Nachwuchsgruppe für die Brandbekämpfer existenziell 

Jugendfeuerwehr sichert Leistungsfähigkeit

+
Der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Tim Padeken (links) mit den neuen Leistungsspangenträgern aus Neerstedt und Wildeshausen. Das Abzeichen kann später an der Uniform getragen werden.

Neerstedt - Die Jugendfeuerwehr ist für die Dötlinger Brandbekämpfer enorm wichtig, um Nachwuchs zu rekrutieren. Doch um selbst gut aufgestellt zu sein, muss sie in einer kritischen Phase des Heranwachsens mit anderen Hobbys der Mädchen und Jungen konkurrieren. Der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Tim Padeken erzählt, worauf es bei der Gruppe ankommt und was sie zu bieten hat.

„Ich bin über meinen Bruder zur Feuerwehr gekommen“, erzählt Padeken. „Ich hatte immer viel Spaß daran und habe enge Freundschaften geknüpft, die bis heute halten.“ Der 30-Jährige ist von der Jugendfeuerwehr überzeugt. Sonst wäre er auch nicht als Betreuer dabei geblieben, als er mit 18 Jahren in den aktiven Dienst wechseln musste – freiwillig ist das schon mit 16 Jahren möglich. „Die Arbeit mit den Kindern macht Spaß. Ich kann mir nicht vorstellen, das an den Nagel zu hängen.“ Aber die Gruppe ist für ihn nicht nur eine Freizeitbeschäftigung: „Der Nachwuchs ist wichtig, um unsere Leistungsfähigkeit zu sichern.“ Denn die Jugendfeuerwehr hat – anders als die Kinderfeuerwehr – nicht nur einen pädagogischen Schwerpunkt, sondern soll auch auf den Ernstfall vorbereiten. „Im Vordergrund steht die feuerwehrtechnische Ausbildung“, erläutert Padeken. „Wenn die Teilnehmer in den aktiven Dienst übertreten, sollen sie so fit sein, dass sie sofort die Truppmann-Ausbildung Teil eins packen können“, führt er zum Anspruch aus. Alles, was dafür nötig ist, lernen die momentan 23 Kinder und Jugendlichen während der Dienste, die im Sommer wöchentlich und im Winter alle zwei Wochen über die Bühne gehen. „Die Übungsdienste sind sehr abwechslungsreich“, so Padeken. „Wir machen mal eine Hydrantenschnitzeljagd oder Knotenkunde, haben aber auch mal Hallenzeit. Oft schnappen wir uns ein Großfahrzeug, fahren irgendwo hin und geben eine simulierte Lage“, so der 30-Jährige. „Wir führen die Kinder und Jugendlichen spielerisch an die Aufgaben heran.“ Die Teilnahme ist kostenlos. Uniform und Utensilien werden gestellt. Eine Anwesenheitspflicht gibt es nicht. „Wer kommt der kommt“, sagt Padeken. „Wenn einer lange nicht da war, fragen wir aber schon: ,Haste noch Bock?‘“

Die Nachwuchsbrandbekämpfer haben kürzlich im Licht der Wildeshauser Drehleiter die Generalprobe zur Leistungsspange absolviert.

Heranwachsende für den Dienst zu gewinnen, sei nicht immer leicht: „Viele Kinder im Alter von zehn Jahren haben schon einen vollen Terminkalender“, berichtet Padeken mit Blick auf Konkurrenz durch Sportvereine oder andere Hobbys. Das Teenageralter sei dann eine kritische Phase: „Mit etwa 14 Jahren verfestigen sich Interessen. Manche fallen dann raus, aber wer mit 15 oder 16 Jahren noch dabei ist, bleibt meist auch.“

Die Wehr habe den Mädchen und Jungen einiges zu bieten: „Die Mitglieder erfahren hier Teamgeist, Zusammenhalt und Spaß. Außerdem ist es ein Dienst an der Gemeinschaft, der zudem Sicherheit im Handeln in Notsituationen vermittelt“, so Padeken. Hinzu kämen viele Aktivitäten, wie Ausflüge und Zeltlager. Von letzteren hätten auch die Eltern etwas: Eine Woche kostenlose Kinderbetreuung.

Gelegenheit, ihr Können zu beweisen, haben die jungen Brandbekämpfer beim Erwerb der Leistungsspange, der höchsten Auszeichnung der Jugendfeuerwehr. „Wir versuchen, jeden da hinzubekommen und sagen immer: ,Ihr ärgert euch, wenn ihr sie nicht habt.‘“ Nebenbei seien die Prüfungen zwar nicht zu erledigen, doch „noch ist keine Gruppe von uns durchgefallen. Mit ein bisschen Übung schafft man das.“ Erst kürzlich hat eine Gruppe aus Neerstedter und Wildeshauser Jugendlichen in Stuhr die Auszeichnung errungen (wir berichteten). Die Teilnehmer mussten einen Löschangriff absolvieren und ihre Schnelligkeit beim Ausrollen und Kuppeln von Schläuchen unter Beweis stellen. Ihre sportliche Leistungsfähigkeit war beim Staffellauf und Kugelstoßen gefragt, während im theoretischen Teil das feuerwehrtechnische Wissen sowie Allgemeinbildung getestet wurden. Bei allen Herausforderungen musste die Gruppe außerdem einen guten Eindruck machen – fluchen und schimpfen sollten sich die Teilnehmer verkneifen. Wer die Spange erhält, kann sie an der Uniform tragen. „Wer es geschafft hat, ist stolz auf die eigene Leistung“, so Padeken.  pp

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Papst beklagt bei Kreuzweg Gleichgültigkeit und Egoismus

Papst beklagt bei Kreuzweg Gleichgültigkeit und Egoismus

Tausende protestieren an Karfreitag für mehr Klimaschutz

Tausende protestieren an Karfreitag für mehr Klimaschutz

Klassenverbleib für Tennis-Damen nah: 2:0 in Lettland

Klassenverbleib für Tennis-Damen nah: 2:0 in Lettland

Besucheransturm auf den Heide Park: Colossos fährt wieder

Besucheransturm auf den Heide Park: Colossos fährt wieder

Meistgelesene Artikel

„Rechts ist laut“

„Rechts ist laut“

Nabu fordert Bußgeld von bis zu 50 000 Euro

Nabu fordert Bußgeld von bis zu 50 000 Euro

Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung zu Geldstrafe verurteilt

Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung zu Geldstrafe verurteilt

Wer ist zuständig für trächtige, scheue Katzen?

Wer ist zuständig für trächtige, scheue Katzen?

Kommentare