In Iserloy befindet sich die derzeit größte Baustelle in der Gemeinde Dötlingen

Eine logistische Meisterleistung

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Mediengruppe Kreiszeitung

Iserloy - Von Tanja Schneider. In die derzeit größte Baustelle der Gemeinde Dötlingen hat sich das Gebiet rund um den Stedinger Weg in Iserloy, südlich des Swingolfplatzes verwandelt. Grund ist das Repowering von vier Anlagen der Windkraft Iserloy GmbH&Co.KG.

Nachdem zwei der Mühlen bereits im Juli abgebaut wurden (wir berichteten), folgen nun die anderen beiden. Gleichzeitig hat die Firma Vestas mit der Errichtung von zwei neuen Anlagen des Types V112 begonnen.

Die Maßnahme ist sowohl planerisch als auch logistisch eine Meisterleistung – von der Vorbereitung der Baustelle über die Anlieferung beziehungsweise Abfuhr der alten Windräder bis hin zur Montage der neuen. „Um Letzteres kümmert sich zum Glück Vestas. Da haben wir das Gesamtpaket gebucht“, sagt Friedrich Hollmann, der zur fünfköpfigen Betreibergesellschaft zählt. Aber auch so bleibt für die Landwirte genügend zu organisieren. Eine Herausforderung – „schließlich gehört dies nicht zu unserem Tagesgeschäft“, so Hollmann, der sich noch gut an den Bau der alten Windräder erinnern kann. „Das war eine ganz andere Nummer als heute“, sagt er. Allein für die Vestas-Mitarbeiter ist jetzt eine kleine „Container-Stadt“ mit Sanitäranlagen sowie Besprechungs- und Sozialraum entstanden. „Damals wurde einfach nur ein Dixiklo aufgestellt.“

Regelmäßig sind die Betreiber auf der Baustelle unterwegs, die fast täglich ein neues Bild abgibt. Auf der einen Seite wird ein Windradturm immer kleiner, auf der anderen lagern bereits die neuen, rund 55 Meter langen Rotorblätter. Angeliefert wurden sie in der vergangenen Woche. „Für den Schwertransport mit neun Fahrzeugen mussten wir in Bereichen der Iserloyer Straße sogar neue Spurbahnen legen“, berichtet Hollmann. „Sonst wären die Transporter mit den Flügeln gar nicht um die Kurve gekommen.“ Und dies war erst die Anlieferung für ein Windrad. Für das zweite soll demnächst ein weiterer Schwertransport mit ebenso vielen Fahrzeugen folgen. Daneben müssen die in ihre Bestandteile zerlegten Vestas V80, die 2001 errichtet worden waren, abtransportiert werden.

Nach der Demontage der ersten beiden Anlagen ging es im September erst einmal an die Fundamente für die Ersatzmühlen. „Da fuhr ein Betonmischer nach dem anderen vor“, berichtet Hollmann. „Daneben mussten die Kranstellflächen teilweise vergrößert werden, damit für den nun kommenden Aufbau genügend Platz vorhanden ist.“ Als erstes wird jeweils der Turm errichtet. Hierfür werden die einzelnen Segmente mit einem Kran an die richtige Position gehoben und installiert. Anschließend muss die tonnenschwere Gondel, sprich das Maschinenhaus, in luftige Höhe befördert und befestigt werden. Eine der Gondeln ist bereits vor Ort und wird auf die Montage vorbereitet. Schließlich ist es mit dem Aufbau an sich nicht getan. Denn in den Anlagen steckt jede Menge Technik, im Maschinenhaus beispielsweise der Generator. Deshalb Bedarf es nach der Errichtung auch eines Innenausbaus. Unmengen von Kabeln und Schaltanlagen müssen installiert werden.

Und als gäbe es nicht schon genug zu beachten, sind die Arbeiten noch abhängig vom Wetter. Gerade bei der Montage der Rotorblätter sollte es nicht zu windig sein. „Wir hoffen auf einen ruhigen November“, sagt Hollmann. Bereits Ende des Monats sollen die Anlagen stehen. Nach ein paar Tests könnte es dann volle (Wind-)Kraft voraus heißen. „Die beiden anderen Windräder wollen wir im März/April errichten lassen“, so Hollmann.

Auch wenn es sich bei dem Projekt im Windpark Iserloy um Repowering handelt, werden keine höheren, sondern leistungsstärkere Anlagen errichtet. Mit den Vestas V112 sinkt die Nabenhöhe von 100 auf 94 Meter. Allerdings beträgt der Flügeldurchmesser künftig 112 Meter. Dadurch steigt die überstrichene Fläche. Die neuen Modelle haben eine Nennleistung von 3,3 Megawatt, bei den alten waren es zwei Megawatt. Pro Anlage investiert die Betreibergesellschaft 3,5 Millionen Euro.

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