Sportart Kaninhop

Wenn Kaninchen wie Pferde springen

Ein Kaninchen springt über ein Hindernis
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Und hopp: Kaninchen Nyra springt mit Geschirr und Leine über ein Hindernis.

Brettorf – Vor 18 Jahren fing es an: Da hat Anja Abel zum ersten Mal die Sportart Kaninhop im Fernsehen bei „Hund, Katze, Maus“ gesehen. „Seit ich denken kann, habe ich immer Kaninchen gehabt.“ Nach der Sendung hat sie es dann einfach mal mit ihren kleinen Haustieren ausprobiert.

2011 ist Abel dem Rassekaninchenzuchtverein I2 Delmenhorst beigetreten. Mittlerweile trainiert sie mit ihren Kaninchen weniger, aber sobald die Corona-Verordnung es wieder zulässt, möchte sie wieder Trainings bei sich auf dem Hof in Brettorf anbieten. „Wir warten drauf, dass wir wieder loslegen können“, sagt Abel.

Kaninhop werde gerne mal als Reitsport des kleinen Mannes bezeichnet, verrät die 30-jährige Brettorferin mit einem Lachen. „Kaninchen sind im Vergleich zu Pferden relativ günstig im Unterhalt und der Pflege.“ Was genau ist Kaninhop denn aber eigentlich?

„Das ist ein Hindernisspringen für Kaninchen“, erklärt sie. Die Tiere springen entweder mit oder ohne Leine über die Hürden. „Wenn sie ohne Leine springen, sieht man, dass das Tier es freiwillig macht.“ Ist aber beispielsweise ein Hund in der Nähe, sei es für die kleinen Tiere sicherer, wenn sie angeleint sind. „Die Leinen müssen mindestens zwei Meter lang sein“, informiert Abel.

Hindernisse sind unterschiedlich hoch

Wie hoch die Hindernisse sind, sei unterschiedlich, erklärt die Expertin. Es gebe vier verschiedene Klassen: leicht, mittelschwer, schwer und Elite. „Mit maximal 25 Zentimetern Höhe und 25 Zentimetern Weite startet man“, informiert Abel. Die Elite-Kaninchen könnten über Hindernisse springen, die bis zu 50 Zentimeter hoch sind. Der Untergrund des Parcours besteht entweder aus Teppich, Rasen oder Sand.

Die Sportart kommt übrigens aus Schweden. Über Dänemark kam sie dann nach Deutschland, erklärt die 30-Jährige, die zusammen mit ihrem Freund 49 Kaninchen bei sich zu Hause hat. „Das ist immer schwankend, weil ich auch züchte“, sagt sie. Untergebracht seien sie in Stallungen auf dem Hof.

2005 habe sie mit dem Züchten angefangen. „Ich züchte Zwergwidder eisengrau-weiß und havannafarbig-weiß sowie Löwenköpfchen rhönfarbig und japanerfarbig. Mein Freund hat Deutsche Riesen chinchillafarbig“, berichtet sie. Aber nicht mit allen 49 Tieren betreibe sie die Sportart, sondern nur mit zweien: dem schwarz-weißen Holländer „Domino“ (drei Jahre alt) und dem Zwergwidder „Flavum“ (sechs Jahre).

Bietet Trainings an: Anja Abel.

Ist jedes Tier für die Sportart geeignet? „Im Prinzip kann es jedes Tier, man muss aber auch die Zeit ins Training reinstecken.“ Der Charakter des Kaninchens spiele jedoch auch eine Rolle, meint Abel, die hauptberuflich als Lebensmitteltechnologin in Bremen arbeitet. Ihre Tiere könne sie mit Leckerlis nicht locken, über ein Hindernis zu springen. „Das klappt bei meinen Kaninchen nicht“, sagt sie und lacht.

Wenn sie acht Wochen alt sind, könne bereits mit dem Training begonnen werden. „Am Anfang sollte man natürlich nicht so hoch bauen. Man sollte nicht gleich eine 50 Zentimeter hohe Hürde benutzen“, so Abel und lacht. Sie erzählt, dass die meisten Tiere irgendwann von ganz alleine springen würden. Bis vor drei Jahren war sie noch als Kaninhop-Schiedsrichterin tätig. „Den Posten habe ich wegen der Arbeit und des Studiums niedergelegt.“

2020 waren keine Turniere möglich

Sie informiert, dass die Kaninchen nicht überfordert werden sollten. Alle 14 Tage zu trainieren sei ein gutes Maß – bei Anfängern für etwa zehn bis 15 Minuten. „Wir trainieren anderthalb Stunden, aber die Tiere sind nicht permanent in Bewegung, denn während des Trainings wird gewechselt.“

Zu den Kursen kämen sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene. Vor der Pandemie habe sie die Trainings alle zwei Wochen angeboten. „Im vergangenen Jahr konnten wir sie zweimal anbieten.“ Turniere waren ebenfalls nicht möglich, berichtet die 30-Jährige, die sich übrigens 2012 mit Zwergwidder-Häsin „Nigra“ den Europameisterschaftssieg gleich doppelt geholt hat.

Kaninchen Domino im Sprung.

Was ist daran, dass es so viel Spaß macht? „Der Umgang mit den Tieren, man lernt sehr viel dabei.“ Aus ihrer Sicht sei es ebenfalls für Kinder eine positive Erfahrung. „Sie lernen Verantwortungsbewusstsein, weil sie das Tier füttern und pflegen müssen. Zudem lernen sie, wie das Tier reagiert und die Körpersprache und Kommunikation kennen“, findet die Brettorferin.

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