Jungvögel nicht unnötig aufnehmen

Nabu Dötlingen appelliert an Vogelretter

Von einem Jungtier kaum zu unterscheiden: Eine ausgewachsene Blaumeise.
+
Von einem Jungtier kaum zu unterscheiden: Eine ausgewachsene Blaumeise.

Es zwitschert und piept in der Natur. Kein Wunder, denn besonders in der jetzigen Jahreszeit schlüpfen viele Singvögel. Aufgrund der hohen Anzahl an Jungvögeln bittet der Nabu Dötlingen, die Tiere nicht aufzulesen, sollten sie auf dem Boden gefunden werden.

„Über Pfingsten, wenn die Menschen draußen unterwegs sind, können viele Jungvögel gefunden werden“, erzählt Wolfgang Pohl, Vorstand des Nabu Dötlingen/Wildeshausen, der seit 2016 existiert. Vögel, die noch nicht flügge seien, würden gerne mal aus ihren Nestern fallen. 200 davon seien alleine auf Dötlinger Gebiet für diverse Arten angebracht.

„Oft scheinen kleine Meisen, oder auch Amseln vollkommen verlassen und hilflos zu sein“, erklärt auch Marianne Bernhard-Beeskow, ebenfalls Vorständin des ortsansässigen Nabu. „Aber das ist fast immer eine Täuschung.“ Sie würden weiterhin von ihren Eltern versorgt werden, denn die teilweise noch nicht flugfähigen Vögel werden auch am Boden von den Eltern gefüttert. Die Jungen verhielten sich dabei meist sehr ruhig, um nicht entdeckt zu werden. Erst wenn sie den Ruf eines Elterntieres hören, werden sie aktiv und gäben Antwort. Diese Versorgung dürfe nicht unterbrochen werden. „Am besten, man lässt die Tiere in Ruhe“, so Pohl. So sollten auch vermeintlich kranke Tiere nicht aufgelesen werden. „Meisen sind geschickt darin, mit solchen Situationen umzugehen“, so Pohl. Ansonsten solle der Mensch den Lauf der Natur nicht unbedingt stören.

Die Blaumeise, die zwei Mal zwischen April und Juni brütet, könne bis zu 15 Eier legen. Nach dem Schlüpfen sind die Jungtiere etwa 20 Tage im Nest, erst danach werden sie flügge. Junge Kohlmeisen sehen den erwachsenen Vögeln sehr ähnlich. Ihr Federkleid ist jedoch etwas blasser und der dunkle Kopf eher schiefergrau. Zudem seien die Wangenfelder gelblich und noch nicht durch das kräftige, schwarze Halsband vom Rest des Körpers abgetrennt wie bei den Eltern.

Katzen sind die größte Gefahr für Singvögel

Trotzdem gebe es viel, um den Meisen im heimischen Garten zu helfen. „Katzen sind der größte natürliche Feind der Singvögel“, so Pohl. Bernhard-Beeskow fügt hinzu: „Ich habe gute Erfahrung damit gemacht, antizyklisch zu agieren und die Katze des Nachts hinaus und möglichst früh wieder herein zu lassen.“ Dann seien die Vögel in Sicherheit und die Katze könne ihren natürlichen Rhythmus ausleben, da diese nachtaktiv sei.

Der eigene Garten könne aber auch anders meisensicher gemacht werden. „Weitere Gefahren stellen nämlich Regenwassertonnen, die nicht mit Deckeln geschützt werden, oder fehlende Vogeltränken dar, falls es wieder heiß wird.“ Unterschätzt würden zudem auch großflächige Fensterscheiben. „Hier können spezielle Aufkleber Abhilfe schaffen. Es gibt inzwischen sogar welche, die für das menschliche Auge unsichtbar sind, aber von Vögeln durchaus wahrgenommen werden“, erklärt Bernhard-Beeskow.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt

Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt

Meistgelesene Artikel

Ein Hilfskonvoi und 150 000 Euro an Spenden

Ein Hilfskonvoi und 150 000 Euro an Spenden

Ein Hilfskonvoi und 150 000 Euro an Spenden
Marko Bahr will Wildeshauser Bürgermeister werden

Marko Bahr will Wildeshauser Bürgermeister werden

Marko Bahr will Wildeshauser Bürgermeister werden
Sattelzug brennt: 180.000 Euro Schaden

Sattelzug brennt: 180.000 Euro Schaden

Sattelzug brennt: 180.000 Euro Schaden
Selbstlose Hilfe in der Pandemie

Selbstlose Hilfe in der Pandemie

Selbstlose Hilfe in der Pandemie

Kommentare