Interessengemeinschaft gegründet/Gutachten liegt zur Prüfung beim Landkreis

„Mobilfunkmast soll verschwinden“

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Die Strahlung, die vom Mobilfunkmast in Neerstedt ausgeht, ist einigen Anliegern nicht geheuer. Sie haben eine Interessengemeinschaft gegründet.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Die Anlieger der Neerstedter Siedlung rund um die Straße „Am Sportplatz“ haben ein gemeinsames Ziel: Der Mobilfunkmast an der kleinen Turnhalle soll verschwinden. Nach der privat initiierten Studie Ende vergangenen Jahres, die auf teils bedenkliche Strahlenbelastung aufmerksam macht (wir berichteten), haben sich einige Einwohner zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen und sind nun aktiv geworden. Auch die Gemeindeverwaltung hat sich mittlerweile gerührt.

Wie Bürgermeister Heino Pauka gestern bestätigte, hat er das besagte Gutachten mit Bitte um Prüfung an den zuständigen Landkreis Oldenburg weitergeleitet. Dort hat das Bauordnungsamt ebenfalls schon reagiert. „Mir wurde gerade am Montag mitgeteilt, dass der Landkreis sowohl das Bundesamt für Strahlenschutz als auch den Kommunalbeauftragten der Telekom um eine Stellungnahme gebeten hat“, sagte Pauka. Um sich eine Meinung bilden zu können, wolle die Gemeinde nun die Antworten abwarten, „ehe wir uns mit den Vertretern der Interessengemeinschaft zusammensetzen“, so der Verwaltungschef, der allerdings einräumen muss, dass die Handhabe der Gemeinde recht gering ist. Die Bauaufsicht liege beim Landkreis, der nun klären müsse, ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

Und zumindest beim Grenzwert im Bereich von 920 bis 960 Megahertz, in dem alle Mobilfunkanbieter senden, ist dies der Fall. Er liegt bei 4,7 Millionen Mikrowatt. An der Bushaltestelle der Grundschule war mit 4502 Mikrowatt pro Quadratmeter der höchste Wert in Neerstedt gemessen worden. Wie der Baubiologe und baubiologische Messtechniker Wolfgang Kessel, der die Studie angefertigt hat, schon damals unserer Zeitung erläuterte, seien die Grenzwerte von Land zu Land unterschiedlich und in Deutschland so hoch, dass sie ohnehin niemals erreicht würden. Die STOA-Kommission des EU-Parlaments empfehle hingegen aus Gründen des Gesundheitsschutzes an Stellen mit Langzeitbelastung einen Maximalwert von 100 Mikrowatt pro Quadratmeter. Und dieser wird laut der Studie nicht nur im Bereich der Schule, sondern auch in einigen Häusern der Anlieger überschritten.

Diese haben den Verdacht, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Elektrosmog und Krebserkrankungen in der Siedlung geben könnte. Beweisen lässt sich dies nicht, doch die unterschwellige Angst sei da. „Es gibt schon eine Häufung von Erkrankungen, die zeigt, dass in dem Gebiet irgendetwas nicht stimmen kann“, berichtete Karl-Heinz von Döllen, der zwar selbst nicht in der Siedlung wohnt, aber die Studie in Auftrag gegeben und damit den Stein ins Rollen gebracht hatte. Gemeinsam mit Vertretern der Interessengemeinschaft, die der Sache auf den Grund gehen wollen, war er am Donnerstag im Rathaus zur Akteneinsicht. „Die dort gesammelten Infos zu Anträgen von und Verträgen mit den Kommunikationsunternehmen sowie den damaligen Einwendungen von Bürgern sollen nun ausgewertet werden“, erzählte er.

Außer an die Verwaltung haben sich die Anlieger auch an die Ratsmitglieder gewandt und Schreiben versendet, in denen sie auf die Problematik und ihre Sorgen aufmerksam machen. Auch das Gutachten wurde jeweils beigelegt. Wie der Bürgermeister bereits vor gut einem halben Jahr erklärt hat, habe es in Rat und Verwaltung immer wieder Diskussionen über das Thema gegeben.

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