Rund 60 Aktive und Einwohner im Dorfgarten 

Initiative fordert intensive Beteiligung

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Rudolf Busse, Harri Brendler und Peter Hiltrop (v.l.) trugen das Anliegen der Initiative „Aktive Bürgerbeteiligung Jetzt“ vor.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. „Der Tag heute ist für uns. Wir wollen darstellen, wie wir die Sache sehen“, kündigte Harri Brendler an. Wir – das ist die Initiative „Aktive Bürgerbeteiligung Jetzt“, die sich nach eigenem Bekunden kritisch mit dem Projekt „Kulturpavillon“ auseinandersetzt. Für Donnerstagabend hatten die bis dato 40 Mitglieder in den Dötlinger Dorfgarten eingeladen. Dort kamen rund 60 Personen zusammen – neben den Aktiven und Einwohnern waren auch ein paar Ratsmitglieder vor Ort, um sich ein Bild von der Stimmungslage zu machen.

Offiziell war das Treffen nicht als Diskussionsveranstaltung geplant. Nach der kurzen Erklärung der Initiative entstanden aber natürlich Grüppchen, in denen lebhaft debattiert wurde. Dabei zeichneten sich ganz unterschiedliche Meinungen zu dem Vorhaben der Dötlingen Stiftung ab. Diese hat bekanntlich von einem Bürger 1,5 Millionen Euro für einen Neubau angeboten bekommen, in dem verschiedene kulturelle Veranstaltungen denkbar sind. Es soll ein Haus der Begegnung beziehungsweise ein Multifunktionsgebäude werden. Am 24. Mai hatte die Stiftung das Vorhaben öffentlich präsentiert, inklusive eines Modells vom Gebäude. Ziemlich genau einen Monat später hat der Gemeinderat beschlossen, der Stiftung zu diesem Zweck ein Grundstück am Rande des Dorfgartens zur Verfügung zu stellen.

Letzteres ging der Initiative zu schnell. Ihrer Ansicht nach wurde „die Öffentlichkeit sehr spät und auch nur sehr unzureichend informiert“, heißt es in einer Pressemitteilung, die im Dorfgarten vorgelesen wurde. Die Grundstücksübertragung sei kurzfristig auf die Agenda des Gemeinderates gesetzt worden. „Eine echte Bürgerbeteiligung war damit ausgeschlossen, obwohl noch im Wahlkampf alle Parteien Transparenz ganz oben auf ihr Programm geschrieben haben“, beklagte die Initiative. Für die Mitglieder ergeben sich viele Fragen, zum Beispiel, ob es Bedarf für ein solches Projekt gibt und ob das Gebäude im Einklang mit der Dötlinger Bausatzung stehen wird. 

Kommune wird keine Kosten übernehmen

„Ein wirtschaftlich belastbares Konzept wurde noch nicht vorgelegt“, behaupten sie und fragen: „Ist sichergestellt, dass die Gemeinde nicht für die Folgekosten aufkommen muss?“ Die Antwort hat der Gemeinderat schon während der Sitzung Ende Juni gegeben. Denn neben der Schenkung sprach er sich ebenfalls dafür aus, dass die Kommune keinerlei Kosten übernimmt, weder für die Planung noch für den Betrieb. Auch die Frage nach der Kompensation, die am Donnerstag gestellt wurde, war während der Gemeinderatssitzung, bei der auch Vertreter der Initiative anwesend waren, thematisiert worden.

Ferner hieß es im Dorfgarten: „Wir fordern, dass eine intensive Information und Beteiligung der Dötlinger Bürger stattfindet, insbesondere unter Einbeziehung der jüngeren Generation, bevor das Projekt weiter vorangetrieben wird.“ Vorschläge, wie diese Beteiligung aussehen soll, machte die Initiative nicht. Am Ende der verlesenen Mitteilung würdigte die Gruppe das bisherige Engagement der Dötlingen Stiftung. „Das neue Projekt ist eine andere Dimension. Ein moderner Neubau soll mitten ins Dorf gesetzt werden“, so die Initiative, die sich mit Blick auf die Entwicklung von Kultur und Tourismus für ein Gesamtkonzept ausspricht – unter der Einbeziehung alter erhaltenswerter Bausubstanz. „Vielleicht ist der Spender auch für Argumente in diese Richtung zugänglich“, hoffte die Initiative.

Sie lädt für Donnerstag, 20. Juli, ab 19 Uhr zu einem weiteren Treffen ins Landhotel ein. „Dann sollen die nächsten Schritte besprochen werden“, kündigte Brendler an.

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