Interessierte nutzen Chance, um sich über eventuelle Kandidatur zu informieren

Verwaltungs- und Ratsvertreter „gelöchert“

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Begrüßten und informierten die Besucher des Ratsforums in Iserloy: Bürgermeister Ralf Spille, Willi Niehoff (CDU), Eckehard Hautau (FDP), Rudi Zingler (SPD), Katrin Albertus-Hirschfeld und Elke Brunotte von der Gemeindeverwaltung sowie Moderatorin Dette Zingler und Sarah Orth (Grüne, v.l.).

Iserloy - „Die Ratsmitglieder und unsere Verwaltungsvertreter haben sich heute für uns als Käse zur Verfügung gestellt: Sie dürfen nach Herzenslust gelöchert werden“, eröffnete Dette Zingler am Dienstagabend das „Ratsforum“ im Iserloyer Golf- und Gartencafé. Knapp 30 Interessierte nutzten dort die Gelegenheit, um sich unverbindlich über die Kommunalwahl am 11. September, die Voraussetzungen für eine Kandidatur sowie die Aufgaben eines Ratsmitglieds zu informieren.

Eingeladen hatten die vier im Gemeinderat vertretenen Parteien, deren Abgeordnete ebenso Rede und Antwort standen wie Bürgermeister Ralf Spille und die stellvertretende Gemeindewahlleiterin Elke Brunotte. Die Moderation übernahm Gästeführerin Zingler, die mit ihrem gewohnt lockeren Mundwerk für eine entspannte Atmosphäre sorgte, sodass die Gäste keine Scheu hatten, eifrig Fragen zu stellen.

„Was ist, wenn ich in den Rat gewählt werde und nach einem Jahr merke, dass das überhaupt nichts für mich ist und ich nicht weiter machen möchte?“, wollte beispielsweise jemand wissen. Brunotte erläuterte das Nachrückverfahren und wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass ein Ratsmitglied aus dem Gremium ausscheidet, wenn es in eine andere Gemeinde zieht. Wer für den Rat kandidieren möchte, müsse schließlich seit mindestens sechs Monaten seinen Wohnsitz in der Kommune haben. Die Vollendung des 18. Lebensjahrs bis zum Wahltag, die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Mitgliedsstaates seien weitere Voraussetzungen.

Brunotte erläuterte zudem, wie man überhaupt Kandidat wird. „Wahlvorschläge können von politischen Parteien, von Wählergruppen oder von Einzelpersonen bei der Gemeinde eingereicht werden“, sagte sie. „Die Wahlversammlungen der Parteien, bei denen die Kandidatenlisten aufgestellt werden, finden in der Regel deutlich vor dem letzten Einreichungstermin – in diesem Jahr der 25. Juli – statt.“ Bei der Kommunalwahl 2011 gab es 35 Bewerber, von denen 18 in den Rat einzogen. Ebenso viele Köpfe werden auch diesmal gesucht.

Was sie erwartet, verriet der Bürgermeister. Er informierte über das Zusammenspiel sowie die Aufgaben von Verwaltung und Politik und stellte die Gremien vor. Denn die Gewählten sitzen nicht nur im Rat, sondern auch in Ausschüssen. „Der wichtigste ist der Verwaltungsausschuss – den muss jede Gemeinde haben“, so Spille. In Dötlingen gibt es zudem sechs Fachausschüsse, unter anderem für die Bereiche „Bau und Verkehr“ sowie „Soziales“, in die die Fraktionen ihre Vertreter entsenden. Diese geben Empfehlungen an den Rat.

Dass eine Mitarbeit lohnt, davon war Spille ebenso überzeugt wie die anwesenden Ratsmitglieder. Denn in der Gemeinde Dötlingen sei die politische Ebene eng mit dem wirklichen Leben und den Anliegen der Einwohner verknüpft. Wer kandidiert, erhalte die Möglichkeit, die Entwicklung der Gemeinde zu beeinflussen. Ob man bei den Abstimmungen jemandem verpflichtet sei, fragte sich da einer der Zuhörer. „Nur dir und deinem Gewissen“, stellte die CDU-Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin Anke Spille klar. „Bei allen Abstimmungen entscheidet man als freier Mensch – auch unabhängig von der vorherrschenden Meinung in der Fraktion.“

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