sperrvermerk zu versehen.

Zudem waren sie sich einig, dass die Vor- und Nachteile einer kommunalen und/oder einer externen Trägerschaft sowie Investorenmöglichkeiten zu ermitteln, der Politik vorzustellen und entsprechende Förderanträge zu stellen sind.  

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Wildeshausen: Ärger über Hundehaufen auf der Auffahrt

Wildeshausen: Ärger über Hundehaufen auf der Auffahrt

Wildeshausen: Ärger über Hundehaufen auf der Auffahrt
Was wird aus „Hackfeld’s Dorfkrug“ in Klein Ippener?

Was wird aus „Hackfeld’s Dorfkrug“ in Klein Ippener?

Was wird aus „Hackfeld’s Dorfkrug“ in Klein Ippener?
Wohnhäuser auf Grashorn-Areal?

Wohnhäuser auf Grashorn-Areal?

Wohnhäuser auf Grashorn-Areal?
Aktuell 1.600 Corona-Infizierte im Landkreis Oldenburg

Aktuell 1.600 Corona-Infizierte im Landkreis Oldenburg

Aktuell 1.600 Corona-Infizierte im Landkreis Oldenburg

Kommentare