Gutachten soll Optimierungspotenzial aufzeigen

Kann Verwaltung „Kür“ noch leisten?

Dötlingen - (ts) · Wie viel Zeit wenden die Verwaltungsmitarbeiter für die verschiedenen Aufgaben auf? Welche Arbeitsabläufe können optimiert werden? Und welche freiwilligen Leistungen kann die Gemeinde Dötlingen noch bewältigen? Diese Fragen will die Verwaltung im kommenden Jahr mit Hilfe eines Organisationsgutachtens klären. Mit Blick auf die schlechte Haushaltslage soll dann in erster Linie ermittelt werden, wo sich noch ein paar Euro einsparen lassen.

Schon während der Ratssitzung hatte Dierk Garms (FDP) gesagt: „Wir werden nicht umhin kommen, die teilweise üppigen Strukturen in der Gemeinde umzubauen, damit wir das ‚Unternehmen Gemeinde‘ überhaupt noch bezahlen können“. Diese Aussage habe bei einigen Mitarbeitern im Rathaus für Irritationen gesorgt, sagte gestern Bürgermeister Heino Pauka, der klarstellte: „Er meinte damit nicht die Personaldecke“. Diese sei ohnehin dünn. Das zeigten die mehr als 2 000 Überstunden der Verwaltungsmitarbeiter in diesem, aber auch in den Jahren davor. Angesichts des Mehraufwandes durch die Einführung der Doppik sei in diesem Bereich sogar noch eine zusätzliche Stelle nötig. „Um seinen Arbeitsplatz muss hier also niemand bangen“, betonte er.

Garms Aussage sei vielmehr als Signal nach außen zu verstehen. „Die Bürger sollten sich darauf einstellen, dass es Änderungen geben wird und sie sich von manchen Dingen verabschieden müssen“, sagte Pauka. Damit verwies er darauf, dass im Rathaus neben der Pflicht derzeit auch die Kür geleistet werde – freiwillige Arbeit wie die Tourismuswerbung, die die Verwaltung nicht übernehmen müsste.

Im Rahmen des externen Gutachtens, für das die Gemeinde 20 000 Euro im Haushalt eingeplant hat, soll ermittelt werden, was genau an welcher Stelle an Arbeit anfällt, wie sie bewältigt wird und ob sie überhaupt geleistet werden muss. Dabei werde sich zeigen, „ob die Pflicht noch schmaler gestaltet werden kann und von welchen freiwilligen Aufgaben sich die Verwaltung trennt“, so Pauka. Ebenso auf dem Prüfstand steht der Bauhof. „Auch hier werden wir sicherlich Optimierungspotenzial feststellen, Wunder sollten aber nicht erwartet werden“, erklärte der Verwaltungschef.

Letztendlich entscheide der Rat darüber, welche Punkte des Gutachtens umgesetzt werden und damit auch welche Leistungen entfallen. „Es wird einiges kommen, das weh tun und Diskussionen auslösen wird – und das bereits vor der Kommunalwahl“, prophezeite Pauka. „Aber je eher wir eine klare Linie finden, desto besser.“ Ihm sei es lieber jetzt selbst über Maßnahmen zur Einsparung zu entscheiden, als dass irgendwann die Kommunalaufsicht eingreift.

Entfällt in der Verwaltung die Übernahme einiger freiwilliger Leistungen werde es allerdings schwer, das derzeitige Niveau zu halten. Hier sieht Pauka auch die Bürger in der Pflicht. „Wir brauchen mehr ehrenamtlich Engagierte“ sagte er.

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