„Theater, Hurra!“

Inklusives Theater in Delmenhorst / Darsteller der Norle und Lebenshilfe treten im Oktober auf

Freuen sich auf die beiden Aufführungen: Norle-Geschäftsführerin Bianca Grafe, Projektleiterin Ute Wessels und Norle-Sprecherin Marita Tzschoppe (von links).
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Freuen sich auf die beiden Aufführungen: Norle-Geschäftsführerin Bianca Grafe, Projektleiterin Ute Wessels und Norle-Sprecherin Marita Tzschoppe (von links).

Dötlingen/Falkenburg – „...die müssen doch verrückt sein!“ heißt es im Oktober gleich zweimal im Theater „Kleines Haus“ in Delmenhorst, wenn 30 Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen auf der Bühne stehen und dem Publikum ihr neues inklusives Theaterstück präsentieren.

2019 führten die Akteure aus Wohngruppen der Norle und der Lebenshilfe bereits „Die Falkenburger Dorfmusikanten“ auf. Im vergangenen Jahr wollten sie mit einem neuen Stück auf die Bühne – Corona machte ihnen jedoch einen Strich durch die Rechnung. Im April war es dann aber soweit: Nach einer langen Pause trafen sich die Schauspieler wieder zur Probe in der Tanzschule von Ute Wessels in Falkenburg. „An dem Tag war wirklich: Theater, Hurra“, erinnert sich Norle-Geschäftsführerin Bianca Grafe.

Ensemble tritt zweimal in Delmenhorst auf

In zwei Vorstellungen – am Samstag, 16. Oktober, ab 19 Uhr (Premiere) sowie am Sonntag, 17. Oktober, ab 16 Uhr – präsentieren die Schauspieler die Fortsetzung zu „Die Falkenburger Dorfmusikanten“. Einlass sei jeweils eine halbe Stunde vorher, so Wessels. Neben den Darstellern werden auch um die 30 Tänzer aus drei verschiedenen Gruppen („First Try“, Hip-Hop und der Kindertanzgruppe) aus Wessels Tanzschule zu sehen sein.

Die Vorfreude auf die Premiere ist der Tanz- und Kunstpädagogin Wessels, Grafe sowie der Norle-Sprecherin Marita Tzschoppe deutlich anzusehen. Das neue Stück ist an die Geschichte von Pettersson und Findus und die Pfannkuchentorte angelehnt, verrät Wessels, die in dem Stück den Part der Geschichtenerzählerin übernimmt.

Falls Corona aber dazwischen kommen sollte und das Stück nicht aufgeführt werden kann, gibt es einen Plan B: „Im Juli haben wir Filmaufnahmen der einzelnen Szenen gemacht“, so Wessels. Dafür durften sie die Räume des „Kleinen Theaters“ in Delmenhorst nutzen. Wegen der Erst- und Zweitbesetzungen habe es zwei Durchläufe gegeben. „Wir mussten nicht unterbrechen, das lief reibungslos“, sagt Grafe, die in die Rolle eines Räubers schlüpfen wird.

Wessels schwärmt: „Die Teilnehmer haben so was von abgeliefert, dass es mich umgehauen hat: Die Darsteller, die Tänzer, die Helfer, die Maske ist leise gelaufen, das Umziehen war problemlos. Das war sensationell toll.“ Tzschoppe spielt zwar nicht in dem Stück mit, ist aber für Spenden, die Öffentlichkeitsarbeit und – wie sie sagt – ebenso für die Ideenspinnerei zuständig.

Theatergruppe hat Stück gefilmt

Für die Frauen ist es ein Herzensprojekt: „Jeder bringt seine eigene Besonderheit ein, deswegen wird es ein Ganzes“, sagt die Norle-Geschäftsführerin. Erstmalig sind unter den Teilnehmern, die unter anderem aus den Gemeinden Dötlingen, Ganderkesee, Großenkneten sowie den Städten Wildeshausen und Delmenhorst kommen, zwei Rollstuhlfahrer, so Projektleiterin Wessels, die die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer sowie der Schneiderin lobt. Denn: Alles wird von Hand gemacht. „Alles, was geht, wird selbst hergestellt“, sagt Grafe. Wessels: „Wir bekommen Stoff- und Papierspenden. Es ist immer Low Budget, das ist die Herausforderung, aber fertige Kostüme wollen wir nicht kaufen.“ Das Plakat für das neue Theaterstück ist ebenfalls selbst gestaltet worden. Ein Teilnehmer habe es gemalt.

Ob es ein weiteres Projekt geben wird? „Es ist auf jeden Fall der Riesenwunsch da. Eine Herausforderung ist aber die Finanzierung. Bis jetzt hatten wir tolle Spendengeber. Wir drei wünschen uns unbedingt ein weiteres Projekt“, sagt Grafe.  

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Karten sind ab dem 15. September für zwölf Euro beim Delmenhorster Kreisblatt sowie per E-Mail an ute.wessels@norle.de erhältlich. 

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