Ferienpassaktion: Mädchen und Jungen besuchen Josef Alterbaum in Geveshausen

Imker informiert Kinder über faule Bienen

Imker Josef Alterbaum schilderte den Kindern am Mittwoch viel Wissenswertes rund um die Honigbiene. - Fotos: Petzold

Geveshausen - Von Phillip Petzold. Staunen, schlecken, selber machen: Der Geveshauser Imker Josef Alterbaum hat am Mittwoch 13 Ferienpasskindern aus der Gemeinde Dötlingen das Leben und Treiben der Honigbiene nahegebracht. Für die Jungen und Mädchen gab es viel auszuprobieren.

„Zum Schleudern kommt der Honig in die Waschmaschine“, mutmaßte einer der kleinen Teilnehmer. Und damit lag er gar nicht so weit daneben: In einer elektrisch betriebenen Trommel wird der Honig per Zentrifugalkraft aus flachen, rechteckigen Holzrahmen, den Waben, gedrückt und aufgefangen. Ein bis zwei Kilo kommen aus sechs Waben zusammen und ergießen sich durch ein Sieb in einen Eimer.

Vorher musste aber noch der Deckel, eine wächserne Schicht, entfernt werden. Eine Arbeit, bei der die Kinder besonderen Eifer an den Tag legten. Nicht zuletzt, weil sie direkt vom frischen, bernsteinfarbenen Honig naschen konnten. Und so schossen viele kleine Finger in die Auffangschale, um gleich darauf genüsslich abgeschleckt zu werden.

„Die Bienen waren ganz schön fleißig“ waren sich die Kinder angesichts der Honigmenge einig. Doch Imker Alterbaum räumte ein wenig mit der Vorstellung der emsigen Arbeiterin auf: „Es gibt auch faule Bienen. Manche fliegen gar nicht raus.“ Die Tiere, die den Kasten verlassen, befüllen die Waben in wenigen Tagen – manchmal reichen auch 24 Stunden. Doch auch im Bienenkasten gibt es genug zu tun, bis der Honig fertig ist. So hat er anfänglich einen Wassergehalt von bis zu 80 Prozent. Mit einem Trick reduzieren die Hautflügler die Feuchtigkeit auf 16 bis 18 Prozent: „Mit ihren Kauwerkzeugen machen die Bienen Blasen“, erläuterte Alterbaum. „So wie ihr beim Kaugummikauen.“ Das vergrößert die Oberfläche, und das Wasser verdunstet bei Temperaturen von rund 35 Grad im Bienenkasten.

Auch abseits der Honigproduktion gibt es allerhand zu tun: Die Zellen müssen gebaut und gesäubert werden, außerdem gilt es die Larven zu füttern. Auch über die Fortpflanzung klärte der Imker auf. So schlüpfen Arbeiterinnen aus befruchteten und Drohnen, die männlichen Bienen, aus unbefruchteten. „Sie bilden mit der Königin ein Drei-Kasten-System“, erläuterte Alterbaum. Vergleichbare Gemeinschaften gebe es im Tierreich sonst nur noch bei Hornissen und Wespen.

Der Bienenfachmann und seine Familie betreiben die Imkerei in Geveshausen seit rund 25 Jahren. Mit seinem Sohn und seiner Tochter kümmert er sich um 200 Bienenvölker, denen die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe und landwirtschaftliche Pestizide zu schaffen machten. Das Frühjahr sei für die Bienen aber dennoch sehr gut gewesen. Davon überzeugten sich auch die Ferienkinder, die ihren selbstgeernteten Honig gleich mit nach Hause nehmen konnten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sommerfest des Vereins „Rumänische Findelhunde“ in Daverden

Sommerfest des Vereins „Rumänische Findelhunde“ in Daverden

55. Dümmerbrand in Hüde

55. Dümmerbrand in Hüde

MTV Bücken feiert 120-jähriges Bestehen 

MTV Bücken feiert 120-jähriges Bestehen 

Trump will mit Großkundgebung wieder in die Offensive gehen

Trump will mit Großkundgebung wieder in die Offensive gehen

Meistgelesene Artikel

Schwelbrand unter den Dachziegeln

Schwelbrand unter den Dachziegeln

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrer stirbt

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrer stirbt

Politesse: „Die Beleidigungen gehen oftmals unter die Gürtellinie“

Politesse: „Die Beleidigungen gehen oftmals unter die Gürtellinie“

Fieberhafte Suche nach Sexualstraftäter in Oldenburg

Fieberhafte Suche nach Sexualstraftäter in Oldenburg

Kommentare