Serie „Unsere Feuerwehr“

Kampf gegen Brände und Klischees

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Mehr als „nur“ Feuer löschen – Die Aufgaben der Brandschützer werden immer komplexer.

Dötlingen - Eine Katze vom Baum retten und sich dann vollaufen lassen? Jannis Wilgen, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Dötlingen, räumt mit Klischees und Irrtümern auf.

Die Ehrenamtlichen sind nur Beiwerk zur Berufsfeuerwehr.

Laut Wilgen sind von den rund 25.000 Feuerwehren in Deutschland nur 105 Berufsfeuerwehren. Die Ehrenamtsquote liege so bei 95 Prozent. Im ländlichen Raum sei das allerdings hauptsächlich Zugezogenen nicht klar.

Feuerwehr ist für Möchtegern-Helden.

„Solche Leute können wir am wenigsten gebrauchen“, meint Wilgens. „Wer Heldentaten Einzelner wie im Film erwartet, ist bei der Feuerwehr fehl am Platz.“ Vielmehr sei eine Mischung verschiedener Charaktere wichtig, die sich im Einsatz ergänzen und gut improvisieren können.

Feuerwehr ist Männersache.

Weibliche Mitglieder sind zwar noch in der Unterzahl, dennoch gibt es in allen drei Ortswehren in der Gemeinde seit Jahren auch Frauen unter den Aktiven. Bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr ist ihr Anteil bereits höher. Die Feuerwehr würde es begrüßen, wenn sich mehr Frauen aktiv einbringen.

Eine Katze vom Baum zu retten, ist der typische Einsatz.

Wilgen erinnert sich keinen einzigen derartigen Fall in den vergangenen fünf Jahren. Die Stubentiger kämen nämlich in der Regel vom Ast herunter, sobald sie hungrig sind und würden beim Trubel während einer Rettung eher noch weiter hinauf klettern. Häufiger seien Großtierrettungen. So haben die Kameraden vor rund zwei Jahren zwei Kühe aus einem Güllekeller befreit.

Die Feuerwehr löscht hauptsächlich Brände.

Durch verbesserte Brandschutzbedingungen sind solche Einsätze Wilgen zufolge mittlerweile in der Minderheit. Dafür würden technische Hilfeleistungen nach Verkehrsunfällen und Unwettern zunehmen. Die Anforderungen an die Feuerwehr haben sich in den letzten Jahren gewandelt und sind komplexer geworden.

Bei der Feuerwehr wird viel Alkohol getrunken.

„Dieses Image wird man nur ganz schwer los“, ärgert sich Wilgen. Heutzutage sei der Anspruch aufgrund der komplexeren Ausbildung deutlich professioneller als noch vor 40 oder 50 Jahren. Und alkoholisiert zu Einsatz oder Übungen zu erscheinen, sei ein absolutes Tabu. 

Zwar gehöre Geselligkeit zur Feuerwehr dazu, und beim gelegentlichen Grillen würde der ein oder andere auch mal ein Bier trinken, aber selbst dann bleibe stets eine Einsatzbereitschaft nüchtern. „Im Dienst hat Alkohol nichts verloren“, stellt Wilgen klar.

Da Erfahrungen das beste Mittel gegen Klischees sind, empfiehlt der Pressewart jedem, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen.

pp

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