„IndyFilms“-Crew hat Roadmovie in Norwegen gedreht

Junge Filmemacher freuen sich auf Kino-Premiere

Filmcrew und Darsteller waren zwei Wochen in Norwegen unterwegs: Elias Giersberg, Dominik Butzke, Joshua Neisser, Peter Steinke, Joost Harenborg, Austin Dobrin-Stein und Dominik Neisser (v.l.).

Hockensberg/Varnhorn/Syke - Das kreative Werkeln liegt Joost Harenborg. Beruflich baut er als Lehrling bei der Tischlerei von Döllen in Hockensberg Treppen, Türen sowie Tische und versucht sich, an Schnitzereien an Möbelstücken. Privat liebt der 18-Jährige das Fotografieren und Filmen. Schon 2013 gründete er mit Schulfreunden die Gruppe „IndyFilms“, die mit ihrem Debüt „Dark Cache“ direkt den ersten Platz bei der ,,Elbe-Weser-Filmklappe“ belegte.

Nun fiebert Harenborg einem besonderen Tag entgegen. Denn am Sonnabend feiert die Gruppe mit ihrem in Norwegen gedrehten Roadmovie „Jung sein verlernt man nicht“ Premiere – und dies auf großer Leinwand. Denn der Streifen wird ab 11 Uhr im Hansa Kino in Syke (Landkreis Diepholz) gezeigt.

Crowdfunding und Spenden finanzieren Projekt

Um das Filmprojekt zu realisieren, entwickelten die Beteiligten 2014/2015 ein Konzept, zu dem auch die Gründung eines gemeinnützigen Vereins gehörte. Spenden wurden gesammelt, unter anderem mit einem kleinen Filmausschnitt auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Durch die Unterstützung von Privatleuten, Firmen und Banken kam ein Gesamtbudget von rund 8.000 Euro zusammen. So konnten Harenborg, der in Varnhorn lebt, und seine „IndyFilms“-Kollegen, der 46-jährige Vereinsvorsitzende Dominik Neisser aus Bassum, der 17-jährige Elia Giersberg aus Süstedt sowie die 18-jährigen Dominik Butzke aus Bremen und Austin Dobrin-Stein aus Bookholzberg technisches Equipment und ein Filmfahrzeug kaufen. Den alten Mercedes-Kipper baute Harenborg gemeinsam mit seinem Vater um. Sie konstruierten einen komplett neuen Aufbau, sodass Platz für die Ausrüstung, zum Schlafen und Kochen entstand.

Gemeinsam mit Dobrin-Stein und Giersberg schrieb Harenborg das Drehbuch. Erste Szenen nahmen die Filmemacher im Juli 2015 in Ochtmannien (Landkreis Diepholz) auf. Denn dort lebt eine der Hauptfiguren des Films: der 17-jährige Fynn, gespielt von Butzke. Dieser wurde von seiner Freundin verlassen, ist total geknickt, findet aber Rückhalt bei seinem Opa. Es entsteht die Idee für eine Reise. Da sie kein Auto haben, fragen sie einen Freund. Dieser stellt sein Fahrzeug aber nur zur Verfügung, wenn er und sein Sohn mitfahren dürfen. Schließlich machen sie sich zu siebt auf den Weg – und das nicht nur im Film.

Im Film gehe es darum, aus dem Alltag auszubrechen

Bei den zweiwöchigen Dreharbeiten in Norwegen waren zudem Neissers Sohn Joshua und der 78-jährige Peter Steinke, der den Opa mimt, dabei. Auch wenn der Film vor atemberaubenden Naturaufnahmen nur so strotzt, es handelt sich nicht um eine Dokumentation. „Es gibt eine Story, jeder spielt eine Rolle und ein Stück weit auch sich selbst“, berichten sie. In „Jung sein verlernt man nicht“ gehe es darum, aus dem Alltag auszubrechen, Spaß zu haben und das Jungsein für sich zu entdecken – unabhängig vom Alter. Natürlich hat die Gruppe während der Reise auch das Thema „Generationenunterschied“ beziehungsweise „Zusammenleben von Jung und Alt“ begleitet. Für den damals zehnjährigen Joshua war alles ein großes Abenteuer. Film-Opa Steinke haderte ab und an mit den Übernachtungen in der Wildnis sowie der Spontanität der Jugendlichen. Und so interpretieren die Beteiligten auch den Film-Titel unterschiedlich.

Luftaufnahmen mit einem Quadrokopter

Beeindruckt waren alle von der Natur Norwegens, die Harenborg als Kameramann der Crew festhielt. Mit einem Quadrokopter hat er spektakuläre Luftaufnahmen gemacht. Dass er diesen fest im Griff hatte, ist kein Wunder. Denn Harenborg hat Erfahrung. 2012 hatte er die erste bewusste Begegnung mit der Fotografie, wie er beschreibt. Damals gehörte das Bauen und Fliegen von Modellflugzeugen zu seinen Hobbys. Da ihm dies allein zu langweilig wurde, befestigte er eine kleine Digitalkamera an einem seiner Flugzeuge. So entstanden die ersten Luftaufnahmen. Durch besseres Equipment sind diese mittlerweile wesentlich professioneller und in Kinoqualität.

Harenborg war für den Film auch der hauptverantwortliche Cutter. Er sichtete viele Terrabytes an Material und fügte alles Verwertbare sinnvoll zusammen. Anschließend galt es noch, die richtige Musik zu finden. Der 18-Jährige und die restliche Crew sind nun gespannt, wie ihr Werk beim Publikum ankommt. Jeder ist bei der Premiere willkommen. Da der gemeinnützige Verein das Kino gemietet hat, gibt es keinen Kartenvorverkauf. Spenden sind erbeten.

Weitere Informationen auf der Homepage.

www.indyfilms.de

al/ts

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