Thea Freiberg übergibt Amt

Jetzt übernimmt Plattschnacker Schnier

Bürgermeister Ralf Spille dankte Thea Freiberg für ihr Engagement als Plattdeutschbeauftragte und begrüßte ihren Nachfolger Gerold Schnier (v.l.).

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Die Förderung der niederdeutschen Sprache liegt Thea Freiberg am Herzen. Fast zehn Jahre lang versuchte sie als Plattdeutschbeauftragte der Gemeinde Dötlingen, dieses Kulturgut weiter in die Öffentlichkeit zu rücken. Sie verteilte „Wi snackt ok platt“-Aufsteller in hiesigen Firmen, weihte das „Bökerschapp“ mit Literatur zum Ausleihen mit ein und plädierte für eine Ratssitzung auf Platt. „Letztere hat bis heute nicht stattgefunden“, monierte die Neerstedterin am Dienstag mit einem Schmunzeln im Rathaus. Dort übergab sie ihr Amt an Gerold Schnier.

Knapp drei Jahre lang war der Klattenhofer Freibergs Stellvertreter, nun ist er im Vorruhestand und hat Zeit den Posten auszufüllen. „Bei Gerold weiß ich die Aufgabe in guten Händen“, sagte Freiberg, die im kommenden Jahr ihren 80. Geburtstag feiert, sich seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Bereichen engagiert und dafür schon den Ehrenamtspreis der Gemeinde sowie die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland erhalten hat. Nun tritt sie etwas kürzer.

Sowohl Freiberg als auch Schnier sind mit der plattdeutschen Sprache groß geworden. „Meine Lehrstelle habe ich damals nur bekommen, weil ich auch Platt schnacken konnte“, so die Neerstedterin. Als Plattdeutschbeauftragte kam sie regelmäßig mit den anderen Amtsinhabern aus dem Landkreis Oldenburg zusammen. Im Fokus stand und steht der Austausch. „Das war eine schöne Arbeit. Die Aufgabe hat mir Spaß gemacht“, berichtete Freiberg. Besonders für neue Ideen sei sie stets zu haben gewesen. Gut kann sie sich noch an die Plattsnacker-Treffen der Dötlinger Landjugend erinnern, die von Schnier und Friedrich Hollmann moderiert wurden. „Das war klasse“, so Freiberg. „Die Gruppe hat dann auch ein kleines Theaterstück einstudiert, das auf der Neerstedter Bühne zu sehen war.“

Ebenfalls gut kamen das Ferienpassangebot „Waldbegehung auf Platt“ sowie die Aktion „Plattdeutsch im Geschäftsleben“ der Oldenburgischen Landschaft an, in deren Rahmen die Plattdeutschbeauftragten vor Ort Aufsteller in Unternehmen verteilt haben, die „ok platt snacken“. Seit rund zwei Jahren gibt es im Neerstedter Rathaus zudem das „Bökerschapp“ mit Literatur zum Ausleihen. „Dieses Angebot wird leider fast nur von Einwohner genutzt, die plattdeutsch sprechen können“, bedauert Freiberg.

Auch wenn Dötlingen über ein gutes Kontingent an niederdeutschen Angeboten verfüge, gebe es durchaus noch Verbesserungsbedarf. Denkbar wären laut Freiberg zum Beispiel ein Haushaltsansatz für diesen Bereich oder Ortsschilder, auf denen neben der hoch- auch die plattdeutsche Ortsbezeichnung zu lesen ist. In Kindergärten, Schulen und Vereinen könnte die Förderung des Niederdeutschen ebenfalls noch intensiviert werden. Schnier ist bereits dran. Unter seiner Leitung startet an der Dötlinger Grundschule eine Plattdeutsch-AG. In Neerstedt leitet diese seit Jahren Werner Knoll.

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