19 Kinder bei Outdoor-Woche in Dötlingen dabei

Vom Zauber und Überleben in der Natur

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Feuer machen, aber wie? Dieser Frage gingen die Teilnehmer der Naturerlebniswoche in Dötlingen gestern Nachmittag an der selbst gebauten Feuerstelle auf den Grund. Der Aschenstedter Volker Wessels (l.) hatte hierfür schon unterschiedliche Brennmaterialien zusammengetragen und gab ein paar Tipps.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Wie macht man ohne ein Streichholz Feuer? Welche Pflanzen im Wald sind genießbar? Und welche Kräuter eignen sich für die Herstellung eines Hustensafts? Viel Wissenswertes rund um die Natur erfahren derzeit 19 Kinder im Dötlinger Huntetal.

Im Rahmen einer Outdoor-Erlebniswoche der Volkshochschule lernen die Mädchen und Jungen, in der Wildnis zurechtzukommen und können sich gleichzeitig kreativ entfalten.

„Kräuter, Kunst und Kämme“ lautet das Motto dieses Projektes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Ausgearbeitet haben das fünftägige Programm die Aschenstedter Volker Wessels und Heike Agresti, die von den Dozenten Horst Ukena, Caroline Ritscher und Marion Kanczok unterstützt werden. „Jeder hat bestimmte Kenntnisse, die er vermitteln möchte“, erläuterte Agresti, die die Jugendlichen im Alter von zehn bis 16 Jahren in zwei Gruppen geteilt hat. Basis ist die Jagdhütte auf dem Gelände des Polizeisportvereines. Während die einen dort gestern Schalen, Teller und Trinkgefäße aus Lehm von der Hunte töpferten, versuchten andere, ein Feuer zu entzünden.

„Die Feuerstelle haben wir gleich am ersten Tag gebaut“, erzählte Agresti. Gemeinsam hoben die Kinder ein Loch aus, umrahmten es mit selbst gesammelten Steinen und sorgten noch für eine Schicht Lehm. Damit die Gruppe auch etwas geschützt um das Feuer sitzen kann, baute sie einen Windfang, für den sie Weiden flechtete. „Juhu, und der Unterstand steht sogar noch“, freuten sich die Kinder, als sie ihn gestern ansteuerten. Wessels hatte dort schon unterschiedliche Brennmaterialien angehäuft – von Nadeln über Birkenrinde bis hin zu größeren Ästen. Die meisten Teilnehmer haben bislang nur mit Streichholz oder Feuerzeug gezündelt. Wessels zeigte ihnen, wie sie mit Magnesiumstick und Baumwolle ein Feuer entfachen. „Und wenn ihr keine Wolle habt, könnt ihr zum Beispiele auch Spinnweben nehmen.“ Bastian traute sich gestern als Erster. Ratzfatz loderte eine Flamme, die nun gefüttert werden wollte. „Erst mit den kleinen Materialien, dann mit den größeren“, riet Wessels.

Der Aschenstedter hatte mit den Kindern und Jugendlichen am Vormittag bereits eine Wanderung unternommen und ihnen gezeigt, was alles im Wald wächst und lebt. Infos zu Pilzen gab es dabei ebenso wie zu Kräutern. Letzte werden unter dem Motto „Zauber der Natur“ auch verarbeitet. „Das hier wird Hustensaft“, erzählte die zehnjährige Pia, die in der Jagdhütte an der Herdplatte stand und in einem großen Topf rührte. „Da sind Wasser, Zucker und Spitzwegerich drin.“ Die Oldenburgerin nimmt mit einer Freundin an der Naturerlebniswoche teil. Sie sind die einzigen Mädchen. „Aber das ist o.k., nur der Matsch draußen stört ein bisschen“, sagte Pia und rührte fleißig weiter. „Der Saft wird irgendwann fester – wie Sirup“, ergänzte Ritscher, die mit den Teilnehmern auch schon Bonbons aus Zucker und Salbei gemacht hat.

Für das Abschlussfest am Freitag ab 14 Uhr, bei dem die Kinder ihren Eltern zeigen wollen, was sie in der Woche erlebt haben, möchte die Gruppe noch Kräuterbutter machen. „Und möglichst mit Fisch aus unserem selbst gebauten Lehmofen servieren“, so Agresti. Zwei Tage lang haben die Mädchen und Jungen an dem Ofen gebaut. Erst aus Steinen und Lehm das Fundament geschaffen, dann aus Weiden das Gerüst gefertigt. Anschließend wurde ordentlich herumgematscht. Die Kinder vermengten Stroh, Pferdemist, Wasser sowie Ton. Und da Gummistiefel für die Woche zur Grundausstattung gehören, stiegen sie einfach in den Bottich und stampften das Gemisch durch, das sie anschließend auf das Weidengerüst werfen durften. „Der Ofen muss jetzt natürlich noch trocknen“, sagte Agresti.

Nicht nur deshalb gibt es geliefertes Mittagessen, gestern waren es Nudeln. Es vereinfacht auch die Abläufe. Anderthalb Stunden haben die Kinder, die von 10 bis 16 Uhr auf dem Gelände sind, Mittagspause. Diese nutzen sie zum Essen oder auch Malen. „Wir legen jeden Tag eine neue Papierrolle auf den Tisch, die kreativ bemalt wird“, freute sich Agresti. Zudem sollen sie selbst abwaschen, „was leider nicht so gut funktioniert“. Handys sind eigentlich tabu, dennoch können einige – zumindest in der Mittagspause – nicht die Finger von dem Smartphone lassen. Mahnende Worte müssen da manchmal sein – genauso, wenn sich die Gespräche bei den Jungen mal wieder nur um Computerspiele drehen.

Abseits der Mittagspause sind PC und Handy aber ohnehin schnell vergessen. Dann sind andere Sache „cool“, zum Beispiel das Bogenschießen, das von den Kindern höchste Konzentration erfordert oder das Basteln mit Waldmaterialien, bei dem die Fantasie gefragt ist.

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