Ehrungen, Nachwuchsarbeit und Streckenbericht

„Die Jagd gehört in die Mitte der Gesellschaft“

Der Jägerschafts-Vorsitzende Karl-Wilhelm Jacobi (r.) und sein Stellvertreter Helmut Blauth gratulierten den Geehrten Werner Pleus, Heiko Pape, Erich Kreye und Rolf Eilers (v.l.). - Fotos: Nosthoff

Altona - Neben der Beschlussfassung über die Einrichtung einer Jagdschule unter der Regie der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst (wir berichteten) standen während der Jahreshauptversammlung in der Scheune von Gut Altona noch viele andere Punkte auf der Tagesordnung. Der Kreisjägermeister stellte den Streckenbericht vor, der Vorsitzende lobte das Engagement einiger Mitglieder, und die neuen Naturpädagogen bekamen ihre Urkunden.

Grußworte richteten Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille sowie der erste Kreisrat Christian Wolf an die Anwesenden. Spille zitierte aus einer Umfrage, nach der die große Mehrheit der Deutschen (80 Prozent) die Aktivitäten der Jäger positiv bewerteten. Die Jäger sollten durch Aufklärungsarbeit jedoch auch dafür sorgen, dass diese Stimmung nicht kippt – so wie das aktuell beispielsweise in der Landwirtschaft der Fall sei. „Zu Unrecht, wie ich meine“, betonte Spille. Wichtig sei auch die Gewinnung von Nachwuchs. „Das klappt hier gut“, meinte der Bürgermeister mit Blick auf die Jungjäger, die vor Kurzem ihre Prüfungen bestanden haben. „Jäger zu sein, muss für alle Generationen und Gesellschaftsschichten möglich sein.“ Die Jagd müsse mitten in der Gesellschaft und nicht am Rande verortet sein.

Vier besondere Ehrungen konnte der Vorsitzende Karl-Wilhelm Jacobi vornehmen. Dem langjährigen Mitglied Werner Pleus überreichte er die Verdienstnadel der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) in Bronze. „Er ist seit 1975 Mitglied des Verbandes“, führte Jacobi aus. „Seit Beginn seiner Jägerlaufbahn beschäftigt er sich intensiv mit der Fallenjagd und erwarb hier besondere Kenntnisse.“ Aufgrund seines Wissens sei Pleus vor knapp 30 Jahren in die Jägerprüfungskommission des Landkreises Oldenburg berufen worden. Jetzt ist er auf eigenen Wunsch ausgeschieden.

„Unermüdliche Verdienste für den Lernort Natur“

Rolf Eilers erhielt die Verdienstnadel des Deutschen Jagdverbands (DJV) in Silber. Sein ehrenamtliches Engagement für die Jägerschaft sei vielfältig, so Jacobi. „Unter anderem war er 23 Jahre Hegeringleiter in Wardenburg und bis 2002 Kreisjägermeister des Landkreises Oldenburg. Er ist seit unzähligen Jahren Mitglied der Jägerprüfkommission und des Jagdbeirates“, zählte Jacobi auf. Eilers ist seit 1980 Mitglied – ebenso wie Heiko Pape, der für seine „unermüdlichen Verdienste für den Lernort Natur“ auch die LJN-Verdienstnadel in Silber erhielt. „Angefangen als Obmann für Naturschutz in unserer Jägerschaft erweiterte er seinen Tätigkeitsbereich, indem er unser Infomobil aufbaute und 2006 seiner Bestimmung übergab“, so Jacobi. Daneben habe er sich federführend um die Ausbildung von 15 zertifizierten Naturpädagogen für die Jägerschaft gekümmert und das neue „Infomobil light“ auf die Beine gestellt, das die Jägerschaft vor der Versammlung offiziell vorstellte.

Ein Präsentkorb war für Erich Kreye vorbereitet, der 1974 in die Jägerschaft eingetreten war. „Du hast schon alles an Nadeln, was möglich ist“, meinte Jacobi. Von 1990 bis 2006 war Kreye Hegeringleiter in Ahlhorn, von 2007 bis 2015 Vorsitzender der Damwild-Hegegemeinschaft Baumweg und Umgebung sowie von 2002 bis 2016 Kreisjägermeister. Letzteres Amt hatte er an den Iserloyer Friedrich Hollmann abgegeben, der den Mitgliedern den Streckenbericht der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst für die vergangene Saison präsentierte.

Auffällig: hohe Anzahl der erlegten Nutrias

Beim Damwild fielen 338 Abschüsse. Zudem erlegten die Jäger 2 162 Rehe und 400 Stück Schwarzwild. Erschreckend sei die Anzahl des Fallwilds: 949 Rehe, 44 Stück Damwild und 41 Stück Schwarzwild fielen Verkehrsunfällen zum Opfer. „Das sind viel zu viele“, betonte Hollmann. „Dabei stehen Menschenleben auf dem Spiel.“ Auffallend im Vergleich zu den Vorjahren sei die hohe Anzahl der erlegten Nutrias, die ursprünglich nicht hier beheimatet sind, sich aber explosionsartig vermehrten. Kamen sie seit 2014 vereinzelt im Streckenbericht vor und zuvor noch gar nicht, so wurden nun 120 erlegt (plus ein Stück Fallwild).

Weitere Themen waren der Naturschutz und die Bildung. Zu Gast war Ralf Pütz, Bildungsreferent des Deutschen Jagdverbands (DJV), der über den „Lernort Natur“ referierte. „Die Namen aller Dinosaurier oder die der Tiere, die im Dschungel leben, kennen viele Kinder ganz genau. Dass in den Wäldern vor ihrer Haustür auch Wildschweine leben, wissen sie aber nicht“, meinte er. Um dem Nachwuchs die heimische Natur näher zu bringen, baute Pütz seit dem Jahr 2000 das Bildungsangebot des DJV auf und prägte dabei maßgeblich den Bereich „Lernort Natur“.

Auch in der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst wird Nachwuchsarbeit geleistet. Hilfsmittel ist dabei vor allem das Infomobil, in dem ausgestopfte Tiere als Anschauungsmaterial dienen. Daneben haben sich 15 Mitglieder zu Naturpädagogen ausbilden lassen. Sie wurden während der Veranstaltung besonders geehrt. „Sie sind Botschafter für Wild, Wald und Natur“, erklärte der Vorsitzende Jacobi. „Sie fühlen sich dem Begriff der Nachhaltigkeit verpflichtet, bilden sich weiter und vermitteln ihr Wissen.“ 

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