Jagdsaison in Pandemiezeiten

Hase und Co. leben dank Corona länger

Ein Mann mit Gewehr auf dem Rücken von hinten
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Eher allein als in Gesellschaft waren die Jäger in den vergangenen Monaten in den Revieren unterwegs. Das hat auch einen Einfluss auf die Abschusszahlen.

Durch Hunde und Spazierende aufgeschrecktes Wild, das Verbot von Gesellschaftsjagden auf Hase und Co.: Das sind die Corona-Auswirkungen auf die Jagd. Die Dötlinger Jägerschaft hat sie in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen.

Dötlingen/Ostrittrum – In den Revieren herrscht Jagdruhe: Außer Nutrias und Wildschweinen darf derzeit eigentlich nichts gejagt werden, erklärt Friedrich Hollmann, Kreisjägermeister des Landkreises Oldenburg. Doch auch während der vergangenen Monate, als Reh- und Damwild, Hasen, Fasane und weitere Tiere erlegt werden durften, sei es ruhiger als sonst gewesen. „Meine Truhe ist jetzt leer. Normalerweise ist die um diese Jahreszeit gut gefüllt“, sagt Hollmann, dessen Revier in Iserloy liegt.

Das hat laut Gunnar Boyens, dem Dötlinger Hegeringsleiter, mehrere Gründe. Aufgrund der Corona-Pandemie seien Gesellschaftsjagden auf sogenanntes Niederwild wie Hasen oder Fasane untersagt gewesen. In den insgesamt 16 Revieren des Hegerings habe es deshalb in diesem Winter keine einzige Gruppenveranstaltung gegeben. Sonst seien es zwischen 20 und 25 pro Saison, sagt Boyens. „Man erwischt da auch gerne mal das Raubwild, den Fuchs zum Beispiel“, fügt er an.

Vor allem aber sei der Vorteil, dass viele Augen mehr bemerken als zwei. „Man sieht wesentlich mehr und bekommt auch ein besseres Bild darüber, wie die Wildtierdichte tatsächlich ist, was im Revier los ist.“ Dieser Überblick fehle den Jägern nun, bestätigt auch Hollmann. Alleine könne er nicht die gesamte Fläche abdecken.

Rebhühner werden in Dötlingen nicht geschossen

Seit einer Weile beobachtet Boyens außerdem, dass der Bestand an Hasen, aber auch an Federvieh, abnimmt. Durch den Anbau von Monokulturen fänden sie weniger zu fressen. Den Nagern fehlten Kräuter, den Vögeln die Insekten. In den Dötlinger Revieren seien zuletzt Fasane nur selten und Rebhühner gar nicht geschossen worden.

Ein weiterer Grund für den geringeren Jagdertrag sei auch der „erhöhte Besuch der Spaziergänger“ in den vergangenen Monaten. Das sei für das Wild eine Quelle von Unruhe. „Gerade bei uns in Ostrittrum machen die Leute die Hunde dann wieder an die Leine, wenn sie aus dem Wäldchen kommen“, berichtet Boyens, der dort sein Revier hat und auch in Ostrittrum wohnt.

Aufgeschreckte Rehe sehe er immer mal wieder „hochflüchtig, das heißt: im Schweinsgalopp“ über die Wiese in der Nähe seines Hauses rennen. Auch manche Reiter hielten sich nicht an die Vorgaben zur Wegenutzung.

Einzeljagd im Hochsitz ist kein Problem

Die Jäger hätten sich unter diesen Vorzeichen zumeist auf die Erfüllung des Abschussplans konzentriert, sagt Boyens, eine laut Hollmann systemrelevante Aufgabe. „Den Rehwildbestand haben wir normal erlegen können.“ Auch Wildschweine seien zur Prävention vor der Afrikanischen Schweinepest geschossen worden. Diese Tiere würden von einzelnen Personen vom Hochsitz aus bejagt, Kontaktbeschränkungen seien kein Problem.

Kreisjägermeister Hollmann kann noch keine endgültige Bilanz der Saison ziehen: „Das wird sich an den Streckenergebnissen zeigen.“ Er geht jedoch vor allem beim Niederwild wegen der ausgefallenen Gesellschaftsjagden von deutlich geringeren Zahlen aus als üblich.

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