Jacobi: CDU und SPD können sich hinter niemandem mehr verstecken

Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst mahnt Problemlösungen bei der Politik an

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Claudia Ventker (2.v.l.) und Lars Kosten (3.v.l.) nahmen während der Versammlung die Glückwünsche von Kreisjägermeister Friedrich Hollmann, dem Vorsitzenden der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst, Karl-Wilhelm Jacobi, und dessen Stellvertreter Helmut Blauth (v.l.) entgegen.

Altona/Lankreis - „Die Jagd gehört – wie die Landwirtschaft – zum ländlichen Raum und ist dort verwurzelt“, betonte Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille am Sonnabendnachmittag in seinem Grußwort. Während der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst in der Scheune auf „Gut Altona“ hob er die Bedeutung der Waidmänner hervor. So habe er Umfragen gelesen, wonach sich der Großteil der Deutschen positiv über die Jagd äußere.

„Die wenigsten Menschen haben aber einen Bezug dazu oder kennen einen Jäger“, sagte Spille. Daher sei es nötig, noch mehr Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit zu leisten. Der stellvertretende Landrat Günter Westermann bemerkte, er wisse um die wichtige Aufgabe der Jäger im Landkreis. Sehr erfreut zeigte sich der Vorsitzende der Jägerschaft, Karl-Wilhelm Jacobi, über die große Zahl der Absolventen aus den Jagdschulen. Insgesamt 60 neue Waidmänner und -frauen konnten erfolgreich ihre Prüfung ablegen. Die Anwesenden erhielten direkt vor Ort ihren Jagdbrief.

Ehrungen standen ebenfalls auf der Tagesordnung. Claudia Ventker bekam die LJN-Verdienstnadel in Bronze verliehen. „Sie hat zwölf Jahre im Hegering Dötlingen die Funktion der Schriftführerin mehr als perfekt ausgefüllt“, bescheinigte ihr Jacobi. Auf eigenen Wunsch schied sie aus der aktiven Vorstandsarbeit aus. „Legendär fand ich immer ihre E-Mails mit dem Betreff ‚Post vom Hegering‘. Claudia, das wird mir fehlen“, gestand der Vorsitzende. Eine weitere Verdienstnadel in Bronze erhielt Lars Kosten für seine vielfältige Vorstandsarbeit im Hegering Wildeshausen – als Obmann für Öffentlichkeitsarbeit seit 2010, als Bläserobmann seit 2005 und als Schriftführer und Sicherheitsbeauftragter der Jägerschaft seit 2011. Von den zu ehrenden treuen Mitgliedern war nur Wilhelm Niggemann anwesend. Er ist seit 50 Jahren im Verband. Genauso lange hält Dieter Sengstake zur Stange. Burkhard Tomaszewski bringt es auf 25 Jahre und Reimer Grape auf 40. Walter Kolweyh und Dietrich Kars blicken auf jeweils 60 Jahre zurück.

Ebenfalls geehrt: Wilhelm Niggemann. - Foto: jm

Sowohl der stellvertretende Landrat Westermann als auch die Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag (SPD) und Astrid Grotelüschen (CDU) widmeten sich der Wolf-Problematik. Die Parlamentarierin der Union konnte zwar selbst nicht anwesend sein, ließ ihr Grußwort aber verlesen. Darin heißt es: „So aktuell der Wolf als Thema auch jetzt ist, er ist auch ein Beispiel dafür, dass in der Öffentlichkeit sehr oft nicht nur sachorientierte, sondern emotional geladene Debatten stattfinden, die die vielfältige und gute weitere Arbeit der Jäger nicht wahrnehmen und auch nicht wertschätzen.“ Dabei seien Jäger aktive Naturschützer, etwa bei der pädagogischen Arbeit oder der Kultivierung von Blühstreifen und Hecken, hieß es weiter in dem Grußwort.

„Der Tierschutzgedanke kommt mir in den Diskussionen um den Wolf zu kurz“, sagte indes der stellvertretende Landrat. Susanne Mittag bestätigte, dass dieses Thema auch auf Bundesebene Gehör finde. Ebenso seien andere für die Jägerschaft relevante Probleme, etwa der Rückgang der Bienen oder das Verbot der Bleimunition, immer wieder im Gespräch. „Die Politik ist gefordert, jetzt Lösungen zu präsentieren“, appellierte Jacobi an die Abgeordneten. Die Bundes- und die niedersächsische Landesregierung würden von großen Koalitionen aus CDU und SPD geführt. „Sie haben jetzt niemanden mehr, hinter dem Sie sich verstecken können!“ Die Jägerschaft erwarte, dass die Themen nun „gemeinsam mit uns angepackt und gelöst werden“. 

jm

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