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Jazzpianist Jacob Karlzon überzeugt Publikum in Rhade

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Von: Holger Rinne

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Jacob Karlzon am Piano (von links) mit Morten Ramsbøl am Bass und Rasmus Kihlberg am Schlagzeug wusste sein Publikum zu überzeugen.
Jacob Karlzon am Piano (von links) mit Morten Ramsbøl am Bass und Rasmus Kihlberg am Schlagzeug wusste sein Publikum zu überzeugen. © Rinne

Elektronische Klangelemente, ein uhrschlagartiger Beat und Improvisationen: Jazzpianist Jacob Karlzon und seine Mitstreiter überzeugten das Publikum in Rhade.

Rhade – Sein neues Album „Wanderlust“ präsentierte der schwedische Jazzpianist Jacob Karlzon am Samstagabend im Veranstaltungshaus „Kultur hinterm Feld“ in Rhade bei Neerstedt. Mit Superlativen sollte man nicht allzu verschwenderisch umgehen. Aber was die Veranstalter Ute und Karl-Heinz Büsing mit ihrem Kulturprojekt auf die Beine gestellt haben, ist ein absoluter Glücksfall für die ländliche Region im Herzen des Oldenburger Landes.

Ihre Gästeliste liest sich wie das „Who´s Who“ zeitgenössischer europäischer Jazzmusiker. Dass dann ein Könner wie Karlzon auf seiner „Wanderlust Tour“ zwischen Konzerten in Berlin, München, Kopenhagen und Hongkong in der Gemeinde Dötlingen Halt macht, ist allein der Umtriebigkeit der Büsings zu verdanken.

Publikum reist zum Teil aus mehr als 300 Kilometern an

Das Publikum nimmt inzwischen Anreisen von mehr als 300 Kilometern in Kauf, um einen Konzertabend im Veranstaltungshaus zu erleben. Das beweist ein Blick auf die Kennzeichen der Fahrzeuge auf dem Parkplatz. Dennoch war der Saal am Samstag nicht ganz ausverkauft. „Die Leute halten sich immer noch wegen Corona zurück“, vermutete Karl-Heinz Büsing.

Karlzon freute sich in seiner Begrüßung jedenfalls, dass Konzerte nach zwei Jahren Pandemie wieder ohne Beschränkungen möglich seien. Der 1970 geborene Schwede entstammt musikalisch gesehen der Klassik. Das spürt man während der zuweilen sehr melodischen Pianoparts. Er sieht sich selber als „alternativen Musiker“ und nicht als reinen Jazzer. Der Name des Albums „Wanderlust“ erinnert unwillkürlich an Schuberts Liederzyklen. Das Auftaktstück „Art of Resistance“, mit dem das Trio auch in Dötlingen begann, startet mit einem durchgehenden uhrschlagartigen Beat, auf dem Karlzon eine Melodie entwickelt.

Als Zuhörer versinkt man förmlich in einen tiefen Klangraum. Darauf bauen die drei Musiker, neben Karlzon am Piano, Morten Ramsbøl am Bass und Rasmus Kihlberg am Schlagzeug, ihre Improvisationen auf, für die sie vom Publikum wiederholt begeisterten Zwischenapplaus ernten. Karlzon setzt in seinem Album verstärkt auf elektronische Klangelemente, die unterstützt von Lichteffekten eine tiefe Wirkung bei der Zuhörerschaft hinterlassen.

Es war das vorletzte Konzert im Veranstaltungshaus „Kultur hinterm Feld“ vor der Sommerpause. Mit Joel Lyssarides werden Büsings am 22. Mai einen weiteren schwedischen Jazzpianisten präsentieren, der allerdings noch am Anfang seiner Karriere steht.

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