Marken-Treffen der Interessengemeinschaft Weser-Ems 

„Horexen“ sind Motorräder mit Herz

Horex-Veteranen: Erich Grenich aus Wildeshausen (links) und Wilhelm Burkert aus Bassum. Beide fuhren früher Rennen.

Dötlingen - Rund 30 Motorrad-Enthusiasten haben am Sonntag am elften Treffen der Horex-Interessengemeinschaft Weser-Ems (IG) in Dötlingen teilgenommen. Neben einer Ausfahrt durch den Landkreis standen dabei vor allem die „Benzingespräche“ im Vordergrund: das Fachsimplen und der Austausch über das, was einen Motorrad-Oldtimer ausmacht sowie das Fahren auch heute noch zu einem besonderen Erlebnis macht.

„Die hat Herz“, sagt Klaus Willms aus Harpstedt mit Überzeugung. Er ist Mitglied der IG und nimmt mit seiner Horex „Imperator“ (zwei Zylinder, 400 Kubikzentimeter Hubraum, gebaut ab 1954) an dem Treffen teil. Ein Motorrad einer alten deutschen Marke zu fahren, habe ein eigenes Flair, berichtet er. Das sei schon etwas anderes als die Maschinen aus englischer und italienischer Fabrikation, die er ebenfalls sein Eigen nennt. Mit 20 Jahren habe er eine „Imperator“ von seinem Bruder übernommen, erinnert er sich an seine Jugendzeit zurück. „Später habe ich sie dann für’n Appel und’n Ei verkauft.“ Jahre später hat er sich dann wieder eine ebensolche Horex zugelegt – auf Deutschlands größtem Markentreffen in Mannheim.

Nicht nur „Horexen“, sondern auch Motorräder von BMW, Zündapp und NSU waren zu bewundern.

„Wir sind aber nicht markengebunden“, berichtet Willms über das Treffen, das der IG-Vorsitzende Erich Grenich aus Wildeshausen (79) seinerzeit ins Leben gerufen hat. Und tatsächlich haben sich ein paar BMW unter die „Horexen“ (so der von den Fahrern verwendete Plural) in der Reithalle des Hofes Aschenbeck gemischt. Auch eine Adler mit Beiwagen ist dort zu entdecken, ebenso eine türkisblaue Zündapp.

Die meisten Maschinen sehen aus, als kämen sie direkt aus der Fabrik: Perfekter Lack, einwandfreier Zustand, liebevoll gepflegt. Anderen sieht man an, dass sie nach wie vor noch regelmäßig im Gebrauch sind. „Das ist eine relativ einfache, überschaubare Technik“, beschreibt Volker Kröger aus Wildeshausen, der eine „Regina“ fährt. Sie war in den 1950er-Jahren das weltweit meistverkaufte Motorrad ihrer Klasse. Damals hätten sich nur wenige Leute Autos leisten können. Und so waren Motorräder wie die „Horexen“ eben die Fortbewegungs- und Transportmittel der Wahl gewesen. „Doch im Laufe des Wirtschaftswunders wollte sich jeder ein Auto kaufen“, erläutert er. „Hauptsache ein Dach über dem Kopf“, ergänzt Willms. In späteren Jahren kamen dann – insbesondere aus Japan – Maschinen auf dem Markt, die speziell für die Freizeit gebaut worden waren.

Klaus Willms aus Harpstedt nahm mit seiner „Imperator“ an der Ausfahrt des Horex-Treffens teil.  J Fotos: Franitza

Kurz nach 10 Uhr geht es dann zur Ausfahrt durch die frische Morgenluft. Im Corso machen sich die rund 20 Maschinen auf nach Großenkneten, Döhlen, Huntlosen, Kirchhatten und Steinkimmen. In Dingstede steht dann eine Pause an. „Dann schnacken wir ein bisschen“, sagt Willms. Über Brettorf geht es dann wieder zurück nach Dötlingen. Dann gab es verschiedene Pokale für die Teilnehmer.

Den Preis für den ältesten „Biker“ durfte Wilhelm Burkert aus Bassum einheimsen: Er ist heute 86 Jahre alt und ist früher Rennen mit einer Horex gefahren. Die weiteste Anreise hatten zwei Teilnehmer aus Cuxhaven und Verden. fra

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