Im März soll die Feuerwehr Neerstedt das HLF 20 wieder nutzen können / 46 Einsätze bewältigt

Ein Jahr, das im Gedächtnis haften bleibt

Nach Beförderungen und Wahlen – v. l. der stellvertretende Ortsbrandmeister Dirk Lüke, Jan Haverkamp (jetzt Feuerwehrmann), Niels Neunaber (Hauptfeuerwehrmann), Nils Einemann (Feuerwehrmann), Christoph Ratz (Hauptfeuerwehrmann), Christian Rathkamp (Oberfeuerwehrmann), Thorsten Falk (erster Gerätewart), Timo Schneidewind (stellvertretender Atemschutzgerätewart), Patrick Jordt (zweiter Gerätewart), Marco Thöle (Hauptfeuerwehrmann), Pascal Lanta (Feuerwehrmann), Leon Zimmermann (Feuerwehrmann) und Ortsbrandmeister Martin Einemann. Nicht auf dem Bild sind Mark Ehlers (jetzt Feuerwehrmann) und Sascha Lahmann (Hauptfeuerwehrmann). Foto: Büttner

Neerstedt - Von Tamino Büttner. „2019 war ein Jahr, das uns lange in Erinnerung bleiben wird.“ Mit diesen Worten läutete Ortsbrandmeister Martin Einemann am Freitag seinen Jahresrückblick während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Neerstedt im Kreise von rund 40 Kameradinnen und Kameraden ein. Dabei hatte er nicht nur, aber sicher auch das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) im Hinterkopf, das am 28. Juli bei einem Flächenbrand schwere Brandschäden davontrug. „Im März soll es wieder einsatzbereit sein“, konnte Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille vermelden.

46 Mal ist die Neerstedter Ortswehr in den zurückliegenden zwölf Monaten ausgerückt. 27 Hilfeleistungen und 19 Brandeinsätze bescherten der Einsatzabteilung viel Arbeit. „Gerade die beiden Verkehrsunfälle in Neerstedt mit zwei Toten und in Aschenstedt mit einem zerrissenen Audi bleiben in Erinnerung“, sagte der Ortsbrandmeister und ergänzte: „Die Einsätze zeigten auch teilweise die psychische Belastung, der wir ausgesetzt sind.“

Die Feuerwehr Neerstedt zählt derzeit 56 Aktive. Eine besondere Bedeutung kommt den Atemschutzgeräteträgern zu, die künftig Patrick Köhrmann unterweisen wird. Davon könne die Ortswehr gar nicht genug haben, meinte Einemann. An die Atemschutzgeräteträger richtete er die Bitte, „sich einzubringen und ständig tauglich zu halten“.

Damit die Maschinisten fit bleiben und die Fahrzeuge bedienen können, arbeiten Jost Poppe und Dirk Lüke an einem Konzept. „Sie werden es euch im Laufe des ersten Halbjahres vorstellen“, verkündete der Ortsbrandmeister. In diesem Jahr hätte er gern auch die Ersatzbeschaffung für das Mannschaftstransportfahrzeug zum Abschluss gebracht. „Bisher hat uns noch kein MTF gefallen, das zu unserem Budget passt. Wir werden irgendwo Kompromisse eingehen müssen“, so der Funktionsträger.

In seinem Grußwort ging Ralf Spille auf das beschädigte HLF ein. „So ärgerlich dieser erhebliche Brandschaden auch sein mag, so wichtiger ist es, dass den beteiligten Einsatzkräften nichts passiert ist“, betonte er mit Blick auf das erst 2018 beschaffte Fahrzeug, das Feuer gefangen hatte. Der Vorsitzende des Feuerwehrausschusses, Thore Güldner (SPD), unterstrich die gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Gemeinderat: „Für die Beschlüsse, die wir fassen, brauchen wir eure fachliche Beratung“, machte er in der Versammlung deutlich.

Im Zuge der anstehenden Wahlen zum Ortskommando erfuhren der erste Gerätewart Thorsten Falk und der zweite Gerätewart Patrick Jordt Bestätigung in ihren Ämtern. Als Zeugwart stand hingegen Niels Neunaber nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Die Versammlung wählte Christian Rathkamp, den bisherigen Stellvertreter, zu seinem Nachfolger – und Nils Einemann wiederum auf den Posten, den bislang Rathkamp bekleidete.

Nach den Ausführungen von Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich ist die Gemeindefeuerwehr mit 251 Mitgliedern ins neue Jahr gestartet – mit einem mehr als 2019, wobei sich die Zahl der einsatztauglichen Atemschutzgeräteträger allerdings von 54 auf 51 verringerte. Mit Blick auf 2020 erwartet Ulrich im Atemschutzbereich die Umstellung auf CFK-Flaschen. „Die bestehen aus Kohlefasern und wiegen nur ungefähr ein Zehntel der bisherigen Stahlflaschen“, erläuterte Pressewart Patrick Zerbst. Gemeindepressewart Jannis Wilgen ergänzte: „Durch die neuen Flaschen reduziert sich die körperliche Belastung für die Kameraden.“

Das Konzept zur Dekontamination soll demnächst abgeschlossen werden. Darin wird es unter anderen um die Maßnahmen nach Brandeinsätzen gehen. „Bereits jetzt haben wir Wechselkleidung dabei, damit sich die Kameraden nach dem Einsatz von ihrer Einsatzkleidung befreien können“, erläuterte Wilgen.

Der neue zweite stellvertretende Kreisbrandmeister Hendrik Behrends berichtete, dass auf Kreisebene zwei Drohnen angeschafft werden sollen – die eine trägt eine Wärmebildkamera; die andere dient indes zu Übungszwecken.

Behrends blickte bereits auf 2021: „Ab dann soll ein neues Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz aus der Polizeidirektion losgelöst werden.“

Zum Abschluss gab der Ortsbrandmeister einige Termine für das laufende Jahr bekannt. Die Gruppenführerwahl steht am 5. Februar an. „Auch wir gehen neue Wege und halten am 18. März für 30 Minuten erstmalig einen Passionsgottesdienst vor dem Dienst ab“, führte Einemann weiter aus. Die FFN-Fete sei für den 12. September geplant. „Bitte haltet euch den Termin frei!“, appellierte Einemann an die Kameraden.

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