Erzieher sammeln im RUZ Ideen für den Aktionstag am 20. April

Kindergärten befassen sich mit Mobilität und Klimaschutz

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Anna Görke vom Kindergarten „Dötlinger Strolche“ (vorne, l.) baute zusammen mit Kolleginnen aus Schierbrok, Bookholzberg und Falkenburg Autos mit Luftantrieb – eine „gute Idee für den Aktionstag in der Kita“, fand sie.

Dötlingen/Ganderkesee - Von Tanja Schneider. In Zeiten, in denen das Bundesverwaltungsgericht Fahrverbote für Diesel erlaubt, denkt beim Stichwort „Mobilität und Umwelt“ natürlich jeder sofort ans Auto und seine Abgase. Dass das Thema ein viel breiteres Spektrum und vielfältige Möglichkeiten zur kindgerechten Aufbereitung bietet, erfuhren am Mittwoch die Mitarbeiter der Kindertagesstätten in den Gemeinden Dötlingen und Ganderkesee. Im Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen sammelten sie Ideen für den vierten gemeinsamen Klimaschutzaktionstag.

„Nach den Themen Konsum und Ernährung sowie dem Tag ohne Strom steht am 20. April die Mobilität im Mittelpunkt – und die Frage, was sie mit dem Klimaschutz und dem Kindergarten zu tun hat“, informierte RUZ-Projektmitarbeiterin Katharina Witte, die den rund 30 Erziehern zusammen mit ihren Kollegen Anregungen zur Gestaltung eines solchen Tages oder auch gleich einer ganzen Woche lieferte. Im Zuge der Fortbildung wurde schnell deutlich: Es geht um mehr als um das Auto. Im Fokus standen unterschiedliche Möglichkeiten der Fortbewegung und passende Aktionen dazu. „Mit Krippenkindern kann man beispielsweise gut Lieder wie ,Zeigt her eure Füße‘ singen, mit älteren Mädchen und Jungen lässt sich auch die Entwicklung der Mobilität erkunden“, sagte Witte.

Da das Basteln in Kindergärten immer beliebt ist, erfuhren die Mitarbeiter, wie sie mit den Kindern Autos mit Luftantrieb bauen können. Mit Pappe, Schere und Luftballon entstanden recht schnell die Gefährte. „Anhand dieser Autos lassen sich mit den Kindern gut verschiedene Antriebsformen samt der Vor- und Nachteile besprechen“, so Witte. Was hat ein Elektroauto für Auswirkungen auf die Umwelt und wie sieht es bei einem Diesel aus? Wichtig sei zudem die gemeinsame Suche nach Antworten auf Fragen wie „Wann kann man auf das Auto verzichten?“ und „Was gibt es für Alternativen?“. Witte riet auch zur Einbindung der Eltern. „Zum Beispiel könnten Fahrgemeinschaften thematisiert werden“, schlug sie vor.

Neben der eigenen Fortbewegung ging es auch um den Transport von Lebensmitteln, Kleidung, Möbeln und vielem mehr. Dabei gab es im RUZ einige überraschende Erkenntnisse – zum Beispiel, dass der CO2-Ausstoß bei einer von den Kanaren eingeflogenen Tomate geringer ist als bei einer, die im Winter in einem beheizten Gewächshaus in der Region groß geworden ist. „Am Besten ist natürlich regional und saisonal“, betonte RUZ-Mitarbeiterin Claudia Kay.

An einer weiteren Station ging es um das Fahrrad und einfache Reparaturen. Dabei erfuhren die Erzieher unter anderem, wie sie einen Reifen flicken. Fahrrad und Roller spielen auch im Rahmen der Verkehrserziehung in der Brettorfer Kita „Filibuster“ eine große Rolle. Pünktlich zum Klimaschutzaktionstag soll auch wieder die Polizei in der Einrichtung vorbeischauen und die Räder kontrollieren, verriet Kita-Leiterin Gudrun Löhlein, die ebenso bei der RUZ-Fortbildung dabei war wie Anna Görke von den „Dötlinger Strolchen“ und Marlies Specketer vom Neerstedter Kindergarten „Unterm Regenbogen“. Auch dort sollen die Kinder am 20. April möglichst mit dem Rad vorfahren.

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