Auszeichnung für die Kontaktgruppe

Erster Inklusionspreis des Landkreises verliehen

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Die Preisträger und Laudatoren: Gerrit Meyer von der Kontaktgruppe, die Kreistagsabgeordneten Hilko Finke und Wolfgang Sasse, Sybille Gimon vom Inklusionschor, Silke Winkler, Kita-Praktikantin Henrike, Landrat Carsten Harings, Gabi Arians von der Kita „Alte Dorfschule“, die Kreisbehindertenbeauftragte Rita Rockel sowie Ernst-Dieter Hoffhenkel vom Kreisbehindertenrat (v.l.).

Brettorf/Wildeshausen - Von Tanja Schneider. „Unsere Vision ist ein gleichberechtigtes Miteinander. Dies ist ein Ziel, an dem ständig gearbeitet werden muss“, betonte die Behindertenbeauftragte Rita Rockel am Freitagabend stellvertretend für rund 12.000 behinderte Menschen im Kreis Oldenburg. „Das wir auf einem guten Weg sind, zeigen die 20 Bewerbungen für den ersten Inklusionspreis des Landkreises.“ Besonders überzeugt hat die Jury die jahrzehntelange Arbeit der Kontaktgruppe für Behinderte und Nichtbehinderte in der Gemeinde Dötlingen, die den ersten Preis erhielt.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden der Chor „OL-Inklusive“ unter der Leitung von Sybille Gimon und Gabi Arians, Leiterin der Kita „Alte Dorfschule“ in Hatterwüsting. Rockel hatte vor der Preisübergabe alle Bewerbungen kurz vorgestellt. Sechs kamen aus dem Bereich Bildung, darunter beispielsweise die Kooperation zwischen der Grund- und der Sprachheilschule Neerstedt. Hinzu kamen Vorschläge aus den Bereichen Arbeit, Sport und Freizeit. Zu den Bewerbern gehörte der Lauftreff des Albertushofes ebenso wie das Feierabendcafé im Dötlinger Lopshof und das Weihnachtsmusical „Der Wirt“, in dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen auf der Bühne standen. Hinter den Projekten stehen Engagierte, die Wege gefunden haben, Teilhabe zu ermöglichen, betonte Rockel. „Sie leisten einen wertvollen Beitrag zum Leben in Vielfalt sowie zum Abbau von Barrieren in den Köpfen.“

Dass Sport verbindet, beweise die Kontaktgruppe für Behinderte und Nichtbehinderte, die sich 1981 gegründet hat. „Zu einem Zeitpunkt, als noch niemand den Begriff Inklusion kannte“, verdeutlichte der Kreistagsabgeordnete Wolfgang Sasse, der die Laudatio hielt. Julia Kloes, Inge Ellinghusen und der verstorbene Ernst-August Krumland hätten damals Angebote entwickelt, die sich schnell etablierten – allen voran das Sportfest, das stets um die 200 Teilnehmer lockt. 

Langjährige Aktivität überzeugt

Seit 2015 ist die Kontaktgruppe eine Abteilung im TV Brettorf, der im vergangenen Jahr auch eine Kooperation mit den „proWerkstätten“ der Himmelsthür schloss. „Die langjährigen Aktivitäten haben das Vergabegremium überzeugt. Die Entscheidung war einstimmig“, berichtete Sasse, der die Auszeichnung zusammen mit Rockel und Landrat Carsten Harings an die Vertreter der Kontaktgruppe überreichte. Neben einer Urkunde gab es für alle drei Preisträger ein von Behinderten gefertigtes Kunstwerk in Form einer Sonne. Zudem teilt sich das Gewinner-Trio ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro.

Der Chor „OL-Inklusive“ freute sich nicht nur über die Auszeichnung, sondern auch darauf, das Publikum musikalisch zu unterhalten. Die Sandhatterin Gimon gründete den Singkreis 2011. Inzwischen besteht er aus 14 Sängern, die aus dem gesamten Landkreis stammen. Mit ihren Liedern erreiche Gimon die Herzen der Menschen, sagte Laudatorin Silke Winkler vom Kreisbehindertenrat.

Der Kreistagsabgeordnete Hilko Finke hob das Engagement von Preisträgerin Arians hervor, die einem Mädchen mit Downsyndrom die Chance gab, in der Kindertagesstätte „Alte Dorfschule“ ein Praktikum zu machen und sich auch eine Weiterbeschäftigung vorstellen kann.

Grußworte gab es von Ernst-Dieter Hoffhenke, der für den Kreisbehindertenrat ankündigte, alle Bewerber in einer Broschüre vorstellen zu wollen, sowie von Landrat Harings. Er betonte: „Inklusion heißt, Vielfalt zu akzeptieren.“ Jedem Menschen sollte mit Respekt und Toleranz begegnet werden.

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