Jetzt 48 Asylsuchende in der Gemeinde/Einige Bürger übernehmen Patenschaften

Begegnung zwischen Dötlingern und Flüchtlingen

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Faisal Ahsan (l.) aus Pakistan kam vor zweieinhalb Jahren mit seiner Familie in die Gemeinde. Hier informiert er Bürgermeister Ralf Spille und Sozialamtsleiterin Elke Brunotte über sein Herkunftsland.

Neerstedt - Die Zahl der Flüchtlinge in der Gemeinde Dötlingen ist noch einmal deutlich gestiegen. Lebten Ende Februar 24 Asylsuchende in den Unterkünften, sind es nun mit 48 doppelt so viele. Sie stammen aus dem Sudan, aus Pakistan, Serbien, Mazedonien und dem Kosovo. Viele von ihnen kamen am Sonnabend zum Begegnungstreffen ins Neerstedter Gemeindezentrum, wo sie bei Kaffee, Tee und Kuchen Kontakte zu Einwohnern knüpfen konnten.

Organisiert hatte diese Zusammenkunft ein Arbeitskreis, der sich nach einem von der kirchlichen und politischen Gemeinde organisierten Treffen zum Aufbau einer Willkommenskultur gebildet hatte. Ziel ist es, die Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut geflohen sind, in der Gemeinde willkommen zu heißen, ihnen das Einleben mit kleinen Hilfen zu erleichtern und sie zu integrieren. Einige Bürger haben deshalb bereits Patenschaften für Flüchtlingsfamilien übernommen. Die Paten stehen bei Fragen als Ansprechpartner zur Seite und geben Alltagstipps.

Sie waren am Sonnabend ebenso dabei wie Bürgermeister Ralf Spille. „Die ersten Schritte in einem neuen Land und hier bei uns in der Gemeinde sind sicherlich nicht ganz einfach“, sagte er eingangs. „Dokumente ausfüllen, Genehmigungen beantragen und viele andere Dinge kosten Zeit und Mühe – vor allem dann, wenn man eine Sprache noch nicht so gut beherrscht. Das wissen wir und möchten helfen.“ Deshalb freue er sich, dass es jetzt eine Gruppe von Menschen gibt, die sich den Flüchtlingen annehmen.

Auch die Asylsuchenden selbst begrüßten das Treffen. Einer von ihnen war Faisal Ahsan aus Pakistan. Vor zweieinhalb Jahren kam er mit seiner Ehefrau Sama sowie seinen Kindern Ziad und Zavin in die Gemeinde. „Ich finde es hervorragend, wie wir hier aufgenommen werden“, meinte er. Das Treffen sei besonders für die Neuankömmlinge sinnvoll, um Barrieren zu überwinden. „Es sollte wiederholt werden“, sagte Ahsan, der wie andere Flüchtlinge auf einer Weltkarte zeigte, aus welchem Land er stammt und kurz über dieses informierte. Andere berichteten mittels eines Dolmetschers, wie sie nach Deutschland gelangten. „Die meisten sind froh, jetzt hier zu sein“, war der Eindruck von Pastorin Susanne Schymanitz.

Manfred Rose, Pastor im Ruhestand, erinnerte an die Flüchtlingswelle in den 1990er-Jahren sowie an die damalige Initiativgruppe. Nun müssten erneut strukturierte Hilfen organisiert werden. Das Begegnungstreffen sei nach der Sammlung im März ein weiterer Schritt. Es soll in einigen Wochen noch einmal wiederholt werden.

Wie viele Flüchtlinge dann in der Gemeinde leben, ob neue hinzugekommen sind oder auch derzeitige abgeschoben wurden, ist ungewiss. „Momentan haben wir zwar unser zahlenmäßiges Soll erfüllt“, sagte Spille mit Blick auf die Neuaufnahme. Ein Ende der Flüchtlingswelle sei allerdings nicht abzusehen. Um die derzeitigen Asylsuchenden aufnehmen zu können, hat die Gemeinde zusätzlich zu den Unterkünften im Haus Diers in Neerstedt sowie im Brettorfer Bahnhofsgebäude vier Wohnungen in Brettorf, Neerstedt und Vossberg angemietet.

ts/jb

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