Kinder sollen sich als Teil der Natur erleben

Schullandheim kooperiert mit  Verein „Emotion“

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Zweitklässler aus Berne lernten im Wald die Natur und sich selbst besser kennen.

Dötlingen - Immer wieder überrascht sei Angela Brüggemann davon, wie Kinder durch kleine Dingen viel lernen können. Diese Beobachtung hat die Betreiberin des Bremer Schullandheims in Dötlingen bei den erlebnispädagogischen Programmen des Sandkruger Vereins „Emotion“ gemacht, mit dem die Einrichtung seit März kooperiert.

„Es geht nicht darum, dass die Kinder hier eine Woche nur spielen“, so Brüggemann. „Die Klasse soll durch die Aktionen als Team zusammenwachsen.“ Diesen Ansatz verfolgen die Trainer von „Emotion“. Die Programme richten sich zwar auch an Erwachsene und Unternehmen, doch im Schullandheim sind vor allem Erlebnisse für Klassen gefragt. Für ein bis zwei Tage begleiten die Pädagogen die Schüler und bereiten verschiedene Aktionen vor.

„Die Kinder sollen über Gefühle und Erlebnisse lernen, nicht bloß Wissen konsumieren“, erläutert „Emotion“-Geschäftsführerin Sabine Rickels. „Hier können sie sich als Teil der Natur erleben, herumschleichen, verstecken oder Feuer machen.“ Dahinter stehe immer das Ziel, den Mädchen und Jungen Achtsamkeit, Wertschätzung sowie ein Gefühl für die eigenen Stärken zu vermitteln. Das funktioniere über gemeinsames Arbeiten im Team, wie beim Bau einer Kugelbahn aus Naturmaterialien. Die Utensilien für viele Aktionen seien im Grünen zu finden. Deswegen sei Dötlingen so gut geeignet: „Der Platz hier ist unheimlich schön. Er hat eine gute Energie und es gibt einen wunderschönen Wald direkt an der Hunte“, so Biologin Rickels. Es gehe zwar um „Abenteuer vor der Haustür“, doch für einige Teilnehmer sei bereits der rund zehnminütige Gang zum Huntepadd zu viel: „Manche Klassen sind schon vom Weg platt.“

An einem Tag stehen zwischen fünf und zehn spielerische Naturerfahrungen auf dem Programm. „Die Kinder werden richtig gefordert. Das merkt man abends“, meint Brüggemann. „Sie sind positiv erschöpft, wirken ruhig und zufrieden.“ Für viele Mädchen und Jungen sei es der erste engere Kontakt mit dem Wald. „Er ist ein perfekter Lernraum und die Kinder kommen mal aus ihrer Komfortzone heraus“, erläutert Rickels. Das sei auch nötig: „Es ist ein Trend zu erkennen, dass die Koordination vielen Schülern schwerer fällt als früher.“ Diesen Eindruck hat auch Brüggemann: „Es verändert sich viel bei Kindern und Jugendlichen. Sie treffen sich nicht mehr so oft draußen zum Spielen und die Motorik lässt nach.“

Aber auch Lehrer können etwas lernen: „Man kann sich zurücknehmen“, sagt Bettina Weniger. Sie ist Pädagogin einer Grundschule in Berne und mit zwei Klassen in Dötlingen. „Das Programm öffnet eine andere Perspektive.“

Sechs Mal hat der Verein bislang im Golddorf mit Schulklassen gearbeitet. „Es ist 2018 mehr passiert, als gedacht“, so Brüggemann. Auch sonst sei sie mit der Auslastung im Heim derzeit zufrieden. „Die Buchungslage ist super“, berichtet sie. „Auch das nächste Jahr läuft schon gut an“.  J pp

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