Kein Geld für Garten, aber für Reetdächer 

Schul- und Kulturausschuss lehnt Anträge von Lopshof-Verein und BHV ab

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Der Sinnes- und Erlebnisgarten wurde 2012 eingeweiht und wird vom Lopshof-Verein gepflegt.

Neerstedt - „Abgelehnt“ hieß es gleich zweimal während der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses im Neerstedter Rathaus. Das Gremium erteilte sowohl dem Lopshof-Verein als auch dem Dötlinger Bürger- und Heimatverein (BHV) eine Abfuhr. Letzterer wollte einen Zuschuss zu den Weihnachtsbäumen, die die „Rentergruppe“ Jahr für Jahr in Dötlingen aufstellt, Ersterer eine finanzielle Unterstützung zur Unterhaltung des Sinnes- und Erlebnisgartens hinter dem Lopshof. Beide Anliegen wurden nicht im Etatentwurf 2020 berücksichtigt. Die übrigen Haushaltspositionen segnete das Gremium einstimmig ab. Zudem sprach es sich – entgegen der Empfehlung der Verwaltung – mehrheitlich dafür aus, den Ansatz für die Bezuschussung von Reetdachsanierungen nicht auf Null zu setzen, sondern hierfür 5000 Euro einzuplanen.

Jahrelang hatte die Kommune für die Reetdachsanierung ein Budget in Höhe von 10.000 Euro, das allerdings nicht immer ausgeschöpft wurde. Schon für den Etat 2019 war es auf dem Prüfstand, wurde dann aber aufgrund schon vorliegender Anträge auf 15.000 Euro erhöht – mit dem Zusatz, ab 2020 auf die Zuschüsse verzichten zu wollen. „Die Reetdächer sind ein Markenzeichen Dötlingens. Deshalb hätte ich gerne eine Förderung“, sagte Dirk Orth (Bündnis 90/Die Grünen). „Wir auch“, ergänzte Eckehard Hautau für die FDP. Bürgermeister Ralf Spille schmeckte dies gar nicht. „Das ist null Muss, eine absolut freiwillige Leistung“, betonte er. Und diese könne sich die Gemeinde angesichts des 2,6-Millionen-Euro-Defizits im Ergebnishaushalt nicht mehr leisten. „Zudem glaube ich nicht, dass irgendjemand seine Dachsanierung von dem Zuschuss abhängig macht.“ Der Ausschuss votierte dennoch – mit einer Enthaltung von Thore Güldner (SPD) – für die Ausgabe.

Einen 1500-Euro-Zuschuss für die Unterhaltung des Sinnes- und Erlebnisgartens wollte das Gremium hingegen nicht gewähren, „weil für uns die Vereinbarung gilt“, sagte Orth. Die Kommune hatte die Errichtung des Gartens vor etwa siebeneinhalb Jahren mit 6 900 Euro bezuschusst. „In der Vorstellung des Projektes wurde darauf hingewiesen, dass keine Folgekosten für die Gemeinde anfallen würden“, hieß es in der Vorlage für den Ausschuss. Der Garten stelle zwar einen Bonus für Besucher – hauptsächlich Spaziergänger auf dem Huntepadd – dar, sei jedoch kein starker alleiniger Anziehungspunkt und daher nicht ausschlaggebend für den Tourismus. Angesichts der jährlichen Pflege- und Reparaturkosten von 7000 Euro riet Güldner dem Lopshof-Verein, andere Fördermöglichkeiten zu suchen.

Der Antrag des Dötlinger Bürger- und Heimatvereines auf Bezuschussung der Weihnachtsbäume (500 Euro) fand aus Gründen der Gleichbehandlung keine Zustimmung. Denn in Brettorf und Neerstedt werden sie durch die Vereine und Sponsoren finanziert. Würde dem Antrag stattgegeben, müsste diese Zuwendung auch den weiteren Ortschaften zugesprochen werden. Orth schlug vor, lieber einmalig Bäume zu pflanzen und wachsen zu lassen, als jährlich neue anzuschaffen.

Kultur und Tourismus

Für den Bereich „Kultur und Tourismus“ sind die Haushaltsansätze ansonsten übersichtlich. Investive Maßnahmen sind keine geplant. Im konsumtiven Teil finden sich 283 Euro für den Flyer des Gästeführerteams, 900 Euro für die Gästeführerausbildung und das Kulturbudget in Höhe von 5 000 Euro. „Für 2019 gab es mehrere Anträge von unterschiedlichen Gruppen“, teilte der Bürgermeister auf Nachfrage von Ditte Höfel (CDU) mit.

Für die Erneuerung des Radroutenleitsystems sowie der Wanderwege in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Wildeshauser Geest sind 8000 Euro eingeplant. Die Umlage für den Naturpark konnte von 9000 auf 6000 Euro gesenkt werden. Grund ist eine fixe Fördersumme, die der Zweckverband künftig vom Land erhält. Da es zudem Umstrukturierungen gab, schlug Orth vor, mal einen Naturpark-Vertreter in den Schul- und Kulturausschuss einzuladen. Diese Anregung nahm Bürgermeister Spille gerne auf.

Schule

Im konsumtiven Bereich für die Schulen wurden alle Vorjahressätze übernommen. Nicht berücksichtigt wurde ein Antrag der Grundschule Dötlingen auf Anschaffung von fünf Dokumentenkameras im Wert von 4 633 Euro. Das Anliegen ist mittlerweile auch überholt. Denn wenn die Schule im Rahmen der Umsetzung des Medienkonzeptes Tablets erhält, werden die Dokumentenkameras überflüssig. Im investiven Teil des Schul-Etats stehen Pauschalansätze von jeweils 2000 Euro für beide Grundschulen, 6 600 Euro für den Erwerb von Vermögensgegenständen für die Neerstedter Schule, darunter Schränke, und die Zuweisung in Höhe von 48.000 Euro an die Stadt Wildeshausen für die Nutzung der weiterführenden Schulen.

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